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26.08.2018 13:52

Aspirin gegen Herzinfarkt und Schlaganfall: Therapietreue senkt, Abbrüche steigern das Risiko

Prof. Dr. Eckart Fleck Pressesprecher
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

    Die Therapietreue von Patienten, die niedrig dosierte Acetylsalicylsäure („Aspirin“) zur Vorbeugung von Herzinfarkten oder Gehirnschlag einnehmen, nimmt mit der Zeit ab. Eine Verbesserung der Therapietreue kann dazu beitragen, das Risiko einer durch eine eingeschränkte Durchblutung der Gefäße bedingten („ischämischen“) Herz-Kreislauf-Erkrankung zu senken, berichten Forscher aus Deutschland und den USA.

    Die Therapietreue („Adhärenz“) von Patienten, die niedrig dosierte Acetylsalicylsäure („Aspirin“) zur Vorbeugung von Herzinfarkten oder Schlaganfall einnehmen, nimmt mit der Zeit ab, womit das Risiko steigt, eine dieser Krankheiten zu erleiden. Eine Verbesserung der Therapietreue kann dazu beitragen, das Risiko einer durch eine eingeschränkte Durchblutung der Gefäße bedingten („ischämischen“) Herz-Kreislauf-Erkrankung zu senken. Das berichten Forscher aus Deutschland und den USA, nachdem sie systematisch 79 wissenschaftliche Studien unterschiedlichen Typs ausgewertet hatten, auf dem Europäischen Kardiologiekongress. In München kommen von 25. bis 29. August 31.000 Teilnehmer aus 150 Ländern zusammen, was den Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) zu einem der weltweit größten Medizinkongresse macht.

    Acetylsalicylsäure in Dosierungen von bis zu 325 Milligramm pro Tag – also weniger als in der Schmerzbehandlung üblich – wird häufig zur Vorbeugung von ischämischen Herz- oder Gehirnerkrankungen sowie von Darmkrebs eingesetzt. Ein Team um den Epidemiologen Dr. Pareen Vora (Bayer AG, Berlin) hat jetzt die vorliegende Literatur zur Therapietreue analysiert. In den ausgewerteten kontrollierten klinischen Studien zeigte sich eine Therapietreue von 72,5 bis 85,7 Prozent in der Primärprävention, also bei Patienten, die noch kein Herz-Kreislauf-Ereignis hatten. Bei Patienten, die bereits ein Ereignis hatten und einem neuerlichen vorbeugen wollten (Sekundärprävention), betrug die Therapietreue 69 bis 88 Prozent. Beobachtungsstudien berichteten von Therapieabbrüchen von bis zu 10 Prozent im ersten Jahr, von 20 bis 35 Prozent nach zwei Jahren und von bis zu 65 Prozent im dritten bis fünften Jahr.

    22 Studien untersuchten die unterschiedlichen Risiken von therapietreuen und nicht therapietreuen Patienten. 21 davon fanden heraus, dass Therapietreue ein signifikant reduziertes Risiko bei zumindest einer Erkrankungsart, also Herzinfarkt oder Gehirnschlag, hatten. Eine große kontrollierte klinische Studie mit Männern, die noch keinen Herzinfarkt hatten, berichtete bei therapietreuen Patienten von einem um 51 Prozent verringerten Herzinfarkt-Risiko. Die zuverlässige langfristige Einnahme von Acetylsalicylsäure führt also zu signifikant besseren Verläufen.


    Quellen:
    ESC Abstract 89673; Vora et al.: A systematic review of adherence to preventative lowdose aspirin therapy and its effects on ischaemic vascular outcomes
    Poster Session 1: Risk factors and prevention

    Über die Europäische Gesellschaft für Kardiologie
    Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) vereinigt Medizinerinnen, Mediziner und Angehörige anderer Gesundheitsberufe aus mehr als 150 Ländern. Sie setzt sich dafür ein, die Herz-Kreislauf-Medizin weiter zu entwickeln und unterstützt die Menschen dabei, länger und gesünder zu leben.

    Über den ESC-Kongress 2018
    Der ESC-Kongress ist weltweit die größte und einflussreichste wissenschaftliche Veranstaltung im Bereich der Herz-Kreislauf-Medizin. Der ESC-Kongress 2018 findet vom 25. bis 29. August in der Messe München satt. Das wissenschaftliche Programm ist hier zu finden.

    ESC-Medienkontakt für deutschsprachige Medien:
    B&K – Bettschart & Kofler Kommunikationsberatung (http://www.bkkommunikation.com)
    Roland Bettschart: +43 6766356775; bettschart@bkkommunikation.com
    Dr. Birgit Kofler: +43 6766368930; kofler@bkkommunikation.com


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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