idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
25.07.2017 09:28

Projektstart: Neue statistische Verfahren zur Überprüfung von Arzneimittel-Generika

Dr. Julia Weiler Dezernat Hochschulkommunikation
Ruhr-Universität Bochum

    Ob ein Generikum tatsächlich auf die gleiche Weise wirkt wie die Originalarznei, soll künftig mit verbesserten statistischen Methoden überprüfbar sein. Das Team vom Lehrstuhl für Stochastik der Ruhr-Universität Bochum (RUB) entwickelt dazu neue mathematische Verfahren, gemeinsam mit Kollegen des Pariser Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale. Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA, die Food and Drug Administration, fördert das Projekt mit rund 800.000 US-Dollar für zwei Jahre.

    Möchte ein Pharmakonzern ein nachgemachtes Medikament mit gleichem Wirkstoff wie im Originalpräparat auf den Markt bringen, muss er zunächst nachweisen, dass sich das Generikum genauso schnell im Blut auflöst wie das Original; dann kann man davon ausgehen, dass beide Medikamente therapeutisch gleichwertig sind.

    Diese sogenannte Bioäquivalenz wird in Pharmakokinetik-Studien an freiwilligen Probanden getestet, bei denen die Konzentration des Wirkstoffs im Blut über die Zeit hinweg erfasst wird. Die daraus resultierende Konzentrationskurve wird mathematisch ausgewertet. Klassische Verfahren berücksichtigen dabei zwei Parameter: die Fläche unter der Konzentrationskurve und die maximale Wirkstoffkonzentration im Blut.

    Strengere Richtlinien für neue Medikamente

    Konzentrationskurven können aber sehr unterschiedliche Verläufe haben, auch wenn die Fläche unter der Kurve und die maximale Wirkstoffkonzentration gleich sind. „Dann kann es sein, dass ein Generikum als therapeutisch gleichwertig zum Original deklariert wird, obwohl die maximale Wirkstoffkonzentration vielleicht erst viel später erreicht wird“, erklärt Prof. Dr. Holger Dette, der an der RUB gemeinsam mit Dr. Kathrin Möllenhoff an neuen Verfahren arbeitet. Diese sollen den gesamten Verlauf der Wirkstoffkonzentration von zwei Präparaten vergleichen können.

    Das langfristige Ziel des Projekts ist, dass die Zulassungsbehörden die neuen Verfahren in ihre Richtlinien aufnehmen. „Dann können Ärzte und Patienten sicher sein, dass ein Generikum auch wirklich genauso wirksam wie das Original ist“, sagt Kathrin Möllenhoff.

    Zum Projekt

    Die deutschen und französischen Forscher kooperieren in dem Projekt „Evaluation of Model-Based Bioequivalence – Statistical approaches for sparse designs PK studies“ mit der FDA und verschiedenen Partnern aus der Pharmaindustrie, nämlich Servier, Roche und Novartis.

    Pressekontakt

    Prof. Dr. Holger Dette
    Lehrstuhl für Stochastik
    Fakultät für Mathematik
    Ruhr-Universität Bochum
    Tel.: 0234 32 28284
    E-Mail: holger.dette@rub.de


    Bilder

    Konzentrationsverlauf zweier hypothetischer Medikamente: Auch wenn die Fläche unter der Kurve und die maximale Konzentration identisch sind, kann sich der Verlauf der Kurve unterscheiden.
    Konzentrationsverlauf zweier hypothetischer Medikamente: Auch wenn die Fläche unter der Kurve und di ...
    Quelle: © RUB, Lehrstuhl für Stochastik


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Mathematik, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Konzentrationsverlauf zweier hypothetischer Medikamente: Auch wenn die Fläche unter der Kurve und die maximale Konzentration identisch sind, kann sich der Verlauf der Kurve unterscheiden.


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).