Debatten um Gendern, Identitätspolitik oder den Status wissenschaftlicher Erkenntnis werden heute oft als Ausdruck einer neuartigen gesellschaftlichen Polarisierung verstanden. Begriffe wie „Kulturkrieg“ oder „Kampf um Werte“ dienen dabei zur Beschreibung scheinbar unversöhnlicher Gegensätze, um die herum Rote Linien zur Markierung von Fronstellungen gezogen werden. Doch wie neu sind diese Konfliktmuster tatsächlich?
Die Veranstaltung nimmt den Begriff des „Kulturkriegs“ aus historischer Perspektive in den Blick und fragt nach strukturellen Parallelen zwischen aktuellen Auseinandersetzungen und ideologischen Debatten des 19. Jahrhunderts. Bereits damals entzündeten sich heftige Kontroversen an Fragen von Sprache, Moral, Religion, Wissenschaft und gesellschaftlicher Ordnung – Konflikte, in denen es weniger um einzelne Sachfragen als um konkurrierende Weltdeutungen und kulturelle Deutungshoheiten ging. Zu denken ist hierbei um Auseinandersetzungen um Materialismus, Darwinismus oder die Grenzen des Naturerkennens.
Ausgehend von literatur-, ideen- und philosophiegeschichtlichen Perspektiven diskutieren die Literarturwissenschaftlerin Barbara Beßlich (Universität Heidelberg) und Kurt Bayertz (Universität Münster), wie der Begriff „Kulturkrieg“ historisch entstanden ist, welche Funktionen er in unterschiedlichen Kontexten erfüllte und was gewonnen – oder verzerrt – wird, wenn er zur Beschreibung gegenwärtiger Konflikte herangezogen wird.
Ziel der Veranstaltung ist es, aktuelle Debatten nicht zu relativieren, sondern sie in längeren historischen Linien verständlicher zu machen. Der Blick zurück soll helfen, gegenwärtige Polarisierungen präziser einzuordnen und die Dynamiken ideologischer Konflikte jenseits tagespolitischer Zuspitzungen zu reflektieren.
Referent:innen
Kurt Bayertz, Universität Münster
Barbara Beßlich, Universität Heidelberg
Moderation
Hanna Engelmeier, KWI
Hinweise zur Teilnahme:
Teilnahme vor Ort
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Teilnahme via Zoom
Für eine Teilnahme via Zoom folgen Sie beizeiten bitte dem Link auf der KWI-Website.
Veranstalter
Eine Veranstaltung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI).
Termin:
08.07.2026 ab 18:30
Veranstaltungsort:
Online (Zoom) & Gartensaal, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Goethestraße 31
45128 Essen
Nordrhein-Westfalen
Deutschland
Zielgruppe:
Wissenschaftler, jedermann
E-Mail-Adresse:
Relevanz:
regional
Sachgebiete:
Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Politik, Sprache / Literatur
Arten:
Seminar / Workshop / Diskussion, Vortrag / Kolloquium / Vorlesung
Eintrag:
04.02.2026
Absender:
Anna Abbenhaus
Abteilung:
Pressestelle
Veranstaltung ist kostenlos:
ja
Textsprache:
Deutsch
URL dieser Veranstaltung: http://idw-online.de/de/event80922
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