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23.06.2026 10:15

Zwölf Jahre Sicherheitsforschung im Rückblick

Martin Schäfer Stabsstelle Hochschulkommunikation
Philipps-Universität Marburg

    Universität Marburg und Partnerinnen ziehen mit Publikation, Podcast und Erklärfilm Bilanz des Sonderforschungsbereichs „Dynamiken der Sicherheit“.

    Mit der Publikation „Security Revisited“, der finalen Folge des Podcasts „Mit Sicherheit im Gespräch“ sowie einem neu veröffentlichten Erklärfilm zum Thema Antiziganismus blickt der Sonderforschungsbereich/Transregio 138 „Dynamiken der Sicherheit. Versicherheitlichung in historischer Perspektive“ auf zwölf Jahre erfolgreicher Forschung zurück. Nach drei Förderphasen endete Ende 2025 die Arbeit des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsverbunds, an dem die Universität Marburg, die Justus-Liebig-Universität Gießen und das Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung beteiligt waren.

    Sicherheit als politischer und gesellschaftlicher Leitbegriff

    Mit der Publikation „Security Revisited“ ziehen die am Sonderforschungsbereich beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler keine klassische Forschungsbilanz. Vielmehr reflektieren sie vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen die zunehmende Bedeutung von Sicherheit als politischem und gesellschaftlichem Leitbegriff. Die Beiträge zeigen, wie sich Vorstellungen von Sicherheit historisch verändern, wie Bedrohungen gesellschaftlich wahrgenommen werden und wie Sicherheitsdiskurse politische Entscheidungen prägen.
    „Als wir unsere Arbeit 2014 aufnahmen, war nicht absehbar, welche zentrale Rolle Sicherheit in den folgenden Jahren spielen würde“, betonen die ehemaligen Sprecher des Sonderforschungsbereichs, Horst Carl, Christoph Kampmann und Thorsten Bonacker im Vorwort. Ereignisse wie die Covid-19-Pandemie, der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, geopolitische Konflikte oder die Folgen des Klimawandels hätten die Aktualität der Forschungsfragen eindrucksvoll bestätigt. Die Publikation macht deutlich, dass Sicherheit kein feststehendes Konzept ist, sondern ein historisch wandelbares und umkämpftes Feld gesellschaftlicher Auseinandersetzungen.

    Erwartungen an und Impulse von Sicherheitsforschung

    Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Publikation ist auch die finale Folge des Podcasts des Sonderforschungsbereichs „Mit Sicherheit im Gespräch“ erschienen. Sie trägt den Titel „Das Ende des Sonderforschungsbereichs – Was bleibt von zwölf Jahren interdisziplinärer Forschung?“. In einem gemeinsamen Gespräch ziehen die ehemaligen Sprecher Thorsten Bonacker, Horst Carl und Christoph Kampmann Bilanz. Sie diskutieren die Besonderheiten interdisziplinärer Sicherheitsforschung, die Organisation eines großen Forschungsverbunds sowie die Chancen, die ein Sonderforschungsbereich insbesondere für den wissenschaftlichen Nachwuchs eröffnet. Zugleich reflektieren sie Erwartungen, Herausforderungen und die langfristigen Impulse, die das Projekt für die Sicherheitsforschung gesetzt hat.

    Historische Kontinuitäten

    Zum Abschluss des Sonderforschungsbereichs ist zudem ein Erklärfilm der Politikwissenschaftlerin Anna-Sophie Schönfelder erschienen. Ausgehend von ihrem Science-Slam-Beitrag vermittelt der Film anschaulich, was Antiziganismus ist, welche historischen Kontinuitäten das Phänomen prägen und warum es bis heute gesellschaftlich relevant ist. Mit kreativen visuellen Mitteln verbindet der Film wissenschaftliche Erkenntnisse mit einer verständlichen und zugänglichen Darstellung und steht exemplarisch für das Anliegen des Sonderforschungsbereichs, Forschungsergebnisse über die Wissenschaft hinaus in gesellschaftliche Debatten einzubringen.

    Publikation, Podcast und Erklärfilm verdeutlichen, dass Fragen der Sicherheit auch künftig zentrale gesellschaftliche und politische Debatten prägen werden. Die Forschungen des Sonderforschungsbereichs zeigen, wie wichtig historische und sozialwissenschaftliche Perspektiven sind, um aktuelle Krisen, Bedrohungen und gesellschaftliche Konflikte einordnen und verstehen zu können.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Thorsten Bonacker
    Sprecher des SFB 138, 3. Förderphase
    Zentrum für Konfliktforschung
    Philipps-Universität Marburg
    Tel.: 06421 28-24574
    E-Mail: thorsten.bonacker@uni-marburg.de


    Weitere Informationen:

    https://www.uni-marburg.de/de/sfb138/
    https://Die neue Podcastfolge sowie der Erklärfilm zu Antiziganismus sind über die Kommunikationskanäle des Sonderforschungsbereichs verfügbar.
    https://Podcast - Wissenschaftskommunikation - SFB 138 - Dynamiken der Sicherheit
    https://www.uni-marburg.de/de/sfb138/wissenschaftskommunikation/podcast
    https://Erklärfilm auf Youtube
    ?si=iRK5j3NIWly2bMoR


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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