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09.03.2015 15:28

Jetzt auch mit mehr Druck: MHH-Studie zu lebenslänglich haltbaren Aorten-Herzklappen

Stefan Zorn Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Hochschule Hannover

    5 Millionen Euro von der Europäischen Union für ARISE-Studie / Film online

    Die Europäische Union (EU) unterstützt die klinische Studie „Aortic Valve Replacement using Individualised Regenerative Allografts: Bridging the Therapeutic Gap" (ARISE) mit fünf Millionen Euro für vier Jahre. In der Studie untersuchen die Mediziner unter der Leitung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) einen neuen Aortenklappen-Ersatz, der nicht abgestoßen wird und länger hält. An der Studie nehmen außer der MHH fünf weitere führende europäische Herzzentren teil. Insgesamt werden 120 Patienten behandelt.

    Die am Anfang des Jahres gestartete Studie nutzt das Prinzip der dezellularisierten Herzklappe, wie sie in der ESPOIR-Studie bereits seit 2012 für die Lungenschlagaderklappe (Pulmonalklappe) eingesetzt werden. „Wir haben zunächst die Pulmonalklappe getestet, weil der Druck auf die Aortenklappe, durch die das Herz das Blut aus der linken Herzkammer in die Hauptschlagader pumpt, dreimal höher ist als in der rechten Herzkammer. Zudem liegen direkt hinter der Aortenklappe die Ursprünge der Herzkranzgefäße. Dadurch ist die Implantation einer Aortenklappe wesentlich komplizierter als die der Pulmonalklappe“, erklärt Professor Dr. Axel Haverich, Leiter der MHH-Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie (HTTG) und Koordinator von ARISE.

    Dezellularisierte „Homografts“ sind menschliche Spender-Herzklappen, deren Zellen in Speziallabors der aus der MHH heraus entstandenen Firma Corlife entfernt werden, so dass nur noch das Gerüst aus der Stützsubstanz Kollagen bleibt. Der Vorteil: Die Herzklappe hält ein Leben lang, wird nicht abgestoßen und wächst im Idealfall bei Kindern und Jugendlichen sogar mit. „Die Behandlungsmethode eignet sich besonders für junge Frauen mit Kinderwunsch. Sie müssen nach der Operation keine Blutverdünner einnehmen, die mit Risiken wie Thrombose, Embolien, kindlichen Fehlbildungen und starken Blutungen bei Verletzung oder Geburt verbunden sind“, erklärt der Studienleiter PD Dr. Samir Sarikouch, Bereichsleiter Klinische Studien der HTTG.

    Jedes Jahr werden 65.000 Aortenklappen in Europa ersetzt, um erworbene oder angeborene Erkrankungen der Herzklappe zu behandeln. Die Chirurgen haben im Laufe der vergangenen vier Jahre bereits 50 Patienten an der MHH dezellularisierte Aortenklappen implantiert. „Ich habe 2013 eine dezellularisierte Aortenklappe erhalten, ohne die Operation hätte ich mein zweites Kind nicht bekommen können“, sagt die Patientin Signe Lenz-Somdalen.

    In dem bisher üblichen Standardverfahren implantieren Herzchirurgen mechanische beziehungsweise biologische Herzklappen tierischen Ursprungs. Mechanische Klappen erfordern jedoch eine dauerhafte Blutverdünnung. Tierische Herzklappen degenerieren nach etwa acht bis zehn Jahren und machen eine erneute Operation erforderlich, die für den Patienten von Mal zu Mal gefährlicher wird.

    Der Einschluss von Patienten in die Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit einem unabhängigen, internationalen Ethik-Komitee unter Beteiligung europäischer Patientenorganisationen. Der klinische Teil der Studie startet voraussichtlich im Herbst dieses Jahres.

    Weitere Informationen erhalten Sie von PD Dr. Samir Sarikouch, Telefon (0511) 532-5567, sarikouch.samir@mh-hannover.de.

    Für Fernsehjournalisten: Einen Film zu den Herzklappen mit O-Tönen der Patientin und behandelnden Medizinern finden Sie auf der Seite http://wissen.hannover.de/Themen/Mensch-Gesundheit/Revolution-aus-dem-Labor. Die Bildrechte liegen bei der MHH. Wenn Sie Interesse an dem Bildmaterial haben, wenden Sie sich bitte an die MHH-Pressestelle, Telefon (0511) 532-6773.


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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