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07.10.2026 19:04

Desinformation und Einflusskampagnen: Welche Gegenmaßnahmen zeigen Wirkung?

Kathrin Voigt Kommunikation und Medien
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

    Vera Schmidt koordiniert an der Uni Mainz ein neues Horizon-Europe-Projekt FIMI-RESIST mit zehn Partnern aus neun Ländern

    Unter Leitung von Prof. Dr. Vera Schmitt koordiniert die XplaiNLP-Forschungsgruppe an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) das neue EU-Forschungsprojekt FIMI-RESIST. Zehn Partner aus Forschung und Technologie, Medien und Zivilgesellschaft aus neun Ländern untersuchen in den kommenden 30 Monaten, welche bereits entwickelten europäischen Tools gegen ausländische Informationsmanipulation und -einmischung unter realen Bedingungen tatsächlich funktionieren. Dabei verbindet die XplaiNLP-Forschungsgruppe Natural Language Processing mit erklärbarer KI und robuster Informationsverarbeitung. Diese Expertise bildet die wissenschaftliche Grundlage für die gemeinsame Bewertung der bestehenden europäischen Werkzeuge gegen Desinformation. Horizon Europe, das wichtigste Finanzierungsprogramm der EU für Forschung und Innovation, fördert das Projekt mit rund 3,5 Millionen Euro.

    Von Einzelprojekten zu vergleichbaren Lösungen

    Die technologische Entwicklung verändert Desinformation grundlegend: Generative KI senkt die Hürden für die Produktion synthetischer Inhalte, manipulierte Medienangebote lassen sich schnell skalieren und zunehmend geraten auch jene KI-Systeme ins Visier, über die Menschen Informationen suchen und bewerten. Gleichzeitig hat die Europäische Union in den vergangenen Jahren zahlreiche Forschungsprojekte und Werkzeuge zur Erkennung und Eindämmung von Desinformation gefördert. Was bislang fehlt, ist eine gemeinsame Grundlage, um deren Wirksamkeit systematisch zu bewerten und miteinander zu vergleichen.

    Genau hier setzt FIMI-RESIST an. Statt ein weiteres isoliertes Tool zu entwickeln, schafft das Projekt eine gemeinsame Evaluations- und Harmonisierungsebene für bestehende europäische Lösungen. 20 bereits EU-geförderte Tools werden anhand einheitlicher Kriterien und gemeinsamer Benchmarks untersucht. Damit soll belastbarer sichtbar werden, welche Ansätze für welche Akteure, Einsatzbereiche und Bedrohungslagen geeignet sind.

    Praxischeck mit Medien, Faktencheckern und Sicherheitsakteuren

    Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Anwendungspraxis. Gemeinsam mit Journalist:innen, Faktenchecker:innen, Sicherheitsakteuren und zivilgesellschaftlichen Organisationen prüft das Konsortium, wie nutzbar bestehende Instrumente im Arbeitsalltag sind und wo angesichts KI-getriebener Bedrohungen weiterhin Lücken bestehen. Ergänzend entstehen ein Helpdesk, ein europäischer Hub und Trainingsangebote, damit Ergebnisse und erprobte Methoden über die Projektlaufzeit hinaus verfügbar bleiben.

    Die gewonnenen Erkenntnisse sollen zugleich in die europäische Debatte über den regulatorischen und institutionellen Umgang mit Desinformation einfließen, unter anderem im Kontext des Digital Services Act, des AI-Act und des European Media Freedom Act.

    Konsortium aus zehn europäischen Partnern

    Das Konsortium wird getragen von
    • XplaiNLP Group, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Deutschland (Prof. Dr. Vera Schmitt)
    • Kempelen Institute of Intelligent Technologies (KInIT), Slowakei (Dr. Jakub Šimko)
    • Centre for Research and Technology Hellas (CERTH), Griechenland (Dr. Symeon Papadopoulos)
    • University of Amsterdam, Niederlande (Prof. Richard Rogers)
    • Logically/INSIKT, Vereinigtes Königreich und Spanien
    • Factiverse, Norwegen
    • Exorde Labs, Frankreich
    • Cyfluence Research Center, Deutschland
    • Deutsche Welle, Deutschland
    • VoxUkraine, Ukraine

    Gretchen AI, Deutschland, ist assoziierter Partner des Konsortiums. Darüber hinaus wird das Projekt von Alexandra Geese, Mitglied des Europäischen Parlaments, unterstützt.

    Beim Kick-off wirkten außerdem Saman Nazari (Alliance4Europe), Sandra Fiene (Europäische Kommission) sowie die Policy- und Project-Officers Ilona von Bethlenfalvy und Alberto Domini mit.


    Bildmaterial:
    https://download.uni-mainz.de/presse/03_wirtschaft_wirtschaftsinformatik_FIMI-RE...
    Kick-off des FIMI-RESIST-Projekts an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    Foto/©: Raphael Fischer / JGU


    Weiterführende Links:
    • https://cordis.europa.eu/project/id/101285890 – CORDIS-Projektinformation „FIMI-RESIST: Foreign Information Manipulation and Interference – Robust European Safeguards and Innovative Systems against Threats“
    • https://xplainlp.github.io/ – Forschungsgruppe XplaiNLP an der JGU
    • https://wiwi.uni-mainz.de/ – Wirtschaftswissenschaften an der JGU


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Vera Schmitt
    Wirtschaftsinformatik
    Fachbereich 03: Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
    Joannes Gutenberg-Universität Mainz
    55099 Mainz
    Tel.: 06131 39-33046
    E-Mail: vera.schmitt@uni-mainz.de
    https://veraschmitt.github.io/

    Pressekontakt:
    Isabella Arndt
    Communication & Marketing
    Fachbereich 03: Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
    Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    55099 Mainz
    Tel.: 06131 39-27917
    E-Mail: iarndt@uni-mainz.de
    https://wiwi.uni-mainz.de/


    Bilder

    Kick-off des FIMI-RESIST-Projekts an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    Kick-off des FIMI-RESIST-Projekts an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    Quelle: Raphael Fischer
    Copyright: © JGU


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Informationstechnik, Sprache / Literatur, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


     

    Kick-off des FIMI-RESIST-Projekts an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz


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