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17.07.2026 10:28

Wie Computer lernen, Figuren in Texten zu erkennen

Blandina Mangelkramer Presse und Kommunikation
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

    FAU-Mediävistik entwickelt neue Methoden zur Analyse literarischer Figuren

    Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der österreichische Wissenschaftsfonds FWF fördern im internationalen Weave-Programm ein Forschungsprojekt der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Ziel des Projekts ist es, literarische Figuren in mittelalterli-chen Texten mithilfe digitaler Methoden systematisch untersuchen zu können.

    Das auf drei Jahre angelegte Forschungsvorhaben wird von Prof. Dr. Friedrich Michael Dimpel (FAU) gemeinsam mit Dr. Nora Ketschick (Universität Stuttgart) und Dr. Katharina Zeppezauer-Wachauer (Uni-versität Salzburg) geleitet. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der österreichische Wissenschaftsfonds FWF fördern das Projekt mit rund 560.000 Euro. Das Forschungsteam entwi-ckelt bestehende Verfahren mithilfe von KI und automatischen Lernverfahren weiter, sodass Computer künftig Figuren in mittelalterlichen Texten zuverlässiger erkennen können.

    „Wir Menschen wissen sofort, um wen es geht, wenn in einem Text erst von ‚Parzival‘, dann von ‚dem Ritter‘ oder nur von ‚er‘ die Rede ist“, erklärt Prof. Dr. Friedrich Michael Dimpel vom Lehrstuhl für Ältere deutsche Literatur der FAU. „Computer tun sich bisher damit schwer.“ Gerade diese Bezüge sind je-doch die Voraussetzung dafür, literarische Figuren systematisch digital zu untersuchen.

    Figuren in mittelalterlichen Texten digital erfassen

    Mithilfe digitaler Verfahren soll dann erfasst werden, wie Figuren mit Themen, Eigenschaften, Wertungen und Bedeutungskonzepten zusammenhängen. Dafür verknüpft das Forschungsteam diese inhaltli-chen Bezüge mit dem Begriffssystem der Mittelhochdeutschen Begriffsdatenbank (MHDBDB), das im Projekt weiterentwickelt wird. Damit schafft das Projekt die Grundlage für neue digitale Analysen mittelalterlicher Literatur.

    Die neuen Methoden sollen erstmals digitale Analysen dazu ermöglichen,
    • welche Themen besonders häufig mit bestimmten Figuren verbunden sind,
    • wie weibliche und männliche Figuren dargestellt werden,
    • oder ob Begriffe wie „Ehre“, „Ritterkampf“ oder „Kommunikation“ im Umfeld einer Figur eher positiv oder negativ verwendet werden.

    Wie können Forschende die entwickelten Daten und Methoden nutzen?

    Die entwickelten Daten und Methoden werden veröffentlicht und stehen der Forschung dauerhaft zur Verfügung. Figurenreferenzen werden in die Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank integriert. Darüber hinaus entstehen Leitfäden, mit denen andere Forschende weitere Texte erschließen und analysieren können. So schafft das Projekt eine Grundlage für weitere Studien zur mittelalterlichen Literatur.

    Kontakt für Medien:
    Prof. Dr. Friedrich Dimpel
    Lehrstuhl für Ältere deutsche Literatur
    friedrich.m.dimpel@fau.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Friedrich Dimpel
    Lehrstuhl für Ältere deutsche Literatur
    friedrich.m.dimpel@fau.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geschichte / Archäologie, Informationstechnik
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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