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14.05.2014 09:09

Weiteres Graduiertenkolleg für Greifswald durch die DFG bewilligt

Jan Meßerschmidt Presse- und Informationsstelle
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

    Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Fördermittel für den Aufbau eines neuen Graduiertenkollegs an der Universität Greifswald bewilligt. Der interdisziplinären Gruppe aus der Universität und der Universitätsmedizin Greifswald stehen für viereinhalb Jahre ca. 3,4 Millionen Euro zur Verfügung. Das Graduiertenkolleg 1947 trägt den Titel „Biochemische, biophysikalische und biologisch/medizinische Effekte von reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffspezies auf biologische Membranen“.

    Sprecherin des Kollegs ist Professorin Dr. Christiane A. Helm vom Institut für Physik der Universität Greifswald, stellvertretender Sprecher ist PD Dr. Christopher Horst Lillig vom Institut für Medizinische Biochemie und Molekularbiologie der Universitätsmedizin Greifswald.

    Die Forscherinnen und Forscher aus den Gebieten der Biochemie, Biophysik, Biologie, Medizin und Pharmazie wollen zum einen die Entstehung der reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffspezies (ROS/RNS) untersuchen, zum anderen deren chemische, physikalische und biologische Effekte auf Membranen und ihre Bestandteile wie Lipide und Proteine analysieren. ROS/RNS verursachen Zellschädigungen und Erkrankungen. Deren Mechanismen sollen durch die Arbeiten des Kollegs aufgeklärt werden. Das Graduiertenprogramm startet im Herbst 2014; gefördert werden elf Doktorandenstellen, eine Koordinierungsstelle sowie Verbrauchsmittel. Das interdisziplinäre Forschungsprogramm bietet jungen naturwissenschaftlichen und biomedizinischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein strukturiertes Studienprogramm mit Laborkursen, gemeinsamen Seminaren, Treffen mit internationalen Experten sowie internationalen Symposien.

    „Wir sind hoch erfreut, dass die DFG unseren Einrichtungsantrag auf dieses Graduiertenkolleg bewilligt hat und unser interdisziplinäres Forschungsprogramm für die nächsten viereinhalb Jahre fördert. In unserem Kolleg haben sich Partner aus der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen und der Medizinischen Fakultät zusammengefunden, um gemeinsam an diesem spannenden Thema zu arbeiten. Die Bewilligung ist auch ein Zeichen für die sehr hohe Qualität der beteiligten Arbeitsgruppen und Fakultäten, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Es ist ein Alleinstellungsmerkmal dieser Graduiertenschule, dass die Promovierenden die konventionellen Grenzen zwischen Biochemie, Biophysik, Biologie und Medizin überwinden und in transdisziplinären Arbeitsgruppen zu arbeiten lernen“, so die Sprecherin des Kollegs, Professorin Dr. Christiane A. Helm. „Wir möchten uns auch besonders bei der Krupp-Stiftung für die großartige Förderung einer vorhergehenden Doktorandenschule bedanken, deren Sprecher Professor Dr. Fritz Scholz vom Institut für Biochemie war. Sie war die Initialzündung und lieferte die Grundlagen für die erfolgreiche Einwerbung dieses Graduiertenkollegs.“

    Reaktive Sauerstoff- und Stickstoffspezies (ROS/RNS) dienen im Organismus als Signalgeber und und in der Immunabwehr, sind aber auch an zahllosen Erkrankungen beteiligt, wie zum Beispiel Entzündungsreaktionen, neurodegenerativen Erkrankungen und Krebs. ROS/RNS werden von Zellen gezielt gebildet aber auch Zigarettenrauch, Umweltgifte und umweltbedingter Stress, zum Beispiel UV-Strahlung, führen zu ihrer Bildung. Biologische Membranen grenzen nicht nur jede einzelne Zellen von ihrer Umgebung ab und erlauben so einen gezielten Stoffaustausch mit der Umgebung, sie dienen innerhalb der Zellen auch der Abgrenzung von verschiedenen Reaktionsräumen, beispielsweise den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle. ROS/RNS können mit allen Bestandteilen einer Membran, das heißt, den Kohlenhydraten, Lipiden und Proteinen, reagieren. Diese Reaktionen verändern aber nicht nur die Membranen selber, sondern die Funktionen der Zellen insgesamt. Ein besseres Verständnis der Bildung von Reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffspezies, ihre physikochemische Wirkung auf Membranen, sowie die physiologi-schen und pathologischen Konsequenzen ihrer Wirkung sind daher dringend notwendig, auch um neue Therapiestrategien entwickeln zu können.

    Weitere Informationen
    Internetseite der des Graduiertenkollegs http://www.rtg-biox.de/

    Ansprechpartner an der Universität Greifswald

    Prof. Dr. Christiane A. Helm
    Ernst-Moritz-Arndt Universität
    Institut für Physik
    Felix-Hausdorff-Straße 6
    17489 Greifswald
    Telefon 03834 86-4710
    Telefax 03834 86-4712
    helm@physik.uni-greifswald.de

    PD Dr. Christopher Horst Lillig
    Universitätsmedizin Greifswald KdöR
    Institut für Medizinische Biochemie und Molekularbiologie
    Ferdinand-Sauerbruch-Straße
    17475 Greifswald
    Telefon 03834 86-5407
    Telefax 03834 86-5402
    christopher@lillig.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
    Biologie, Chemie, Medizin, Physik / Astronomie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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