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21.06.2006 10:49

Wie Äpfel vor Darmkrebs schützen

Axel Burchardt Abteilung Hochschulkommunikation/Bereich Presse und Information
Friedrich-Schiller-Universität Jena

    Forscher der Universität Jena sind gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen von Äpfeln auf der Spur

    Jena (21.06.06) Kann der Konsum von Äpfeln vor einer Darmkrebserkrankung schützen? "Natürlich kann das nicht ein einzelnes Nahrungsmittel leisten", erklärt Prof. Dr. Beatrice L. Pool-Zobel von der Universität Jena. "Das hängt von vielen Faktoren ab, aber der Konsum von faserreicher und ballaststoffreicher Kost kann dazu beitragen", ist sich die Ernährungstoxikologin sicher. "Äpfel und Apfelprodukte bilden darüber hinaus einen wichtigen Bestandteil bei der Krebsprophylaxe, weil sie in Westeuropa ein Hauptlieferant für Flavonoide sind." Noch ist wenig bekannt, woher die gesundheitsfördernde Wirkung dieser Pflanzenbestandteile kommt. Dieses zu erforschen, ist Ziel eines seit drei Jahren bestehenden und gerade bis 2009 verlängerten Projekts, das vom Bundesforschungsministerium (BMBF) finanziert wird. Neben zwei Jenaer Arbeitsgruppen von Prof. Pool-Zobel und Prof. Dr. Frank Böhmer sind Partner aus den Universitäten in Kaiserslautern, Heidelberg, Karlsruhe, München und Würzburg sowie der Forschungsanstalt in Geisenheim beteiligt.

    In Jena wird der Einfluss von Flavonoiden auf die Entwicklung von Darmzellen untersucht. Außerdem wollen die Ernährungswissenschaftler ermitteln, wie die Genexpression verläuft - wie also die zellulären Prozesse aussehen, die zur Umwandlung der genetischen Informationen bei Proteinen ablaufen. Die Forschungsanstalt in Geisenheim liefert hierfür das Untersuchungsmaterial. "Das ist ein gut charakterisierter Apfelextrakt aus einer für herkömmliche Apfelsäfte üblichen Sortenmischung", erläutert Prof. Pool-Zobel. "Damit die Proben den gleichen Gehalt an Inhaltsstoffen bieten und unsere Ergebnisse aussagefähig sind, werden sie unter Luft- und Lichtausschluss verpackt und kalt gelagert. Wir können dann je nach Bedarf Portionen einzeln entnehmen und analysieren."

    Die ermutigenden Ergebnisse der Jenaer Wissenschaftler, die vor kurzem auch in einer renommierten Fachzeitschrift veröffentlicht worden sind, waren ein Argument für die Verlängerung des Projekts. Die Ergebnisse zeigen, dass Flavonoide tatsächlich die Darmzellen beim Abbau und bei der Abwehr toxischer Substanzen unterstützen und damit das Risiko einer Krebserkrankung verringern. "Dabei konnten wir feststellen, dass die positive Wirkung beim Einsatz des komplexen Apfel-Extraktes stärker war als beim Einsatz einzelner Komponenten aus dem Apfel-Extrakt", sagt Pool-Zobel.

    Eine bedeutende Rolle bei der Gesunderhaltung der Darmzellen spielen auch die Trubstoffe - besondere Schwebstoffe, die z. B. in trübem Apfelsaft vorkommen. Aber auch diese Stoffe bilden nur einen Bruchteil der Bestandteile eines Apfels und sollen in ihrer genauen Wirkungsweise zukünftig noch genauer untersucht werden.

    Bisher sind die Studien an humanen Zellkulturen durchgeführt worden. "Pilotversuche haben aber gezeigt, dass der Verzehr von einem Liter eines entsprechenden trüben Apfelsafts ausreichen könnte, auch in vivo - also direkt beim Menschen - zu ähnlichen Wirkungen zu führen." Die Untersuchungen hierzu sind Teil des neuen Projektabschnitts.

    Langfristig, ist Prof. Pool-Zobel überzeugt, könnten Ergebnisse dieser Forschungen dazu beitragen, die Exposition gegen unvermeidbare Kanzerogene zu reduzieren und damit das Risiko einer Krebserkrankung zu senken.

    Das Forschungsprojekt und die Ergebnisse werden im Internet unter www.nutrition-net.org auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

    Kontakt:
    Prof. Dr. Beatrice L. Pool-Zobel
    Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Jena
    Dornburger Str. 25, 07743 Jena
    Tel.: 03641 / 949670; Fax: 03641 / 949672
    E-Mail: b8pobe[at]uni-jena.de


    Weitere Informationen:

    http://www.nutrition-net.org


    Bilder

    Prof. Dr. Beatrice L. Pool-Zobel bei der Aufbereitung verschiedener Apfelsäfte für die Tests.
    Prof. Dr. Beatrice L. Pool-Zobel bei der Aufbereitung verschiedener Apfelsäfte für die Tests.
    Foto: Scheere/FSU-Fotozentrum
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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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