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Veranstaltung


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04.07.2016 - 15.07.2016 | Hamburg

Crises in Historical Perspective

Der Arbeitsbereich Alte Geschichte der Universität Hamburg veranstaltet im Juli dieses Jahres eine internationale Summer School zum Thema Krisenphänomene im diachronen Vergleich. Über zwei Wochen werden Experten und teilnehmende Studierende in Vorträgen und Diskussionen krisenhafte Erscheinungen analysieren und vergleichen. Partnerland ist Griechenland, die Teilnahme griechischer Gaststudenten wird gefördert.

Ziel der Summer School ist es, den Magistranden und Doktoranden der Altertumswissenschaften bzw. der Byzantinistik oder der Mittelalterlichen Geschichte einen quellenfundierten Überblick über Krisenphänomene in der griechischen Welt der Vormoderne zu geben. Dabei reicht das zeitliche Spektrum von der Agrar- und Schuldenkrise im archaischen Athen (6. Jh. v. Chr.) bis zum Johanniterorden auf Rhodos (15. Jh. n. Chr.)

Die Epochen können jeweils nur anhand eines paradigmatischen Beispiels beleuchtet werden. Dennoch ergibt sich ein gewisser Schwerpunkt in der hellenistischen Geschichte: die hellenistischen Königreiche waren zu schwach und politisch instabil als dass sie eine dauerhafte Friedensordnung mit einer gut funktionierenden Infrastruktur und Verwaltung hätten aufbauen können. Die römische Provinzialisierung der griechischen Welt führte zwar zu mehr politischer Stabilität, allerdings kam es immer wieder zu krisenhaften Zuspitzungen in Form von Revolten und Aufständen, insbesondere in Ägypten mit seiner komplizierten ethnischen und religiösen Gemengelage. Die römische Herrschaft wurde jedoch nicht nur geduldet bzw. abgelehnt, sondern konnte durchaus auch als Chance für den eigenen sozialen Aufstieg begriffen werden, wie am Beispiel Kleinasiens deutlich gemacht werden wird. Die Krisen in der Spätantike unter Justinian bilden schließlich eine thematische Brücke zu Rhodos im späten Mittelalter. Anhand des archäologisch bestens erforschten Heiligtums von Olympia lassen sich als case study Krisen an einem Ort sogar durch verschiedene Epochen hindurch nachverfolgen.

Auf diese Weise vermittelt die Sommerschule einen breiten Überblick über Krisenphänomene zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten der vormodernen griechischsprachigen Welt. Die Konflikte sind in ihren Typen, konkreten Ausprägungen, in ihren zum Teil lange Zeit zurückliegenden Gründen sowie konkreten Anlässen, in ihrem Verlauf wie in ihren kurz- und langfristigen Folgen höchst divers. Bei aller Vielfalt werden sich Gemeinsamkeiten ebenso wie Unterschiede zwischen Epochen und Räumen abzeichnen.

Kulturelles Begleitprogramm an einigen Nachmittagen:

- Ausflug nach Lübeck mit Stadtführung und Besuch des Thomas Mann-Hauses
- Historische Führung durch das Universitätsviertel (jüdische Vergangenheit)
- Besuch des Maritimen Museums und des Auswandererhauses Ballinstadt

Diese Summer School wird gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst e. V. (DAAD) aus Mitteln des Auswärtigen Amtes (AA). Die Bewerbung erfolgt über ein kurzes Motivationsschreiben (max. 500 Wörter) und einem Lebenslauf an Werner Rieß (werner.riess@uni-hamburg.de). Die Teilnahme ist kostenlos. Zuschüsse seitens des DAAD sind nur für ausländische Studierende verfügbar. Die Teilnehmer kümmern sich selbst um eine Unterkunft. Ende der Bewerbungsfrist: 29. April 2016.

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This summer school aims at introducing graduate and PhD students of Classics, Byzantine studies and Medieval History to the phenomenon of crises in the pre-modern Greek world. The chronological spectrum ranges from the agrarian and debt crisis in archaic Athens (6 c. BCE) to the Order of St.
John on Rhodes (15 c. CE). These long periods will be examined by several case studies.

One focus is on the Hellenistic age. The kingdoms of this epoch were too weak and politically unstable as to allow for long-term peace, a functional infrastructure and administration to be sustained. Roman influence and conquest of the East led to more stability, but also generated critical conflicts such as revolts and uprisings. This was especially the case in Egypt, due to its complex religious and ethnic mélange. On the other hand, Roman rule also provided the chance for individual social advancement, as is exemplified by Asia Minor. The crises in late Antiquity during Justinian's reign were carried over to Rhodes in late medieval times. Based on the excellent archaeological remnants of the sanctuary of Olympia, it is possible to study cases of conflict in one place over the period of several centuries.

Thus, our summer school provides a broad view of crisis phenomena in different times and places of the pre-modern Greek-speaking world. A diversity can be observed in the types, manifestations, reasons, occasions, and processes of crisis phenomena, as well as their short and long-term consequences. The approaches to solve these conflicts were equally diverse and are characterized by various levels of success.

Cultural program during several afternoons:
- Trip to Lübeck with guided city tour and visit of the Thomas Mann-Haus
- Historical guided tour through the university quarter (Jewish past)
- Visit of the Maritimes Museum and the Auswandererhaus Ballinstadt

This summer school is funded by the DAAD with funding by the Federal Foreign Office. For applications, please send a short letter of intent (500 words max.) and a CV to Werner Riess (werner.riess@uni-hamburg.de). The participation is free. DAAD university summer course scholarships are only available for foreign students. Participants are personally responsible for arranging their accommodation. Deadline for the application: April 29, 2016.

Programm
Monday, 04. 07.
Werner Riess (Hamburg), Solon – the first „European“ Reformer and Crisis Manager? (Solon and the Crisis in Archaic Athens)

Tuesday, 05. 07.
Thomas Kruse (Vienna), Rebellious Egyptians and Rebellious Jews: Administrative and Legal Reactions to Native Uprisings in Ptolemaic and Roman Egypt

Public Lecture by Kaja Harter-Uibopuu “Vertreibung und Wiedereingliederung: Bürgerkriege und ihre Folgen in der griechischen Polis”

Wednesday, 06.07.
Ioannis Xydopoulos (Thessaloniki), The Honorary Title of euergetes in Macedonian Inscriptions

Thursday, 07.07.
Martin Dreher (Magdeburg), Crises in Ancient Sicily

Friday, 08.07.
Helmut Halfmann (Hamburg), Awareness of Crises and Crisis Management in Roman Asia Minor: The Second Sophistic

Monday, 11.07.
Kaja Harter-Uibopuu (Hamburg), Historical and Juridical Aspects of Internal Crises in Hellenistic Cities

Tuesday, 12.07.
Andreas Gkoutzioukostas (Thessaloniki), Internal Crises under the Reign of Justinian I (527-565 CE)

Wednesday, 13.07.
Jürgen Sarnowsky (Hamburg), Living with the Crisis: The Knights of St John on 15th-Century Rhodes

Thursday, 14.07.
Field trip to Lübeck (Guided Historical City Tour, Introduction to the Hanse, visit to Thomas Mann Haus)

Friday, 15.07.
Reinhard Senff (Athens/Olympia), Crises in Olympia: Case Studies from Different Epochs

Hinweise zur Teilnahme:
Die Teilnahme ist kostenlos, die Teilnehmerzahl ist auf 30 begrenzt.
Kosten für An- und Abreise sowie Unterkunft und Verpflegung sind selbst zu tragen.
Reise- und Übernachtungskosten von Teilnehmern aus dem Ausland werden mit bis zu 600 € gefördert.

Bewerbungen mit kurzem Lebenslauf an: werner.riess@uni-hamburg.de

Termin:

04.07.2016 - 15.07.2016

Anmeldeschluss:

29.04.2016

Veranstaltungsort:

Universität Hamburg, Philosophenturm, Von-Melle-Park 6
20146 Hamburg
Hamburg
Deutschland

Zielgruppe:

Studierende

Relevanz:

international

Sachgebiete:

Geschichte / Archäologie, Philosophie / Ethik

Arten:

Seminar / Workshop / Diskussion

Eintrag:

17.03.2016

Absender:

Birgit Kruse

Abteilung:

Referat Medien- und Öffentlichkeitsarbeit

Veranstaltung ist kostenlos:

nein

Textsprache:

Deutsch

URL dieser Veranstaltung: http://idw-online.de/de/event53633


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