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30.08.2019 23:05

Lehrende und Studierende der BTU forschen zum Leben und Wohnen im Alter

Ralf-Peter Witzmann Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

    „Wie altersfreundlich ist Ihre Gemeinde?“ In einem aktuellen Projekt des Fachgebietes Pflegewissenschaft und klinische Pflege der BTU Cottbus–Senftenberg mit dem Landkreis Elbe-Elster wird dieser Frage auf den Grund gegangen.
    Ziel des vom Land Brandenburg geförderten Projektes „Leben und Wohnen im Alter“ ist es, altersfreundliche Gemeinden im Landkreis Elbe-Elster entstehen zu lassen. Partner des BTU-Teams ist die Stabsstelle Sozialplanung/Daseinsvorsorge des Landkreises unter Leitung von Anne-Marie Gundermann. Unter Leitung von Prof. Juliane Eichhorn und der akademischen Mitarbeiterin Barbara Erjauz arbeiten an der BTU Studierende aller drei gesundheitsbezogenen Studiengänge darin mit.

    Im Rahmen des im Oktober 2017 gestarteten Projektes, das noch bis September 2020 läuft, werden Stärken und Schwächen ausgewählter ländlicher Regionen erhoben. Ein konkretes Maßnahmen- und Versorgungskonzept wird darauf aufbauend entwickelt. Konkret einbezogen sind das Amt Schlieben, die Kleinstädte Falkenberg und Schönewalde und sogar die Kreisstadt Herzberg mit zahlreichen Ortsteilen.

    „Zunächst stand vor uns die Aufgabe, einen wissenschaftlich fundierten Fragebogen zu erstellen“, berichtet Lisa Barowsky. Sie schloss 2018 ihr Bachelorstudium der Pflegewissenschaft an der BTU in Senftenberg ab und nahm hier das Masterstudium der Berufspädagogik für Gesundheitsberufe auf. Parallel arbeitet sie seit August 2018 im Projekt „Leben und Wohnen im Alter“ mit. Inzwischen verstärken auch die Studierenden Juliane Tackenberg aus der Pflegewissenschaft und Ferdinand Prüfer aus den Therapiewissenschaften das interdisziplinäre Team.

    Unter anderem wurden sieben Kernpunkte einer ländlichen altersfreundlichen Gemeinde erfasst, wobei sich Mobilität und Transport, altersgerechtes Wohnen sowie öffentliche Räume und Gebäude als besonders wichtig erwiesen. Aber auch gesellschaftliche Teilnahme, Kommunikation und Integration, Ehrenamtliches Engagement, Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen und Pflege sind für die zahlreich Befragten von Bedeutung. Bestätigt wurde dabei der größte Wunsch der meisten älteren Menschen, so lange wie möglich im eigenen Haushalt oder zumindest in der gewohnten Umgebung zu verbleiben.

    „Um die notwendigen Informationen zu bekommen und Vertrauen aufzubauen, sind wir zum Beispiel in Vereine, auf öffentliche Veranstaltungen und sogar auf Wochenmärkte gegangen, erinnert sich Lisa Barowsky. Dabei zeigte sich, dass viele Punkte auch für die jüngere Bevölkerung relevant sind. So ist Barrierefreiheit im öffentlichen Raum für Eltern mit Kinderwagen und für Rollstuhlfahrer wichtig. Insbesondere ist Kopfsteinpflaster sehr problematisch. Mit Firmen für Medizintechnik sind wir im Gespräch, um Hilfsmittel situationsgerecht anzupassen.“

    Die Analyse ist nun abgeschlossen. In der aktuellen Initialisierungsphase werden Maßnahmen festgelegt, die es dann bis hin zur Beschaffung von Fördermitteln umzusetzen gilt. Erste Erfolge konnten bereits erzielt werden. So sollen Gehwege in Schlieben, zum Stadtbild passend, mit großen ebenen Granitplatten ausgestattet werden. Für die Einrichtung einer Verkaufsinsel in der Schliebener Gemeinde Hohenbucko hat die Fachstelle Altern und Pflege im Quartier im Land Brandenburg bereits Fördermittel bewilligt. Mobile Dienstleister, wie Bäcker, Fleischer und Getränkeversorger sollen an diesem sozialen Treffpunkt für die Bevölkerung präsent sein.

    „Das alles ist nur in intensivem Kontakt mit der Bevölkerung und mit Unterstützung der Verantwortungsträger in den Kommunen möglich“, so Prof. Eichhorn. Die Ergebnisse des Projektes „Leben und Wohnen im Alter“ werden veröffentlicht und sollen auch Gemeinden in anderen Regionen zugutekommen. Ein weiteres Projekt zum Thema Wohnraum soll darauf aufbauen.

    Das Projekt „Leben und Wohnen im Alter“ wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg (MASGF) gefördert.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. rer. cur. Juliane Eichhorn
    Pflegewissenschaft und klinische Pflege
    T +49 (0) 3573 85-732
    juliane.eichhorn(at)b-tu.de


    Weitere Informationen:

    https://www.b-tu.de/pflegewissenschaft-bs-fh/ - zum Studiengang Pflegewissenschaft
    https://www.b-tu.de/therapiewissenschaft-bs-fh/ - zum Studiengang Therapiewissenschaftem
    https://www.b-tu.de/berufspaedagogik-ma/ - zum Studiengang Berufspädagogik für Gesundeheitsberufe
    https://www.b-tu.de/studium/studienangebot Studienangebot der BTU Cottbus–Senftenberg, noch bis 30.9. steht das Bewerbungsportal für ein Studium zum Wintersemester 2019/20 offen


    Bilder

    Die Studentinnen und Projektmitarbeiterinnen Lisa Barowsky (li) und Juliane Tackenberg prüfen die Möglichkeit, sich per Rollstuhl auf Kopfsteinpflaster fortzubewegen.
    Die Studentinnen und Projektmitarbeiterinnen Lisa Barowsky (li) und Juliane Tackenberg prüfen die Mö ...
    Quelle: Foto: BTU Cottbus - Senftenberg


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


     

    Die Studentinnen und Projektmitarbeiterinnen Lisa Barowsky (li) und Juliane Tackenberg prüfen die Möglichkeit, sich per Rollstuhl auf Kopfsteinpflaster fortzubewegen.


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