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16.11.2012 11:37

"Psychische Gesundheit in modernen Lebenswelten" - Öffentlicher Vortrag der HAW in Mannheim

Dr. Herbert von Bose Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Akademie der Wissenschaften
Heidelberger Akademie der Wissenschaften

    Der Direktor des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim, Prof. Dr. Andreas Meyer-Lindenberg, wird im Rahmen der jährlich stattfindenden „Auswärtigen Sitzung“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften über die Beziehung zwischen Stadtleben und sozialem Stress sowie die daraus resultierenden Folgen für unsere Gesundheit sprechen.

    Öffentlicher Vortrag im Rahmen der „Auswärtigen Sitzung“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften an der Universität Mannheim, Schloss, Raum M 003, am
    1. Dezember 2012 um 11 Uhr

    „Psychische Erkrankungsrisiken hängen stark mit Merkmalen der individuellen Lebensumstände zusammen. Die zugrundeliegenden Mechanismen sind hingegen noch unzureichend erforscht, wodurch ursächliche, potentiell behandlungsrelevante Erkenntnisse fehlen. Nur durch einen Erkenntnisfortschritt auf dieser Ebene kann aber der Schritt zu personalisierten Therapien und auch zur Prävention psychischer Störungen gelingen,“ konstatiert der Professor für Psychiatrie und Psychotherapie. Für Meyer-Lindenberg ist das umso wichtiger, als psychische Störungen, insbesondere Suchterkrankungen, Affektive Störungen und Psychosen, in Deutschland und weltweit zu den häufigsten Erkrankungen und Todesursachen gehören. Sie haben als Gruppe mit 27% den größten Beitrag an der Krankheitslast (DALYs) der Bevölkerung, mit massiven und durch die Stigmatisierung dieser Erkrankungen noch verstärkten direkten und indirekten sozioökonomischen Folgen. Psychopharmaka als Gruppe stehen an zweiter Stelle der Medikamentenkosten des deutschen Gesundheitssystems. Die Häufigkeit und Schwere dieser Erkrankungen wird im Rahmen des demographischen Wandels der Industrienationen noch weiter zunehmen. Psychische Störungen sind mit einem Drittel aller Fälle die führende Ursache für Frühberentungen in Deutschland. Zudem stellen Depressionen und Suchterkrankungen (inkl. Nikotin) relevante Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen und Krebserkrankungen dar, Mortalitätsraten sind bei psychiatrischen Patienten generell erhöht, sowohl direkt als auch über Folgeerkrankungen. Meyer-Lindenberg gibt uns Einblicke in die neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen: „Durch die Kombination epidemiologischer und neurowissenschaftlicher Methoden liegen nun Befunde vor, welche die Rolle von sozialem Stress in modernen Lebenswelten betonen. Wir berichten über eigene Arbeiten zum Verständnis sozialer Risikofaktoren wie Stadtwelt, Migration und Status im Kontext sozialer Stress-Verarbeitung und legen an diesem Beispiel dar, wie die Identifikation solcher Korrelate zum Verständnis psychischer Störungen und Erkrankungen und perspektivisch zu Ihrer Prävention beitragen kann.“

    Nach dem Vortrag wird es Gelegenheit zur Diskussion geben.
    Zu dieser Veranstaltung sind Medienvertreter und Öffentlichkeit herzlich eingeladen.
    Über eine Ankündigung und Berichterstattung würden wir uns freuen.
    Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Kontakt:
    Dr. Herbert von Bose
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Heidelberger Akademie der Wissenschaften
    Karlstraße 4
    69117 Heidelberg
    Telefon: 06221/54 34 00
    Fax: 06221/54 33 55
    E-Mail: herbert.vonbose@adw.uni-heidelberg.de



    Die Akademie:

    Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften, gegründet 1909, ist die wissenschaftliche Akademie des Landes Baden-Württemberg und eine der acht deutschen Akademien der Wissenschaften. Als außeruniversitäre Forschungseinrichtung verantwortet sie derzeit 22 Forschungsvorhaben, in denen etwa 230 Mitarbeiter beschäftigt sind. Die rund 260 gewählten Mitglieder der Heidelberger Akademie treffen sich als herausragende Vertreter ihrer jeweiligen Disziplin regelmäßig zum fächerübergreifenden Gespräch, die Akademie veranstaltet wissenschaftliche Tagungen sowie öffentliche Vortragsreihen. Mit der 2002 erfolgten Einrichtung eines Nachwuchskollegs (WIN-Kolleg), der Ausrichtung der „Akademiekonferenzen für junge Wissenschaftler“ sowie durch die Vergabe von Forschungspreisen fördert sie herausragende jüngere Exponenten der Wissenschaft. Ihren Sitz hat die Akademie seit 1920 im ehemaligen Großherzoglichen Palais unterhalb des Schlosses am Karlsplatz.
    Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften ist Mitglied in der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften.


    Weitere Informationen:

    http://www.haw.uni-heidelberg.de/veranstaltungen/programme_2012.de.html - Programm
    http://www.uni-mannheim.de/1/service/anfahrt_lageplan/index.html - Anfahrt und Lageplan


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Gesellschaft, Medizin, Psychologie, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


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