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03.09.2019 09:36

Von der „schönen Weyde“ zum Campus Wilhelminenhof: Historie des Industriestandorts kommt auf die Fassade

Gisela Hüttinger Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

    Die Texte sind fertig, die Bilder ausgewählt, jetzt sind die Handwerker am Zug: Auf 60 Metern wird eine Fassade im Innenhof des Campus der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) in Oberschöneweide bald die Geschichte des traditionsreichen ehemaligen Industriestandorts darstellen. Sie fängt bei der 1598 zum ersten Mal in Urkunden erwähnten „schönen Weyde“ an und hört beim Einzug der HTW Berlin auf. Highlight wird das an die Wand montierte Logo des Kabelwerks Oberspree sein. Das Firmensignet „KWO“ thronte viele Jahrzehnte weithin sichtbar auf einem Gebäude. Durch die Einbettung in die Darstellung der Firmenhistorie kommen die Buchstaben an der Fassade zu neuer Geltung.

    Die „schöne Weyde“ gab dem Stadtteil zwar den Namen, die Industrie verlieh ihm aber seine Bedeutung. Oberschöneweide steht für ein gutes Jahrhundert Berliner Industriegeschichte. Diese Historie wird an der Fassade in drei großen Themensträngen aufgegriffen. Texte, Bilder und Zeichen beschreiben die Veränderungen des Ortes, die Entwicklung der Industrie und präsentieren Menschen, die dabei eine wichtige Rolle spielten, darunter Emil und Mathilde Rathenau, Peter Behrens oder der in Vergessenheit geratene deutsch-polnische Chemiker Jan Czochralski, dessen Entdeckung bis heute bei der Herstellung von Silizium genutzt wird. Auch die Kriegsproduktion und die damit verbundene Zwangsarbeit bleiben nicht ausgespart. Mit dem Einzug der HTW Berlin in die ersten Gebäude im Jahr 2006 – die offizielle Eröffnung des Campus fand 2009 statt - bekam das nach dem Mauerfall verwaiste Areal eine wissenschaftliche Nutzung, die dem Quartier neue Dynamik bescherte. Inzwischen studieren und lehren rund 9.000 Studierende und 200 Wissenschaftler_innen auf dem Campus Wilhelminenhof. Die Ansiedlung der Hochschule in Oberschöneweide gilt als erfolgreiches Kapitel von Stadtentwicklung.

    Der Geschichte ihres Campus schenkte die HTW Berlin von Anbeginn Aufmerksamkeit. 2010 sorgte sie für die Herausgabe eines inzwischen vergriffenen Architekturführers. Es folgte eine Audiotour, die bis heute online abrufbar ist. Mit der Fassadengestaltung will die HTW Berlin einen weiteren Beitrag zur Erinnerung an den traditionsreichen Industriestandort im öffentlichen Raum leisten.

    Das Konzept und die Fassadengestaltung entstanden als interdisziplinäres Gemeinschaftswerk im Fachbereich Gestaltung und Kultur. Regie führten drei Hochschullehrer_innen der Studiengänge Museumskunde und Kommunikationsdesign. Über zwei Jahre beteiligten sie zahlreiche Studierende an der inhaltlichen Recherche und der Entwicklung der gestalterischen Ausführung. Auch die Untere Denkmalschutzbehörde des Bezirks Treptow-Köpenick wurde einbezogen, denn das Hochschulgelände genießt Ensembleschutz. Die offizielle Eröffnung der Fassade ist für den 24. Oktober 2019 geplant. Sie kann danach jederzeit, dauerhaft und kostenlos besichtigt werden.


    Weitere Informationen:

    http://www.htw-berlin.de


    Bilder

    Der letzte Buchstabe des KWO-Signets wird montiert.
    Der letzte Buchstabe des KWO-Signets wird montiert.
    Jan Christoph Hartung
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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Geschichte / Archäologie, Kunst / Design
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


     

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