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13.03.2012 08:52

Auftaktkonferenz des Tübinger Sonderforschungsbereichs „Bedrohte Ordnungen“

Michael Seifert Hochschulkommunikation
Eberhard Karls Universität Tübingen

    Der Arabische Frühling, die Finanzkrise und die Atomkatastrophe in Fukushima haben weltweit tiefe Spuren in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur hinterlassen. Extreme Erlebnisse wie Aufruhr, Revolutionen und Katastrophen beeinträchtigen das alltägliche Leben. Sie machen uns bewusst, wie brüchig und voraussetzungsvoll die Grundlagen unseres Lebens und Handelns sind. Außergewöhnliche Situationen können auch zu einem raschen Wandel von Wahrnehmungs- und Handlungsmustern führen.

    Ausgehend von bekannten Bedrohungsszenarien fragt der neu gegründete interdisziplinäre Sonderforschungsbereich 923 “Bedrohte Ordnungen“ (SFB) der Universität Tübingen: Wie ändern sich Ordnungen, die soziale Gruppen oder ganze Gesellschaften strukturieren, wenn sie mit Bedrohungen konfrontiert werden? Die Auftaktkonferenz des Sonderforschungsbereiches 923 will sich vom 29. März bis 1. April 2012 an der Universität Tübingen den Fragen nach Bedrohung und Ordnung im interdisziplinären Austausch mit internationalen Gästen annähern.

    Ordnungen gelten im Sinne des Tübinger Forschungsprogrammes als bedroht, wenn für Akteure Handlungsoptionen unsicher werden, Verhaltensweisen und Routinen infrage stehen. Eine Bedrohung besteht auch, wenn sich Akteure nicht mehr aufeinander verlassen können; und wenn eine Bedrohungskommunikation etabliert werden kann. In den vier Projektbereichen des SFB „Aufruhr“, „Katastrophen“, „Ordnungszersetzung“ und „Ordnungskonkurrenz" werden empirische Beispiele untersucht, die sowohl epochen- als auch regionenübergreifend Bedeutung erlangten.

    Wo liegen die Chancen und Grenzen aus der jeweiligen Perspektive der teilnehmenden Disziplinen für die vier Projektbereiche? Zu welchen Ergebnissen kommt man bei dem Vergleich mithilfe des Konzepts „Bedrohte Ordnungen“ über Zeiten und Räume hinweg? Wie kann man die forschungsgeschichtlichen Ansätze aus den unterschiedlichen Fachrichtungen für die Untersuchungen des SFB 923 einordnen?
    Die Key Note Lecture am Donnerstag, 29. März, 18.00 Uhr in der Neuen Aula, Hörsaal 10
    von Dr. Mike Rapport, University of Stirling: Transnational Revolution. The "Domino Effect" as a challenge to the established order ist öffentlich.

    Die Vertreter der Medien sind zu der Tagung herzlich eingeladen. Gelegenheit mit den Wissenschaftlern zu sprechen besteht beispielsweise in der ersten Kaffeepause am Freitag, dem 30. März, ab 10.30 Uhr.

    Kontakt und Anmeldung:
    Andrea Kirstein (Koordination)
    Universität Tübingen
    Sonderforschungsbereich 923
    Telefon +49 70 71 29-75095
    Mail: andrea.kirstein@uni-tuebingen.de

    Yvonne Macasieb (Öffentlichkeitsarbeit)
    Mail: yvonne.macasieb@uni-tuebingen.de

    Konferenzprogramm

    Donnerstag, 29. März 2012, Abend
    Grußworte des Rektors der Universität Tübingen, Prof. Dr. Bernd Engler
    Key Note Lecture:
    Ort: Neue Aula, Hörsaal 10
    18.00 Uhr: Dr. Mike Rapport, University of Stirling
    Transnational Revolution. The "Domino Effect" as a challenge to the established order

    20.00 Uhr: Empfang

    Freitag, 30. März, Vormittag: Projektbereich A „Aufruhr“
    Ort: Neue Aula, Großer Senat
    Kaffeepause: kleiner Senat

    9.00 Uhr: Begrüßung und Einleitung: Prof. Dr. Ewald Frie, Sprecher SFB 923
    9.15 Uhr: Prof. Dr. Roger Petersen, Massachusetts Institute of Technology
    Interventions, Emotions, and Riots

    10.30 Uhr: Kaffeepause

    11.00 Uhr: Prof. Dr. Steffen Patzold, Universität Tübingen
    "Bellum intestinum" und bedrohte Ordnung um 1100. Medien der Kommunikation und der Faktor Zeit

    Freitag, 30. März, Nachmittag: Projektbereich B „Katastrophen“
    Ort: Neue Aula, Großer Senat
    Kaffeepause: kleiner Senat

    14.30 Uhr: Prof. Dr. Greg Bankoff, University of Hull
    Engineering Disasters. “Risk Architecture” and the Built-Environment in Europe and Asia

    15.45 Uhr: Kaffeepause

    16.15 Uhr: Prof. Dr. Klaus Gestwa, Universität Tübingen
    Tschernobyl, 26. April 1986. Katastrophenerfahrungen, die nukleare Bedrohung und die sozialen Ordnungen in Ost und West

    Samstag, 31. März, Vormittag: Projektbereich C „Ordnungszersetzung“
    Ort: Neue Aula, Großer Senat
    Kaffeepause: Kleiner Senat

    9.00 Uhr: Prof. Dr. Uwe Walter, Universität Bielefeld
    Fehlfunktion! Wie die kurzen Rhythmen und Routinen der Politik in der römischen Republik nicht mehr genügten

    10.15 Uhr: Kaffeepause

    10.45 Uhr: Prof. Dr. Astrid Franke, Universität Tübingen
    "The more things change the more they remain the same". Stabilität und Wandel einer ungerechten Ordnung

    Samstag, 31. März, Nachmittag: Projektbereich D „Ordnungskonkurrenz“
    Ort: Neue Aula, Großer Senat
    Kaffeepause: Kleiner Senat

    14.30 Uhr: Prof. Dr. Reinhard Schulze, Universität Bern
    Die Passage von politischer Normenordnung zu lebensweltlicher Werteordnung. Erste Erkenntnisse aus der Großen Arabischen Revolte 2010/2012

    15.45 Uhr: Kaffeepause

    16.15 Uhr: Prof. Dr. Irmgard Männlein-Robert, Universität Tübingen
    Wozu Feinde? Zur Konstruktion und Funktionalisierung von Feindbildern in konkurrierenden Ordnungen

    17.30 Uhr: Pause

    Samstag, 31. März, Abend
    Ort: Neue Aula, Großer Senat

    18.00 Uhr: Abschlussdiskussion mit SFB 923-Sprecher Prof. Dr. Ewald Frie, Regisseurin Johanna Dombois, Köln, und Karikaturist Wolfgang Horsch, Niedernhall

    19.30 Uhr Empfang


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Politik, Religion, Sprache / Literatur
    überregional
    Pressetermine, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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