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21.02.2013 09:16

Was ist Geist?

Kay Gropp Pressestelle
Universität Witten/Herdecke

    Antworten und Konsequenzen für die wissenschaftliche und praktische Medizin

    Was ist Geist?
    Antworten und Konsequenzen für die wissenschaftliche und praktische Medizin

    Wurde dem Geist des Menschen in früheren Kulturen stets eine eigenständige Realität zugesprochen, so hat die naturwissenschaftliche Weltanschauung zur Auffassung geführt, der Geist sei letztlich ein Produkt neurobiologischer Gehirnprozesse und damit der Materie. Im Gegensatz dazu hat die Quantenphysik zur Auflösung des klassischen Materieverständnisses geführt und bei namhaften Physikern zur Auffassung, dass die Materie letztlich Geist sei.

    Die naturwissenschaftliche Medizin hat zur gesicherten Erkenntnis geführt, dass es im Menschen keine lebendigen, seelischen und geistigen Prozesse gibt, die nicht durch konkrete materielle Korrelate des Organismus bedingt sind. Ob dieses Bedingtsein allerdings identisch ist mit Verursachtsein, und ob damit dem Geistigen ein eigner Seinswert abgesprochen werden kann, bleibt zu klären. Sicher ist, dass viele Patienten trotz den enormen Erfolgen der modernen Medizin zunehmend unzufrieden sind mit einer medizinischen Auffassung und Praxis, die Gesundheit und Krankheit letztlich rein materiell interpretiert.

    Die Fragen danach, was Geist eigentlich ist, wie diese Frage auf empirischer Grundlage angegangen werden kann, und welche Konsequenzen entsprechende Antworten oder Hypothesen für die medizinische Forschung und Praxis haben, ist also aktuell und letztlich versorgungsrelevant.
    Das zweite Kolloquium Humanismus, Medizin und Philosophie an der Universität Witten/Herdecke setzt sich zum Ziel, diese Fragen in einem interdisziplinären Kreis von akademischen Repräsentanten verschiedener Fachbereiche nach Vorstellung entsprechender Thesen kreativ und ergebnisoffen zu diskutieren.
    Das Kolloquium ist offen für Ärzte und Angehörige anderer Gesundheitsberufe, Psychologen, Philosophen und interessierte Fachleute verwandter Gebiete.

    Tagungsort am 1. und 2. März 2013:
    Universität Witten/Herdecke
    Hauptgebäude, Raum E 110
    Alfred-Herrhausen-Straße 50
    D-58448 Witten

    Das Tagungsprogramm:

    Freitag, 1. März 2013

    11.00-11.15 Begrüßung: Peter Heusser
    11.15-11.45 Prof. Dr. rer. nat. Thomas Görnitz,
    Fachbereich Physik, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt a. M.
    Das Geistige im Blickfeld der Naturwissenschaft – Bewusstsein und Materie als spezielle Formen der Quanteninformation
    11.45-12.15 Diskussion

    12.15-13.30 Mittagspause

    13.30-14.00 Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner
    Kollegiale Instanz für Komplementärmedizin KIKOM, Universität Bern
    Können Substanzen geistartige Wirkungen entfalten? Ergebnisse und Gedanken aus der homöopathischen Grundlagenforschung
    14.00-14.30 Diskussion

    14.30-14.45 Pause

    14.45-15.15 Prof. Dr. phil. Harald Walach
    Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt a.d.O.
    Geist in der Flasche – vulgärer Materialismus auf dem Tisch: Kategorienfehler, unbequeme Daten und ein bescheidener Beitrag zum Leib-Seele-Problem
    15.15- 15.45 Diskussion

    15.45-16.00 Pause

    16.00-16.30 Prof. Dr. phil. Dieter Wandschneider
    Philosophisches Institut der Universität RWTH Aachen
    Geist als Höchstform und Überschreitung materiellen Seins
    16.30-17.00 Diskussion

    17.00-17.15 Pause

    17.15-17.45 Prof. Dr. rer. nat. Martina Piefke
    Lehrstuhl für Neurobiologie und Genetik des Verhaltens, Universität Witten/Herdecke
    Neurobiologische Korrelate mentaler Prozesse und unserer Vorstellungen des Geistigen
    17.45-18.15 Diskussion

    18.15-19.30 Abendpause

    19.30-20.00 Prof. Dr. med. Dr. theol. Mathias Beck
    Institut für Systematische Theologie und Theologische Ethik, Universität Wien
    Die Geistkonzeption des Thomas von Aquin in ihrer Relevanz für den gegenwärtigen Paradigmenwechsel in der Medizin
    20.30-21.00 Diskussion

    Samstag, 2. März 2013

    08.30-09.00 Prof. Dr. med. Arndt Büssing
    Professur für Lebensqualität, Spiritualität und Coping, Universität Witten/Herdecke
    Der Geist in der Mind-Body-Medizin - Beispiele aus Ost und West
    09.00-09.30 Diskussion

    09.30-09.45 Pause

    09.45-10.15 Prof. Dr. med. Peter Heusser, MME
    Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin, Universität Witten/Herdecke
    Empirischer Zugang zum Geist in Anthropologie und Anthroposophie. Folgen für die Medizin
    10.15-10.45 Diskussion

    10.45-11.00 Pause

    11.00-11.30 Prof. Dr. phil. Albert Newen
    Philosophie des Geistes, Institut für Philosophie II, Ruhr-Universität Bochum
    Was ist Geist? Eine Stellungnahme aus der Sicht der Philosophie des Geistes und der Kognitionswissenschaft
    11.30-12.00 Diskussion

    12.00-12.30 Kurzes Mittagessen

    12.30-13.00 Prof. Dr. phil. Klaus Fischer
    Fach Philosophie (Wissenschaftstheorie, Wissenschaftsgeschichte und Naturphilosophie), sowie Forschungsstelle für interkulturelle Philosophie, Universität Trier
    Der Geist an der Grenze des Lebens – Interpretation und interkultureller Vergleich von Nahtodeserfahrungen
    13.00-13.30 Diskussion

    13.30-14.00 Prof. Dr. med. Peter Matthiessen
    Forum Pluralismus in der Medizin und Zentrum für Integrative Medizin, Universität Witten/Herdecke
    Was ist Geist? Zusammenfassung, Ausblick, Verabschiedung

    Weitere Informationen erhalten Sie bei Prof. Dr. med Peter Heusser, 02330 - 62 4761 (Sekr.),peter.heusser@uni-wh.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Philosophie / Ethik, Psychologie
    überregional
    Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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