Es gibt Wortschöpfungen, die Karriere machen, weil sie den Eindruck vermitteln, sie stünden für eine neue Erkenntnis, obwohl – oder sogar weil – nicht erkennbar ist, worin diese Erkenntnis besteht. Auch die Karriere des Ausdrucks ‚Interkultur‘ verdankt sich dieser Diffusität. Welche Austauschprozesse in pluralistischen Gesellschaften stattfinden, lässt sich jedoch nur herausfinden, indem die Praxis ‚kultureller Verschränkungen‘ und Wechselwirkungen sozial-, politik- und geisteswissenschaftlich analysiert und theoretisch neu konzeptualisiert wird. Ebendies ist das Ziel der Tagung „Interkultur in Theorie und Praxis" am 24. und 25. April im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI).
Der Begriff ‚Interkultur‘ drückt einerseits die Einsicht aus, dass pluralistische, ‚multikulturelle‘ Gesellschaften sich nicht mit Methoden des klassischen Kulturvergleichs analysieren lassen. Andererseits erfahren wir in solchen Gesellschaften, dass auch in ihnen ‚Fremde‘ und ‚Einheimische‘ einander gegenüber gestellt und durch stereotype Zuschreibungen von angeblich erkennbaren, kulturellen, ethnischen oder religiösen Eigenschaften voneinander abgegrenzt werden.
Welche Austauschprozesse in pluralistischen Gesellschaften stattfinden, lässt sich jedoch nicht dadurch benennen, dass man die Adjektive ‚interkulturell‘ und ‚transkulturell‘ zu Substantiven erhebt, sondern nur dadurch, dass die Praxis ‚kultureller Verschränkungen‘ und Wechselwirkungen sozial-, politik- und geisteswissenschaftlich analysiert und theoretisch neu konzeptualisiert wird. Dies ist das Ziel der Tagung „Interkultur in Theorie und Praxis“.
Referentinnen und Referenten:
Prof. Dr. Helmuth Berking (Technische Universität Darmstadt), MA Richard Bettmann (Universität Duisburg-Essen), Dr. Thea D. Boldt (KWI), Saliha Kubilay (Universität Duisburg-Essen), Apl. Prof. Dr. Ronald Kurt (KWI), Prof. Dr. Claus Leggewie (KWI), Dr. Halyna Leontiy (KWI), Prof. em. Dr. Klaus E. Müller (Universität Frankfurt am Main), Prof. Dr. Jo Reichertz (Universität Duisburg-Essen), Prof. Dr. Norbert Schröer (Hochschule Fulda), Prof. em. Dr. Hans-Georg Soeffner (KWI), Anandita Sharma (KWI), Prof. Dr. Darius Zifonun (Alice Salomon Hochschule Berlin).
Tagungsprogramm: http://www.kulturwissenschaften.de/home/veranstaltung-452.html
Datum: 24. April 2012, 10.30 bis 18.15 Uhr und 25. April 2012, 10.30 bis 17.00 Uhr
Ort: Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Goethestraße 31, 45128 Essen
Anmeldung: Die Veranstaltung ist öffentlich, aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis zum 18. April bei Ursula Sanders, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Tel. 0201/7204-154, Ursula.Sanders@kwi-nrw.de.
Kontakt:
Magdalena Schaeffer, Pressesprecherin, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Tel. 0201/7204-152, magdalena.schaeffer@kwi-nrw.de.
Über das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI):
Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist das Forschungskolleg der Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR), zu der sich die Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen zusammengeschlossen haben. Seine Aufgabe ist die Förderung hervorragender interdisziplinärer Forschung in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern. Das KWI erforscht die Grundlagen der modernen Kultur praxisnah und mit Blick auf aktuelle relevante gesellschaftliche Fragen. Derzeit stehen die Themenfelder kollektive Erinnerung, kulturelle Vielfalt der Weltgesellschaft, soziale Verantwortung und kulturelle Aspekte des Klimawandels im Mittelpunkt. Mit seinen Veranstaltungen sucht das KWI den Dialog mit einer breiteren Öffentlichkeit, es unterhält enge Partnerschaften mit Kultureinrichtungen und Medien.
http://www.kulturwissenschaften.de/home/veranstaltung-452.html Tagungsprogramm
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Politik, Religion
überregional
Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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