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06.10.2005 11:40

Deutsches Studentenwerk: Mehr Staat, weniger Markt bei der Studienfinanzierung!

Stefan Grob Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Studentenwerk

    (Köln, 6. Oktober 2005) Das Deutsche Studentenwerk (DSW) warnt davor, das bewährte System der staatlichen Studienfinanzierung über das BAföG zugunsten neuer kredit- bzw. marktbasierter Angebote auszuhöhlen. "Wir fordern die neue Bundesregierung und die Länder dringend auf, das BAföG auszubauen und insbesondere die Förderung mit 50% Zuschuss und 50% auf maximal 10.000 Euro begrenztem unverzinslichem Darlehen beizubehalten", erklärte DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde auf der Jahrestagung der BAföG-Experten aller 61 Studentenwerke in Köln. Das BAföG sei das beste Mittel, auch jungen Menschen aus einkommensschwächeren Elternhäusern ein Studium zu ermöglichen, unterstrich Meyer auf der Heyde: "Wer mehr Chancengleichheit beim Hochschulzugang und insgesamt mehr Studierende aus allen Bevölkerungsschichten will, muss das BAföG wollen. Es ist transparent, verlässlich und belastet die Studierenden mit der Deckelung des Darlehensanteils auf 10.000 Euro in einem vertretbaren Maß."

    Die neu auf den Markt drängenden Studienkredite oder -darlehen können laut Meyer auf der Heyde "nur eine ergänzende Rolle neben BAföG, Elternunterhalt und Einkommen aus eigener Erwerbstätigkeit" spielen. Er betont: "Wir brauchen in der Studienfinanzierung mehr Staat und weniger Markt." Meyer auf der Heyde ist sicher: "Der Markt allein wird's nicht richten." Keinesfalls dürfe der Staat sich mit dem Hinweis auf neue Studienkredit-Angebote aus seiner sozial- und bildungspolitischen Verantwortung zurückziehen, möglichst viele junge Menschen für ein Studium zu mobilisieren. Problematisch sei etwa das Phänomen des so genannten "Mittelstandslochs": Der Anteil von Studierenden aus Mittelstandsfamilien, deren Einkommen knapp über der BAföG-Bemessungsgrenze liegt, hat in den letzten Jahren stark abgenommen.

    Sollten Studierende sich zukünftig für einen Studienkredit der immer zahlreicheren Anbieter entscheiden, dann sollten sie insbesondere auf die Zinsbelastung und die Gesamtrückzahlungssumme achten, so der DSW-Generalsekretär. Darüber hinaus rät Meyer auf der Heyde Studierenden und deren Eltern, die Angebote anhand folgender Fragen zu prüfen:

    - Sind die Kredite allgemein, bundesweit und diskriminierungsfrei zugänglich (keine Vergabe nach Studienfächern, keine Elternbürgschaft)?
    - Sind die Kreditzinsen fix, sind die Gesamtrückzahlungssumme und die möglichen Tilgungsvarianten bekannt?
    - Ist die Kreditvergabe durch Altersgrenzen, bei Fachrichtungswechsel oder Auslandsstudium eingeschränkt? Werden über die BAföG-Förderung hinausgehende Leistungsnachweise gefordert?
    - Existieren bei Krankheit, Urlaubssemestern, Kinderpflege und ähnlichen Fällen individuelle, kulante Lösungen?


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Studium und Lehre, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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