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08.03.2013 08:54

Gynäkologen des Dresdner Uniklinikums laden zur „Master Class“ am OP-Roboter

Holger Ostermeyer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

    Erstmals stellt Klinikdirektorin Prof. Pauline Wimberger, Direktorin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, ihren Fachkollegen die operativen Möglichkeiten des „Da Vinci“-Operationssystems vor. Auf der „Master Class Dresden – Roboterassistierte Eingriffe in der Gynäkologie“ werden die Qualitäten der neuesten Generation des „Da Vinci“ nicht allein in Vorträgen vorgestellt: Die Teilnehmer können am Sonnabend (9. März) an Simulatoren selbst die Vorteile des Systems bei hochkomplexen Eingriffen in feinsten Organ- und Gewebestrukturen testen.

    Neben Prof. Wimberger informiert und schult mit Prof. Rainer Kimmig, Klinikdirektor am Universitätsklinikum Essen, ein weiterer ausgewiesener Experte der gynäkologischen Onkologie die Teilnehmer. Von den Vorteilen des OP-Systems profitieren aber nicht nur die Patientinnen der Dresdner Uni-Frauenklinik sondern auch die der Klinik für Urologie, in dessen OP-Bereich der „Da Vinci“ steht. Zudem werden künftig auch Patienten der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Dresdner Uniklinikums mit dem System operiert.

    Im Rahmen des „Master Class Dresden“ wird dem Fachpublikum aus dem gesamten deutschsprachigen Raum der erst Anfang des Jahres im Klinikum installierte OP-Roboter der neuesten Generation vorgestellt. Er löste das Vorgängermodell ab, das gut sechs Jahre schwerpunktmäßig von den Operateuren der Klinik für Urologie unter der Leitung des Klinikdirektors Prof. Manfred Wirth genutzt wurde, aber auch von den Kollegen der Universitätsfrauenklinik. Durch die Neuberufungen von Prof. Wimberger sowie Prof. Jürgen Weitz, Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, gewann das Dresdner Uniklinikum zwei weitere Experten auf dem Gebiet der minimalinvasiven – laparoskopischen – Chirurgie, die über mehrjährige Erfahrungen mit dem „Da Vinci“ verfügen. Das neu angeschaffte OP-System ist mit vier computergesteuerten Armen und einer doppelten Steuer-Konsole ausgestattet. Dadurch können hochkomplexe Eingriffe in feinsten Organ- und Gewebestrukturen ausgeführt und ärztliche Kollegen in den neuesten OP-Techniken ausgebildet werden.

    Vor dreieinhalb Jahren hat Oberarzt Dr. Axel Schindelhauer an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Dresdner Uniklinikums die ersten gynäkologischen Eingriffe mit dem „Da Vinci“-System vorgenommen. Auch er gibt seine Erfahrungen in der „Master Class Dresden“ weiter. Mit der Inbetriebnahme des neuen Geräts wird die zum Juli 2012 neu berufene Direktorin der Uni-Frauenklinik das bisherige OP-Spektrum verändern. Die nunmehr vier Arme des Geräts ermöglichen es, komplexere Eingriffe vorzunehmen, die bisher offen operiert werden mussten. „Statt einem großen Schnitt sind nur noch maximal fünf kleine Einstiche notwendig. Das ist besonders für schwerstkranke oder stark übergewichtige Frauen ein großer Vorteil“, erklärt Prof. Wimberger. Die aus Essen nach Dresden gewechselte Klinikdirektorin war dort im Team von Prof. Rainer Kimmig tätig, das bereits über 200 Eingriffe mit dem „Da Vinci“ der neuesten Generation vorgenommen hat. Auch sie wird den OP-Roboter vor allem bei Krebsoperationen einsetzen – etwa bei Tumoren der Gebärmutter und des Gebärmutterhalses. „Hier kommt es auch darauf an, die zur Blase führenden Nerven zu schonen“, so die Klinikdirektorin. Die dreidimensionale Sicht des Geräts gewährleiste die dazu notwendige Präzision gerade bei einem mikroinvasiven Eingriff. Daneben wird die Uni-Frauenklinik den „Da Vinci“ unter anderem zur Operation gutartiger Veränderungen der Gebärmutter wie Myomen und Endometriose oder zur Rekonstruktion von Eileitern im Rahmen von Kinderwunschbehandlungen anbieten.

    Hintergrundinformationen zur Laparoskopie
    Bei minimal-invasiven oder laparoskopischen Eingriffen – in der Laiensprache auch „Schlüsselloch-OP“ genannt – führt der Operateur seine Instrumente über Hülsen in den Bauch ein. Große Schnitte und entsprechende Wunden lassen sich so vermeiden. In der herkömmlichen Laparoskopie bewegt der Chirurg Skalpell, Zangen, Scheren, Nadeln die Optik und weitere Dinge direkt mit seinen Händen. Das „Da Vinci“-System dagegen unterstützt ihn mit einem komplexen elektronischen System. Die Übersetzung macht aus einer fünf-Zentimeter-Bewegung der Hand beispielsweise einen zehn Millimeter langen, direkt ausgeführten Schnitt. Dank dieser individuell einstellbaren Übersetzung, wesentlich beweglicherer Instrumente und der hoch auflösenden, dreidimensionalen Optik kann der Operateur das OP-Instrumentarium räumlich sehen und wesentlich genauer bewegen. Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber den konventionellen minimal-invasiven Eingriffen.

    Kontakt
    Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
    Direktorin: Prof. Pauline Wimberger
    Tel. 0351/ 4 58 34 20
    E-Mail: frauenklinik@uniklinikum-dresden.de


    Weitere Informationen:

    http://www.uniklinikum-dresden.de/gyn


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Organisatorisches
    Deutsch


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