idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
04/12/2024 12:38

Neue Studie: Ungünstige Kohlenhydrate früh am Morgen – ein mögliches Problem für „Eulen“

Johanna Pietsch Stabsstelle Presse, Kommunikation und Marketing
Universität Paderborn

    Eine kohlenhydratreiche Mahlzeit am Morgen löst einen geringeren Glukoseanstieg aus als dieselbe Mahlzeit am Abend – das ist der Stand der Wissenschaft. Neueste Ergebnisse zeigen jetzt: Das ist nicht bei allen Menschen so und hängt von der „inneren Uhr“ ab. Ein fester Tagesablauf, vorgegeben durch Studium oder Job, führt häufig dazu, dass insbesondere junge Erwachsene gegen ihre innere Uhr essen.

    Die Typen „Lerche“ und „Eule“ unterscheiden sich ihrem sogenannten zirkadianen Rhythmus (Chronotyp) – Lerchen stehen früh auf und essen früher, während Eulen biologisch bedingt länger schlafen und später essen. Wissenschaftlerinnen der Universität Paderborn haben untersucht, inwieweit sich dies auf den Glukosespiegel auswirkt. Die Ergebnisse wurden im renommierten „European Journal of Nutrition“ veröffentlicht.

    „Essen gegen die innere Uhr betrifft auch Studierende in besonderem Maße, die z. B. früh morgens frühstücken, obwohl sie sich aufgrund ihres späten Chronotyps noch in der biologischen Schlafphase befinden. Auf der anderen Seite führen soziale Aktivitäten manchmal dazu, dass Menschen mit einem frühen Chronotyp ‚zu spät‘ ihr Abendessen verzehren. Daher wollten wir in unserer Studie untersuchen, ob sich die tageszeitlichen Unterschiede in der Glukoseantwort auch bei Studierenden mit einem frühen und späten Chronotyp finden“, erklärt Dr. Bettina Krüger vom Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit der Universität Paderborn.

    Nach einem Screening, bei dem 327 Studierende im Alter von 18 bis 25 Jahren untersucht wurden, nahmen 45 Studierende mit dem frühsten und spätesten Chronotyp an einer kontrollierten Ernährungsstudie teil, die von September bis Dezember 2020 durchgeführt wurde. Die Teilnehmenden erhielten alle Mahlzeiten und Snacks, die sie zu vorgegebenen Uhrzeiten verzehrten. An einem Tag verzehrten die Studierenden eine Mahlzeit, die einen hohen Glukoseanstieg auslöst, also einen hohen glykämischen Index hat, um 7 Uhr morgens, an einem weiteren Tag um 20 Uhr abends. Die Glukoseantwort wurde mit einem kontinuierlichen Glukosemessgerät gemessen.

    „Wie erwartet zeigten Studierende mit einem frühen Chronotyp – die Lerchen – eine höhere Glukoseantwort auf die abendlich verzehrte Mahlzeit. Bei den Studierenden mit einem späten Chronotyp – den Eulen – war die morgendliche Antwort jedoch ähnlich hoch wie am Abend. Die Ergebnisse für die Lerchen unterstreichen die über den Tagesverlauf abnehmende Glukosetoleranz, das heißt die Fähigkeit, Glukose im Blut zu regulieren. Überraschend waren für uns die Ergebnisse für die Eulen“, sagt Bianca Stutz, die im Rahmen der Studie „Chronotype and Nutrition“ („ChroNu-Studie“) an der Universität Paderborn promoviert. „Ein sehr frühes Frühstück scheint für Eulen kritisch zu sein, wenn es reichlich ungünstige Kohlenhydrate enthält. Eulen sollten daher nicht nur abends, sondern auch morgens auf die Qualität der Kohlenhydrate achten und lieber später frühstücken, indem sie zum Beispiel ihr Frühstück mit in die Universität nehmen“, erklärt Studienleiterin Prof. Dr. Anette Buyken. Außerdem lassen die Ergebnisse schlussfolgern, dass ein Essen spät abends nachteilig für die Glukoseantwort ist – unabhängig vom Chronotyp.

    Die „ChroNu-Studie“ ist Teil einer Kooperation mit der Universität Bonn und dem Deutschen Diabetes Zentrum in Düsseldorf und wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

    Das Team um Buyken widmet sich in Forschung und Lehre vielfältigen Aspekten der Ernährungswissenschaft. Am Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit der Universität Paderborn leitet Buyken die Arbeitsgruppe „Public Health Nutrition“ und ist u. a. zuständig für den Studiengang „Ernährungslehre“ im Bereich „Lehramt für Gymnasien und Gesamtschulen“.

    Weitere Informationen gibt es unter: https://sug.uni-paderborn.de/ekg/phn


    Contact for scientific information:

    Prof. Dr. Anette Buyken, Fakultät für Naturwissenschaften der Universität Paderborn, Fon: +49 5251 60-3756, E-Mail: anette.buyken@uni-paderborn.de


    Original publication:

    https://link.springer.com/article/10.1007/s00394-024-03372-4


    Images

    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars
    Nutrition / healthcare / nursing
    transregional, national
    Research results
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).