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10.12.2004 11:34

Das Esslinger Diesel-Motorrad EDIMO fährt, und wie!

Diplom-Übersetzerin (FH) Cornelia Mack Referat Kommunikation
Hochschule Esslingen

    Dass der moderne Dieselmotor auch im Motorrad Fahrspaß mit Ökologie verbinden kann, wird mit dem Esslinger Diesel-Motorrad EDIMO bewiesen. Denn gerade bei Freizeitaktivitäten sollte der Einzelne seiner Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft gerecht werden. Bei dem an der Fachhochschule Esslingen - Hochschule für Technik durchgeführten Projekt geht es aber auch um die Ausbildung junger Ingenieure.

    Bei allen Details wird daher auf die Umsetzbarkeit im engen Termin- und Kostenrahmen geachtet. Die Innovation liegt im Objekt selbst: eine bis dahin unbekannte Kombination eines modernen Dieselmotors mit einem speziell dafür entworfenen Zweirad.

    Bei Planung, Konstruktion und Bau von EDIMO wurden die Möglichkeiten des Projektmanagements und Simultaneous Engineering in der Ingenieurausbildung konsequent angewandt. Dabei wurde in mehreren parallel laufenden Teilprojekten gearbeitet und die nächsten Entwicklungsschritte mit neuen Projektgruppen im folgenden Semester ausgeführt.

    Unter der Leitung von Prof. Schellmann wurden an diesem Verbundprojekt in 4 Jahren 150 Studenten in 40 Gruppen ausgebildet. Voraussetzung für ein brauchbares Ergebnis war eine klare Aufgabendefinition, die Bereitstellung der notwendigen Hilfsmittel, z.B. computergestützter Entwicklungswerkzeuge und eine Arbeitsweise nach industriellem Vorbild: Zielformulierung, Lastenheft, Projektplan, Zeichnungs- und Stücklistenwesen, Zentralrechner, Kommunikationsmittel usw. Natürlich sind Sachkenntnis und Motivation der Studenten bei einem Motorradprojekt von hohem Nutzen.

    Dank dieses praxisnahen Vorgehens konnte die Zuwendung verschiedener Institutionen und Firmen gewonnen werden: Die Anschubfinanzierung wurde über das Modell Theoprax aus BMBF-Mitteln gewährt. Die Firmen Behr, DaimlerChrysler, Eberspächer und Magura leisteten erhebliche Beiträge. Weitere Mittel steuerte die FHTE, die Fachbereiche Fahrzeugtechnik und Maschinenbau und das Labor Verbrennungsmotoren bei. Vielfache Unterstützung erfuhr das Projekt durch weitere Labors der FHTE. Der Wert des so entstandenen Prototyps beträgt etwa 300.000 €.

    Inzwischen ist Konstruktion und Aufbau des Prototyps abgeschlossen, eine Straßenzulassung wurde erreicht und erste Versuchsergebnisse liegen vor. Das Fahrzeug wurde auf der größten Zweiradmesse der Welt, der INTERMOT in München im September 2004 der Fachwelt vorgestellt. Die ersten positiven Fahrberichte sind in den Medien erschienen.

    Zwischenbilanz: Mit dem von einem smart cdi-Motor angetriebenen Motorrad wird bei günstigem Kraftstoffverbrauch ein ausgeprägtes Fahrvergnügen erreicht, obwohl sich infolge der handwerklichen Herstellung ein relativ hohes Gewicht nicht vermeiden ließ.

    In den nächsten Teilprojekten werden nach Anpassung eines Dieselpartikelfilters die spezifischen Eigenschaften eines Dieselmotorrads herausgearbeitet: Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit, Fahrleistungen und Gebrauchsverhalten im Vergleich zu üblichen Motorrädern.

    Die wichtigsten technischen Daten:
    Radstand 1510 mm, Leergewicht 279 kg
    Kraftstoffverbrauch (Landstraße) 3,2 l/100 km
    Motor smart cdi-Motor, 3-Zyl., 800 cm³
    Abgasturboaufladung und Ladeluftkühler
    Leistung 30 kW, Drehmoment 100 Nm
    5-Gang-Getriebe, Trockenkupplung

    Autor und weitere Informationen:
    Klaus Schellmann (klaus.schellmann@fht-esslingen.de, Tel. 0711/397 3321)


    Weitere Informationen:

    http://www2.fht-esslingen.de/fachbereiche/fz/?menu_id=130


    Bilder

    Prof. Schellmann (links) und seine Projektgruppe und das Dieselmotorrad
    Prof. Schellmann (links) und seine Projektgruppe und das Dieselmotorrad

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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Elektrotechnik, Energie, Maschinenbau, Verkehr / Transport, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Forschungsprojekte, Studium und Lehre
    Deutsch


     

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