Als Judith Butler im März 2024 in Paris die Hamas-Attacken als »bewaffneten Widerstand« charakterisierte, stand die globale Presse Kopf. Die Kritik reichte von »verstörender Kälte« bis zu »intellektueller Kapitulation«. Doch diese Kontroverse ist nur die jüngste in einer langen Reihe: Seit Gender Trouble 1990 ist Butler »bewundert viel und viel gescholten«. An ihr lässt sich erkennen, was globale Intellektualität heute bedeutet – zwischen akademischer Komplexität hochspezialisierter Debatten und ikonischem Status mit weltweiter YouTube-Zirkulation. Sie ist internationale Ikone und Star in manchen Kreisen, dämonisierte Figur in anderen. Beides sind Phänomene, die weder von ihrer Person noch von ihren oft schwierigen Texten gedeckt werden. Butlers akademische Arbeit ist keiner Disziplin zuzuordnen: von Philosophie über Rhetorik bis zur Institutionalisierung der Gender Studies. Ihr vielgestaltiges Werk umfasst Performativitätstheorie, Analysen von Affekten wie Trauer und Zorn, Kafka-Lektüren und ideenhistorisch verankerte Einlassungen zur Nahostfrage. Die Podiumsdiskussion nimmt Butler als theorie- und ideengeschichtliches Phänomen ernst: nicht um Kontroversen zu glätten, sondern um sie neu zu perspektivieren mit Blick auf die Herausforderungen und umstrittenen Ausprägungen globaler Intellektualität in der Gegenwart.
Hinweise zur Teilnahme:
Ticket 12€, ermäßigt 8€
Tickets kaufen: https://ticket.volksbuehne-berlin.de/eventim.webshop/webticket/eventlist
Termin:
18.03.2026 20:00 - 22:00
Veranstaltungsort:
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Roter Salon, Linienstraße 227
10178 Berlin
Berlin
Deutschland
Zielgruppe:
Journalisten, jedermann
Relevanz:
regional
Sachgebiete:
Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Philosophie / Ethik, Sprache / Literatur
Arten:
Seminar / Workshop / Diskussion
Eintrag:
03.03.2026
Absender:
Georgia Lummert
Abteilung:
Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin (ZfL)
Veranstaltung ist kostenlos:
nein
Textsprache:
Deutsch
URL dieser Veranstaltung: http://idw-online.de/de/event81087
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