Phosphor ist ein unverzichtbarer Baustein des Lebens. Er steckt unter anderem in der DNA, der RNA und dem Energieträger ATP. Doch obwohl Phosphor auf der Erde reichlich in Form von Mineralien vorhanden ist, ist bis heute ungeklärt, woher die chemisch reaktiven Phosphorverbindungen stammten, die für die ersten Schritte zur Entstehung des Lebens benötigt wurden. „Dieses sogenannte Phosphor-Rätsel gehört zu den zentralen ungelösten Fragen der Entstehung des Lebens“, sagt Dr. André K. Eckhardt, Chemiker an der Ruhr-Universität Bochum. In seinem Projekt 31PIRATE will er herausfinden, ob die Verbindungen womöglich aus dem Weltall stammten.
Dabei wird er vom Europäischen Forschungsrat im Rahmen eines Starting Grants mit knapp 2 Millionen Euro für fünf Jahre gefördert.
In seinem ERC-Projekt untersucht Eckhardt, ob reaktive Phosphorverbindungen bereits im Weltraum entstehen und nach ihrer Ankunft auf der frühen Erde an den ersten chemischen Schritten zum Leben beteiligt gewesen sein könnten. Dazu bildet er im Labor interstellare Eispartikel nach und behandelt sie mit energetischer Strahlung, wie sie auch im Weltall vorkommt. Anschließend verfolgt er, welche neuen Phosphorverbindungen entstehen und ob sie den Übergang vom interstellaren Eis in wässrige Lösung überstehen.
Mithilfe einer weltweit einzigartigen Kombination aus EPR-Spektroskopie sowie Phosphor-Kernspinresonanzspektroskopie (31P-NMR) sollen diese kurzlebigen Verbindungen erstmals direkt beobachtet und bis in wässrige Lösungen verfolgt werden. Das Projekt schlägt damit eine direkte Brücke zwischen Astrochemie und präbiotischer Chemie und soll zeigen, welche Rolle Phosphor aus dem All bei der Entstehung der ersten biologisch relevanten Moleküle gespielt haben könnte.
Zur Person
2011-2016: Studium der Chemie, Justus-Liebig-Universität Gießen
2018: Forschungsaufenthalt an der University of Hawaiʻi at Mānoa, USA
2019: Forschungsaufenthalt an der University of Coimbra, Portugal
2019: Promotion in Organischer Chemie, Justus-Liebig-Universität Gießen
2020-2022: Feodor-Lynen-Postdoc am Massachusetts Institute of Technology sowie Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, USA
2022: Humboldt-Rückkehrstipendium, Ruhr-Universität Bochum
2022-2024: Liebig-Stipendiat, Ruhr-Universität Bochum
seit 2024: Emmy-Noether-Nachwuchsgruppenleiter, Ruhr-Universität Bochum
Dr. André K. Eckhardt
Fakultät für Chemie und Biochemie
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: +49 234 32 26239
E-Mail: andre.eckhardt@ruhr-uni-bochum.de
Webseite: https://www.eckhardt-lab.ruhr-uni-bochum.de/
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Chemie
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

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