100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg: Vierte Auszeichnung für das Fraunhofer IPA

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12/03/2019 17:13

100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg: Vierte Auszeichnung für das Fraunhofer IPA

Hannes Weik Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

    Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau und die Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg haben heute Nachmittag das Planspiel »Digitalisierte Produktionssteuerung« bei »100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg« ausgezeichnet. Es ist bereits die vierte Ehrung für das Fraunhofer IPA seit Beginn des Wettbewerbs im Jahr 2015.

    Im Büro des Produktionsleiters klingelt das Telefon. Ein wichtiger Kunde ist am Apparat.
    Er hat eine Bestellung aufgegeben und erkundigt sich nach deren Verbleib. Der Produktionsleiter kann ihm spontan keine Antwort geben. Er verspricht, sich gleich wieder zu
    melden, springt auf, läuft hektisch alle Montagestationen ab und befragt die Mitarbeiter.
    Schließlich findet er die Ware halb fertig in einem Zwischenlager liegen. Der Monteur
    an der nachfolgenden Station ist noch nicht soweit. Der Zeitplan kann nicht eingehalten
    werden.

    Viele Mitarbeiter in der Produktion dürften mit dieser Situation vertraut sein. Auch im Planspiel »Digitalisierte Produktionssteuerung«, das Forscher vom Kompetenzzentrum
    DigITools am Fraunhofer IPA entwickelt haben, begegnet sie den Spielern. Ihre Aufgabe
    ist es, mobile Spielzeugroboter zu montieren – in Runde 1 nach den Kriterien der Lean
    Production, in Runde 2 unter den Bedingungen einer digitalisierten Produktion. Dabei
    schlüpft ein Spieler in die Rolle des Kunden, einer in die des Produktionsleiters – und
    maximal fünf weitere fungieren als Werker. Die Regeln: 1. Die Rollenverteilung wird über
    beide Runden beibehalten. 2. Wer Ausschuss produziert, hat keine Chance, den Fehler
    später zu beheben.

    Vorteile von Industrie 4.0 spielerisch erleben

    In der ersten Runde gibt der Kunde seine Bestellung telefonisch durch. Der Produktionsleiter nimmt den Auftrag entgegen und gibt ihn an die Werker weiter. Es gibt Laufzettel, Zwischenlager und Bauanleitungen auf Papier. Je nachdem, welcher Spielzeugroboter zusammengebaut werden soll – es gibt sechs verschiedene Ausführungen – müssen die Werker unterschiedliche Anleitungen befolgen. Gelegentlich sucht ein Werker die falsche heraus und verbaut zum Beispiel LED-Lichter anstelle von Ultraschallsensoren.

    In der zweiten Runde bestellt der Kunde über den Online-Shop. Das Manufacturing
    Execution System (MES) erstellt einen Auftrag, die Tablets der Werker spielen die jeweils
    gültige Bauanleitung aus. Die einzelnen Arbeitsschritte werden in Echtzeit dokumentiert,
    der Produktionsleiter weiß immer, welcher Auftrag gerade an welcher Montagestation
    bearbeitet wird und kann spontan Auskunft geben, wenn der Kunde anruft.
    Papier und Zwischenlager sind abgeschafft.

    Die beiden Runden dauern jeweils ungefähr eine Stunde. Am Ende des Spiels steht
    eine Feedback-Runde. Die Spieler ziehen gemeinsam Bilanz. »In der Regel kommen
    sie zu dem Ergebnis, dass sie in Runde 2 schneller gearbeitet und weniger Fehler gemacht haben«, sagt Ozan Yesilyurt, der das Planspiel zusammen mit seinem Kollegen
    Viorel Petrut Draghici betreut. »Den Werkern wird die Angst genommen, sie könnten
    mit den Tools einer digitalisierten Produktion nicht umgehen. Außerdem stellen sie fest,
    dass die Digitale Transformation ihre Arbeitsplätze nicht gefährdet, sondern sie bei
    ihren Aufgaben unterstützt. Produktionsleiter und Geschäftsführer bekommen einen
    Eindruck davon, welche Effizienzsteigerungen ihnen die Investition in Industrie-4.0-
    Anwendungen bescheren würde.«

    Planspiel ist vierter Ort für Industrie 4.0 am Fraunhofer IPA

    Staatssekretärin Katrin Schütz vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau
    Baden-Württemberg hat das Planspiel »Digitalisierte Produktionssteuerung« heute
    Nachmittag im Stuttgarter Neuen Schloss beim Wettbewerb »100 Orte für Industrie 4.0
    in Baden-Württemberg« ausgezeichnet. Es ist bereits die vierte Ehrung für das Fraunhofer IPA. In den Vorjahren haben das Wirtschaftsministerium und die Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg bereits das Applikationszentrum Industrie 4.0, das Future Work Lab und die Cloud-IT-Plattform Virtual Fort Knox ausgezeichnet.

    Wer das Planspiel »Digitalisierte Produktionssteuerung« spielen möchte, muss dafür
    aber gar nicht das Fraunhofer IPA in Stuttgart besuchen. »Wir kommen gerne vorbei«,
    sagt Yesilyurt. »Ein herkömmliches Besprechungszimmer mit U-förmig aufgestellten
    Tischen reicht völlig. Alles andere bringen wir mit.«


    Contact for scientific information:

    Ozan Yesilyurt | Telefon +49 711 970-1778 | ozan.yesilyurt@ipa.fraunhofer.de | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA | www.ipa.fraunhofer.de


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    Criteria of this press release:
    Journalists
    Mechanical engineering
    transregional, national
    Contests / awards
    German


    Beim Planspiel »Digitalisierte Produktionssteuerung« schlüpft ein Spieler in die Rolle des Kunden, einer in die des Produktionsleiters – und maximal fünf weitere fungieren als Werker.


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    Die Spieler montieren mobile Spielzeugroboter – in Runde 1 nach den Kriterien der Lean Production, in Runde 2 unter den Bedingungen einer digitalisierten Produktion.


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