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07.12.2012 15:45

Greifswalder Professor Hans Joosten bei der UN-Klimakonferenz in Doha

Jan Meßerschmidt Presse- und Informationsstelle
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

    Mehr Moor gegen ein „Riesenloch“ – so lautet das Fazit von Professor Hans Joosten von der Universität Greifswald am Ende der UN-Klimakonferenz in Doha. Das „Riesenloch“ bestehe zwischen der politisch gewünschten Beschränkung der Erderwärmung auf maximal zwei Grad und dem, was Länder heute bereit sind, dafür zu leisten. Hans Joosten ist Professor für Moorkunde und Paläoökologie an der Universität Greifswald und Generalsekretär der Welt-Vereinigung der Moorschützer (International Mire Conservation Group). Er weilt zurzeit beim Klimagipfel in Doha/Qatar.

    Die jetzigen Verhandlungen werden zu einer Emissionsreduktion von etwa 20 Prozent in der zweiten Periode des Kyoto-Protokolls führen, aber nur für einen Bruchteil der Länder einschließlich der Europäischen Union. Großemittenten wie China (verantwortlich für 28 Prozent der weltweiten Emissionen), die USA (16 Prozent und Indien 7 Prozent) bleiben außen vor. Was der weltweite Nachfolgevertrag 2015 bringen wird, ist noch unklar. Das erklärt Professor Hans Joosten. Er kämpfte bei den Klimaverhandlungen in Doha (26.11.-7.12.2012) dafür, das „Riesenloch“ durch stimulieren des Moorschutzes und der Moorwiedervernässung in den Industrienationen sowie in den Entwicklungsländern zu verringern. Denn sechs Prozent der weltweiten CO2-Emission stammen aus entwässerten Mooren. Gleichzeitig speichern bestehende Moore doppelt so viel Kohlendioxid wie der gesamte Waldbestand der Erde.

    Nachdem bei den letztjährigen Klimaverhandlungen im südafrikanischen Durban die Wiedervernässung von Mooren als Aktivität im Kyoto-Protokoll aufgenommen wurden, gilt es die Instrumente für den Klimaschutz in Mooren weltweit zu stärken, etwa mittels REDD+ (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) und CDM (Clean Development Mechanism). Dafür setzt sich Professor Hans Joosten bei den Verhandlungen auch als Vertreter Weißrusslands ein. Weißrussland hat das Wiedervernässen von Mooren stark vorangetrieben und spielt als Sprecher der Länder mit Transformationsökonomien eine beachtliche Rolle bei den Verhandlungen.

    Weitere Informationen
    Um die Bedeutung der Moore stärker ins Blickfeld zu rücken hat die Universität Greifswald mit der Welternährungsorganisation FAO und der Organisation „Wetlands International“ eine Initiative „Moore und organische Böden“ gestartet.
    http://www.fao.org/climatechange/micca/peat/en/
    Eine vielgefragte Publikation steht zum Download bereit: http://www.fao.org/docrep/015/an762e/an762e.pdf
    Vor allem das in Greifswald entwickelte „Paludikultur“-Konzept (nasse Land- und Forstwirtschaft) wird breit als Hoffnungsträger für eine Lösung der Moorproblematik gesehen. Eine englischsprachige Broschüre zu Paludikultur wurde im Rahmen der Klimarahmenverhandlungen in Doha präsentiert: http://www.paludiculture.com/fileadmin/user_upload/Dokumente/pub/Paludiculture-Brochure_ENG.pdf

    Ansprechpartner an der Universität Greifswald
    Christian Schröder, Nina Körner
    Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald
    Grimmer Str. 88, 17487 Greifswald
    Tel. 03834 86-4183
    christian.schroeder@uni-greifswald.de
    koernern@uni-greifswald.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie, Meer / Klima
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


     

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