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20.11.2012 13:29

Neue Erkenntnisse zur Wundheilung nach einem Herzinfarkt

Pierre König Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

    Deutsche Stiftung für Herzforschung zeichnet Arbeit mit
    August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis aus

    Neue Einblicke in die Entzündungsprozesse, zu denen es während der Wundheilung nach einem Herzinfarkt kommt, konnten durch eine Forschungsarbeit gewonnen werden, die mit dem August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis 2012 auf dem Kardiologen-Kongress in Hamburg ausgezeichnet worden ist. Der mit 15 000 Euro dotierte Preis wird alljährlich von der Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF), Tochterorganisation der Deutschen Herzstiftung, für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der patientennahen Herz-Kreislauf-Forschung vergeben. In diesem Jahr wurde die Arbeit von Dr. med. Florian Bönner aus dem Institut für Molekulare Kardiologie am Universitätsklinikum Düsseldorf, als beste von insgesamt 17 eingegangenen Arbeiten ausgezeichnet: CD73 auf Granulozyten und T-Zellen schützt das Herz vor unkontrollierter Entzündung in der Wundheilungsphase nach Infarkt. „Diese Arbeit weist neue Wege für Therapieansätze auf, die zur besseren Kontrolle von Entzündungsvorgängen führen könnten“, sagt Prof. Dr. med. Hellmut Oelert, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der DSHF.

    Durch die vorliegenden Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass die Unterbrechung eines bestimmten Stoffwechselwegs, bei dem das Enzym CD73 eine entscheidende Rolle spielt, zu einer überschießenden Entzündungsreaktion und zu einer verschlechterten Pumpleistung des Herzens nach einem Infarkt führt.

    Das Enzym CD73 kommt in hoher Dichte auf der Oberfläche von Immunzellen vor und vermittelt an Ort und Stelle die Bildung von antientzündlichem Adenosin aus Adenosinmonophosphat (AMP). Dieses besitzt eine wichtige regulatorische Rolle bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bei autoimmunologischen Erkrankungen. Das Fehlen von CD73 führt beim Menschen zu einer arteriosklerotischen Gefäßerkrankung. An gentechnisch veränderten Mäusen konnte nun gezeigt werden, dass das Fehlen von CD73 nach Infarkt zu einer fortschreitend verschlechternden Herzfunktion führt und mit einem Ödem sowie einer anhaltendenden Entzündung einherging. Die Wundheilungsstörung war von einer verstärkten Immunreaktion gekennzeichnet. Auch kam es u.a. zu einer Ausdehnung des Infarkts. Studien an Mäusen nach Transplantation von CD73 tragenden Entzündungszellen stellten die normale Heilung wieder her.

    „Erstmals konnte gezeigt werden, dass das von der CD73 auf Immunzellen gebildete Adenosin eine zentrale Rolle in der Heilungsphase nach Herzinfarkt spielt. Unsere Daten zeigen beispielhaft die Wichtigkeit von Adenosin als physiologischer Entzündungshemmer bei abakteriellen (sterilen) Entzündungen“, erläutert Dr. Bönner. Der beschriebene Mechanismus könne genutzt werden, um neue entzündungshemmende Therapien für die Wundheilung nach einem Herzinfarkt zu entwickeln.

    36/2012

    Informationen:
    Deutsche Herzstiftung /
    Deutsche Stiftung für Herzforschung
    Pressestelle:
    Michael Wichert /Pierre König
    Tel. 069/955128-114/-140
    Fax: 069/955128-345
    E-Mail: wichert@herzstiftung.de/
    www.herzstiftung.de


    Weitere Informationen:

    http://www.dshf.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


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