idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
09.04.2021 08:18

Kardiogener Schock: Die meisten Patienten sterben im Winter

Prof. Dr. Michael Böhm Pressesprecher
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

    Der kardiogene Schock ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland, die trotz jüngster Verbesserungen in der Therapie noch immer eine große Herausforderung darstellt. Eine Analyse, die während der 87. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt wurde, untersuchte, ob es saisonale Trends sowohl beim Auftreten als auch bei der Sterberate des kardiogenen Schocks gibt – mit eindeutigem Ergebnis.

    Düsseldorf, 9. April 2021 – Wenn der Herzmuskel so stark geschädigt ist, dass er nicht mehr ausreichend Blut in den Körper pumpen kann, um die Organe mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen und sie daher nicht mehr richtig arbeiten können, sprechen Ärzte von einem kardiogenen Schock. Die häufigste Ursache ist ein Herzinfarkt. Obwohl inzwischen deutlich bessere Behandlungsmöglichkeiten existieren als noch vor wenigen Jahren, versterben immer noch etwa ein Drittel der Patienten, die einen kardiogenen Schock erlitten, noch im Krankenhaus. In Europa treten pro Jahr 60.000 bis 70.000 Fälle von kardiogenem Schock auf.

    Es wurde in internationalen Studien bereits nachgewiesen, dass das Auftreten akuter Herzinfarkte je nach Jahreszeit variiert. Für den kardiogenen Schock lagen solche Daten für saisonale Trends bisher nicht vor.
    In der während der Jahrestagung der DGK erschienenen Analyse wurden die Daten von mehr als 400.000 Patientinnen und Patienten mit kardiogenem Schock aus den Jahren 2005 bis 2017 in Deutschland ausgewertet. Sowohl die Häufigkeit des Auftretens (Inzidenz) als auch die Sterblichkeit im Krankenhaus war je nach Jahreszeit sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die niedrigste Inzidenz und Krankenhaussterblichkeit wurde im Sommer verzeichnet, wobei die höchste Inzidenz und Krankenhaussterblichkeit im Winter beobachtet wurde.

    Ein besseres Verständnis der saisonalen Trends, insbesondere ob diese auf Temperaturänderungen oder Faktoren im Zusammenhang mit der Qualität der Patientenversorgung zurückzuführen sein sollten, muss in künftigen Studien bewertet werden.

    Die Studienautoren Prof. Dr. Dirk Westermann und Dr. Peter Moritz Becher vom UKE Hamburg sind sicher: „Unsere Ergebnisse könnten wichtige Implikationen für die Versorgung von Patientinnen und Patienten im Rahmen eines kardiogenen Schocks haben und zur Verbesserung der klinischen Ergebnisse beitragen.“

    Zum Weiterlesen:
    Einfluss von Jahreszeiten auf Inzidenz und Sterblichkeit beim kardiogenen Schock in Deutschland

    Quelle:
    Clin Res Cardol., DOI https://doi.org/10.1007/s00392-021-01843-w


    Medienkontakt:
    Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.
    Pressesprecher: Prof. Dr. Michael Böhm
    Pressestelle: Kerstin Kacmaz, Tel.: 0211 600 692 43, Melissa Wilke, Tel.: 0211 600 692 13
    presse@dgk.org

    Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie –Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine gemeinnützige wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit fast 11.000 Mit-gliedern. Sie ist die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder und die Erstellung von Leitlinien. Weitere Informationen unter www.dgk.org


    Weitere Informationen:

    http://www.dgk.org/presse
    https://dgk.org/pressemitteilungen/2021-jahrestagung-pressemitteilungen/2021-jt-...


    Bilder

    Anhang
    attachment icon Kardiogener Schock: Die meisten Patienten sterben im Winter

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).