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23.03.2021 15:00

Theologie für Greenhorns

Robert Emmerich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Ein neues Studienangebot der Katholischen Theologie kommt gut an: Es sind Seminare speziell für Nicht-Theologiestudierende. Im Sommersemester geht es um Motive des Weltuntergangs und Zu-kunftsdystopien.

    In so manchen studentischen WGs wird am Küchentisch eifrig über theologische Themen diskutiert – auch wenn gar keine Theologiestudierenden dort wohnen. Ob sich die Gespräche nun um die besondere Stellung der Kirchen in Deutschland drehen, um Debatten zur Sterbehilfe oder um die innerkirchliche Aufarbeitung der Fälle sexuellen Missbrauchs: Es gibt mehr als genug theologische Themen, über die auch Studierende anderer Fächer nachdenken.

    Den Lehrenden der Katholisch-Theologischen Fakultät ist das nicht neu: Einige ihrer Vorlesungen und Seminare werden gern von Studierenden angrenzender oder fachlich fernerer Studiengänge besucht.

    Bilanz einer Biochemie-Studentin

    In diesem interdisziplinären Umfeld kommen oft Diskussionen auf, die von allen Beteiligten als äußerst bereichernd empfunden werden. Zum Beispiel von Biochemie-Studentin Nina. Für sie war der Austausch mit geisteswissenschaftlichen Studierenden auch darum spannend, weil so vielfältige Menschen darunter waren:

    „Katholisch, evangelisch, evangelisch-freikirchlich, und auch die atheistische Seite war stark vertreten. Trotzdem waren wir uns in grundlegenden Themen oft einig. Das hat mir Mut gegeben für den Austausch mit Menschen, die andere Weltsichten haben. Der Kurs hat mich sprachfähig gemacht zu Themen, die mir in meinem Alltag ständig wieder begegnet sind.“

    Initiative aus dem wissenschaftlichen Mittelbau

    Aufgrund solcher Rückmeldungen kamen Lehrende aus dem wissenschaftlichen Mittelbau auf die Idee, ein spezielles Angebot für Studierende aus nicht-theologischen Fächern zu schaffen: „Theologie für Greenhorns“ war geboren.

    „Es geht uns ausdrücklich nicht darum, die Theologiestudierenden von den anderen Studierenden zu trennen“, sagt Mitinitiatorin Katharina Leniger. Vielmehr solle eine Möglichkeit der Annäherung an die Theologie geboten werden, ohne dass ein Teil der Studierenden gelangweilt und ein Teil überfordert ist. Die Hemmschwelle sei zudem deutlich geringer, wenn von vornherein klar ist, dass alle auf demselben Wissensstand sind.

    Die Seminare sollen auch dazu beitragen, theologische Themen stärker über die Fachgrenzen hinaus zu kommunizieren. Und das ist keine Einbahnstraße: „Die Begegnung mit Studierenden anderer Disziplinen lässt uns den eigenen fachlichen Horizont, unser Selbstverständnis und gängige Erklärungsmuster hinterfragen. Zudem schafft der Austausch Anregungen, eigene Themen in bestimmte Richtungen weiterzudenken“, so Mitinitiator Hendrik Weingärtner.

    Zwei theologische Fachbereiche pro Seminar

    Die Konzeption der Veranstaltung sieht vor, pro Semester jeweils zwei der vier theologischen Fachbereiche – systematische, biblische, historische und praktische Theologie – in einem zweistündigen Seminar zusammenzubringen. Im Wintersemester 2020/21 boten praktische und historische Theologie das Thema „Kirche im Nationalsozialismus“ an. Die Lehrenden waren Dr. Johanna Konrad-Brey (Fränkische Kirchengeschichte und Kirchengeschichte der Neuesten Zeit) und Dr. Peter Frühmorgen (Pastoraltheologie und Homiletik).

    Im Sommersemester 2021 wird es ein Seminar aus systematischer und biblischer Perspektive geben: „Apocalypse now! Motive des Weltuntergangs in biblischen Texten und technologischen Zukunftsdystopien“. Die Lehrenden sind Verena Sauer (Altes Testament und biblisch-orientalische Sprachen) und PD Dr. Johannes Grössl (Fundamentaltheologie und vergleichende Religionswissenschaft).

    Theologie bleibt relevant

    Die erste Bilanz der Lehrenden: „Das Format ist ein voller Erfolg. Es zeigt deutlich, dass es Möglichkeiten gibt, dem Lamento von der gesunkenen Relevanz der Theologie im gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurs etwas zu entgegnen. Und es macht deutlich, dass es Studierende gibt, die theologische Fragestellungen als spannend, relevant und diskussionswürdig für ihre Studien und ihr Leben wahrnehmen – unabhängig von der eigenen Religion oder Weltanschauung.“


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    PD Dr. Johannes Grössl, Lehrstuhl für Fundamentaltheologie und vergleichende Religionswissenschaft, T: +49 931 31-81173, johannes.groessl@uni-wuerzburg.de

    Katharina Leniger, Professur für Christliche Sozialethik, T: +49 931 31-84663, katharina.leniger@uni-wuerzburg.de

    Verena Sauer, Lehrstuhl für Altes Testament und biblisch-orientalische Sprachen, T: +49 931 31-81713, verena.b.sauer@uni-wuerzburg.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, jedermann
    Gesellschaft, Philosophie / Ethik, Religion
    überregional
    Studium und Lehre
    Deutsch


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