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26.10.2011 11:01

Bevölkerungsprognose: Zahl der Hochbetagten wird rasant zunehmen

Ute Friedrich Pressestelle
Bertelsmann Stiftung

    Bertelsmann Stiftung veröffentlicht Vorausberechnung bis 2030 – Daten und Fakten für rund 3.200 Kommunen ab sofort im Internet abrufbar

    Durch die rasante Zunahme der hochbetagten Menschen stehen die deutschen Städte und Gemeinden vor sehr großen Herausforderungen. Nach einer neuen Bevölkerungsprognose der Bertelsmann Stiftung wird die Zahl der über
    80-jährigen Einwohner bis zum Jahr 2030 bundesweit um fast 60 Prozent zunehmen. Die Spanne reicht von einer moderaten Zunahme der Hochbetagten in der kreisfreien Stadt Coburg (Bayern) bis zu einem Spitzenwert von 139 Prozent im Landkreis Bad Doberan (Mecklenburg-Vorpommern). Unter www.wegweiser-kommune.de können ab sofort Daten und Fakten zu den Auswirkungen des demographischen Wandels für alle Kommunen ab 5.000 Einwohnern abgerufen werden.

    Im Bundesländervergleich sind besonders starke Zunahmen bei den Hochbetagten in Brandenburg (93 Prozent) und Berlin (92 Prozent) zu erwarten. Es folgen Mecklenburg-Vorpommern (80 Prozent) und Schleswig-Holstein (77 Prozent). Das breite Mittelfeld führen die beiden südlichen Bundesländer Baden-Württemberg (66 Prozent) und Bayern (64 Prozent) an. Es folgen Thüringen (59 Prozent), Niedersachsen (58 Prozent), Hessen (56 Prozent), Sachsen (53 Prozent) und Sachsen-Anhalt (51 Prozent). Vergleichsweise moderat wird der Anstieg der über 80-Jährigen bis zum Jahr 2030 in Nordrhein-Westfalen (49 Prozent), Rheinland-Pfalz (48 Prozent), Hamburg (44 Prozent), Bremen (42 Prozent) und dem Saarland (41 Prozent) ausfallen.

    Nach den Vorausberechnungen der Bertelsmann Stiftung nimmt vor allem die Zahl der hochbetagten Männer stark zu. Sie wird sich bis zum Jahr 2030 mehr als verdoppeln (+ 103 Prozent). Die Zahl der über 80-jährigen Frauen wird dagegen nur um knapp 40 Prozent zunehmen. Die Alterung in Deutschland schreitet aber auch insgesamt voran. Bis 2030 wird die Hälfte der Einwohner älter als 49 Jahre sein. Besonders stark altern Sachsen-Anhalt und Thüringen. Hier wird die Hälfte der Bevölkerung 2030 älter als 54 Jahre sein.

    Die Bertelsmann Stiftung hat ihre bundesweite Bevölkerungsprognose für rund 3.200 Kommunen gerechnet. Danach wird Deutschland bis 2030 die Grenze von 80 Millionen Einwohnern unterschreiten. Regional gibt es eine breite Streuung der vorausberechneten Bevölkerungsentwicklung. Deutliche Zuwächse sind für die Stadtstaaten Hamburg (+ 7 Prozent) und Berlin (+ 6 Prozent) zu erwarten. Weitere stark wachsende Großstädte sind München (+ 15 Prozent), Dresden (+ 12 Prozent) und Leipzig (+ 9 Prozent). Zu den stark schrumpfenden Städten gehören Suhl in Thüringen
    (- 26 Prozent), Dessau (- 22 Prozent) und Salzgitter (- 19 Prozent).

    "Unsere Bevölkerungsprognose zeigt sehr deutlich, wo die deutschen Kommunen ihre Planungen überdenken müssen", sagte Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, bei der Veröffentlichung der Daten. Zu den Herausforderungen gehörten der steigende Bedarf an Pflegekräften, die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sowie die Anpassung der Pflegeinfrastruktur (Tagespflege, Kurzzeitpflege und vollstationäre Pflege).

    Die Bertelsmann Stiftung stellt mit ihrem Online-Portal www.wegweiser-kommune.de allen Städten und Gemeinden in Deutschland mit mehr als 5.000 Einwohnern Daten, Bevölkerungsprognosen und konkrete Handlungskonzepte für die kommunale Praxis zur Verfügung. Für 2.943 Städte und Gemeinden, in denen etwa 86 Prozent der Bevölkerung Deutschlands leben, und 301 Landkreise ermöglicht der Wegweiser Kommune so einen Blick auf die Entwicklung in den Politikfeldern Demographischer Wandel, Finanzen, Bildung, soziale Lage und Integration.

    Rückfragen an: Carsten Große Starmann, Telefon: 0 52 41 / 81-81 228
    E-Mail: Carsten.Grosse.Starmann@Bertelsmann-Stiftung.de

    Petra Klug, Telefon: 0 52 41 / 81-81 347
    E-Mail: Petra.Klug@Bertelsmann-Stiftung.de


    Weitere Informationen:

    http://www.bertelsmann-stiftung.de finden Sie Länderberichte und Karten als Download.


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Gesellschaft, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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