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28.05.2008 09:58

Nobelpreisträgerin Rita Levi Montalcini in Bozen

Julia Reichert Wissenschaftskommunikation
Europäische Akademie Bozen - European Academy Bozen/Bolzano

    Stiftung Südtiroler Sparkasse und EURAC laden zum Gespräch mit der Grand Dame der italienischen Forschung

    Sie hat beinahe ein Jahrhundert auf ihren zarten Schultern, ist in Rom Senatorin auf Lebenszeit und noch immer in Hilfsprojekten in Afrika aktiv. Das Älterwerden macht Rita Levi Montalcini die geringste Sorge: "Ich liebe das hohe Alter, da spürt man keinen Zorn mehr", hat sie am 22. April während der Interviews zu ihrem 99.Geburtstag gesagt. Am Samstag, den 31. Mai kommt die Grand Dame der italienischen Forschung nach Bozen und berichtet ab 10.30 Uhr in der EURAC über ihr Leben für Wissenschaft und Menschheit.

    Rita Levi Montalcini ist die älteste lebende Nobelpreisträgerin. 1986 - mit 78 Jahren - hat die Neurobiologin gemeinsam mit ihrem amerikanischen Kollegin Stanley Cohen die renommierte Auszeichnung für ihre Forschung am Nervenwachstumsfaktor erhalten, den sie selbst in den 50er Jahren entdeckt hatte. Es handelt sich dabei um einen Eiweißstoff, der für das Wachsen der Nervenfasern und das Überleben der Nervenzellen unabdingbar ist. Forscher gehen davon aus, dass das Protein in der Therapie von Patienten mit Alzheimer und Multiple Sklerose eingesetzt werden kann.

    Bewegender als der Nobelpreis für Medizin, so berichtet die Wissenschaftlerin, seien für sie jedoch andere - privatere - Momente in ihrem Leben gewesen: die Auseinandersetzungen um ihre Studienerlaubnis mit dem Vater, der zunächst der Ansicht war, Frauen gehörten allein ihrer Familie; ihr geheimes Labor im Turiner Schlafzimmer, wo die gebürtige Jüdin während des Faschismus Versuche an Hühnerembryonen durchführte; ihre Arbeit im Untergrund von Florenz und ihr anschließender Kampf gegen Seuchen und Epidemien in Flüchtlingslagern, wo sie als Krankenschwester arbeitete.

    Heute mit 99 ist Rita Levi Montalcini noch immer in Sachen humanitäre Hilfe unterwegs. Gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Paola hat sie in Andenken an den Vater, der sie nach anfänglicher Skepsis in ihrer Forscherlaufbahn maßgeblich unterstützt hatte, die Stiftung Levi-Montalcini gegründet, mit der sie sich für mehr Bildung der Frauen in Afrika einsetzt und ihnen so die Tür zur Emanzipation öffnet.

    Der Eintritt zur Veranstaltung am 31. Mai mit Rita Levi Montalcini ist frei. Um Anmeldung unter 0039-0471/055 454 wird gebeten.


    Bilder



    Foto: (c) Michael Frank
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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


     


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