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23.01.2013 15:21

Louis-Jeantet-Preis für Medizin 2013 geht an Peter Hegemann

Constanze Haase Pressestelle
Humboldt-Universität zu Berlin

    Professor für Experimentelle Biophysik an der Humboldt-Universität erhält renommierten Medizinpreis für die Begründung der Optogenetik

    Professor Peter Hegemann, Inhaber des Lehrstuhls für Experimentelle Biophysik am Institut für Biologie der Humboldt-Universität, wird mit dem Louis-Jeantet-Preis für Medizin 2013 geehrt. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 700.000 Schweizer Franken (ca. 565.000 Euro) verbunden. Er wird von der Louis-Jeantet-Stiftung verliehen für biologische Grundlagenforschung, die von herausragender Bedeutung für die Medizin ist.

    Leibniz-Preisträger Peter Hegemann wird gemeinsam mit seinem Kollegen Georg Nagel vom Julius-von-Sachs-Institut der Universität Würzburg für die Entdeckung von Ionenkanälen, die mit Licht aktiviert werden können, ausgezeichnet. Sie haben damit ein neues und viel versprechendes Forschungsgebiet innerhalb der Neurowissenschaften begründet – die Optogenetik.

    Peter Hegemann hat gezeigt, dass lichtempfindliche Proteine die Bewegungsreaktionen der Mikroalge Chlamydomonas reinhardtii kontrollieren, die auf eine Lichtquelle zu oder von ihr weg führen. Georg Nagel hat erforscht, dass mikrobielle Rhodopsine der Alge Chlamydomonas in tierische Zellen eingebracht werden können, wo sie voll funktionell sind und ihre Arbeitsweise studiert werden kann. Gemeinsam erforschten sie die Funktionsweise dieser Proteine und untersuchten die einzigartige Funktionsweise der lichtaktivierbaren Kanäle (Kanalrhodopsine), die zum Studium neuronaler Netzwerke mit beispielloser Präzision in vitro und in vivo sehr vielfältig verwendet werden. „Mithilfe der Kanalrhodopsine können wir einzelne Nervenzellen wie auch komplexe neuronale Netzwerke bis hin zum Mäusegehirn mit präzisen räumlich-zeitlichen Lichtmustern anregen. Das kann als Werkzeug in den Lebenswissenschaften und darüber hinaus auch zur Behandlung von neuronalen Krankheiten, die auf einer Beeinträchtigung von Sinneszellen beruhen, oder von Autismus und Schizophrenie beitragen“, sagt Peter Hegemann.

    Peter Hegemann und Georg Nagel teilen sich bereits mehrere Auszeichnungen, so den US-amerikanischen Wiley Prize in Biomedical Sciences (2010) sowie den Karl-Heinz-Beckurts-Preis (2010) und den Klaus-Joachim-Zülch Preis (2012). Peter Hegemann ist zudem Träger des Leibniz-Preises 2012, der wichtigsten deutschen Wissenschaftsauszeichnung.

    Peter Hegemann wurde 1954 in Münster geboren, studierte Chemie in seiner Heimatstadt und München, wo er in Biochemie promovierte. Nach einem Forschungsaufenthalt an der University of Syracuse wurde er 1986 Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Biochemie und folgend Professor für Biochemie an der Universität Regensburg. Seit 2004 hat er den Lehrstuhl für Experimentelle Biophysik an der Humboldt-Universität zu Berlin inne. Peter Hegemann ist Mitglied der Deutschen Akademie für Naturforscher, Leopoldina.

    Die Louis-Jeantet-Stiftung besteht seit 1982 und vergibt seit 1986 jedes Jahr ein bis drei Louis-Jeantet-Preise an Forscher in Europa in den Grundlagenforschungsgebieten der Medizin wie Physiologie, Biophysik, strukturellen Biologie, Biochemie, Zell- und Molekularbiologie, Entwicklungsbiologie und Genetik. Bisher wurden 78 Naturwissenschaftler ausgezeichnet.

    Der Preis wird am 18. April 2013 in Genf verliehen.

    Kontakt
    Constanze Haase
    Humboldt-Universität zu Berlin
    Pressesprecherin
    Tel.: 030 2093-2332
    constanze.haase@hu-berlin.de
    http://www.hu-berlin.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    jedermann
    Biologie, Chemie, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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