idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
02/25/2016 15:27

Preis für Bandwurmforscher

Robert Emmerich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Der Bandwurm-Experte Professor Klaus Brehm und sein Team von der Uni Würzburg erhalten den mit 5.000 Euro dotierten Memento-Forschungspreis 2016. Damit wird ihr Einsatz im Kampf gegen vernachlässigte Krankheiten gewürdigt.

    Das Erbgut von Fuchs-, Schweine-, Hunde- und Zwergbandwurm ist entschlüsselt: Das berichtete ein internationales Forschungsteam 2013 in der Zeitschrift „Nature“. Die Wissenschaftler zeigten in der Publikation auch mögliche neue Schwachstellen der gefährlichen Parasiten auf. Mit im Team: Der Fuchsbandwurm-Experte Professor Klaus Brehm vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

    Für diese Leistung bekamen der Forscher und seine Arbeitsgruppe jetzt den Memento-Forschungspreis verliehen. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde am 24. Februar 2016 in Berlin überreicht. Mitglieder der Gruppe sind Monika Bergmann, Dirk Radloff, Markus Spiliotis, Michaela Herz; Raphael Duvoisin, Ilka Wittstock, Julian Krickl sowie die ehemaligen Mitarbeiter Uriel Koziol und Justin Nono.

    „Die bahnbrechende Beschreibung des Genoms und der globalen Genexpression des Fuchsbandwurms bildet die entscheidende Grundlage für die Entwicklung von Medikamenten gegen Bandwurmerkrankungen“, so Professor Stefan Kaufmann, Vorsitzender der Preisjury und Direktor des Arbeitsbereichs Immunologie am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie (Berlin).

    "Für Anti-Faltencremes wird mehr Aufwand getrieben"

    Nach wie vor wisse man viel zu wenig über die Erreger sowie über die Entstehung anderer vernachlässigter und mit Armut assoziierter Krankheiten. Dabei sei dieses Wissen entscheidend für die Entwicklung von dringend benötigten Medikamenten, Impfstoffen und Diagnostika gegen diese Krankheiten, an denen Millionen Menschen weltweit leiden, so Kaufmann.

    „Wir können es uns nicht länger leisten, die Grundbedürfnisse eines Drittels der Menschheit zu ignorieren“, sagt Professor Brehm. Das betreffe auch Infektionskrankheiten. Um wirksame Medikamente gegen vernachlässigte Krankheiten zu entwickeln, sei solide Grundlagenforschung an den Krankheitserregern nötig. Dafür werde in den Industrienationen zu wenig getan: „Wir investieren hierzulande weniger in die Bekämpfung tödlicher, vernachlässigter Krankheiten als in die Entwicklung neuer Anti-Faltencremes. Ich sehe da ein gewisses Missverhältnis“, so Brehm.

    Gefährlich sind die Larven der Würmer

    Millionen Menschen weltweit leiden an der Schlafkrankheit, an Chagas, Tuberkulose oder anderen Erkrankungen, für die es keine hinreichenden Behandlungsmöglichkeiten gibt und in deren Erforschung kaum investiert wird. Dazu zählen auch Infektionen mit Bandwürmern, die vor allem in den Tropen dort verbreitet sind, wo Menschen unter schlechten hygienischen Bedingungen eng mit Tieren zusammenleben.

    Bandwürmer leben im Darm und nehmen ihren Wirten Nährstoffe weg, richten damit aber keine gravierenden Schäden an. Viel schlimmer sind ihre Larven: Sie setzen sich in Leber, Lunge, Gehirn oder anderen Organen fest und bilden dort Zysten, die teils zur Größe eines Handballs heranwachsen. Für die Infizierten kann das gravierende Folgen wie Erblindung, Epilepsie oder Leberversagen haben und auch zum Tod führen. Laut Brehm gibt es derzeit keine Therapie, mit der sich die Bandwurmlarven zuverlässig abtöten lassen.

    Vier Initiativen loben den Preis aus

    Der Memento-Preis wurde zum insgesamt dritten Mal vergeben. Ausgelobt wird er von den Initiativen Ärzte ohne Grenzen, Brot für die Welt, der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe und der BUKO Pharma-Kampagne.

    Als Forschungspreis geht er an Menschen, die sich in bemerkenswerter Weise für die Gesundheit vernachlässigter Patienten einsetzen. Zusätzlich geht der Memento-Journalistenpreis an Personen, die das Thema der breiten Öffentlichkeit ins Bewusstsein rufen. Preisträger 2016 ist Martin Mehringer für seinen Artikel „Heilung an Bord“, der am 1. Februar 2015 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erschienen ist.

    Kontakt

    Prof. Dr. Klaus Brehm, Institut für Hygiene und Mikrobiologie, Universität Würzburg, T (0931) 31-46168, kbrehm@hygiene.uni-wuerzburg.de


    More information:

    http://www.memento-preis.de/ Zur Website des Memento-Preises
    http://www.hygiene.uni-wuerzburg.de/forschung/ag_brehm/ Zur Homepage von Prof. Dr. Klaus Brehm


    Images

    Klaus Brehm bei der Verleihung des Memento-Forschungspreises in Berlin.
    Klaus Brehm bei der Verleihung des Memento-Forschungspreises in Berlin.
    (Foto: Stephanie Pilick)
    None


    Criteria of this press release:
    Journalists, all interested persons
    Biology, Medicine
    transregional, national
    Personnel announcements, Research projects
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).