Nach der äußerst umstrittenen Entscheidung Papst Benedikts XVI., die Exkommunikation von vier Bischöfen der Piusbruderschaft aufzuheben, steckt die Katholische Kirche in einer Krise. Die Katholisch-Theologische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum bezieht klar Stellung: Sie fordert, dass die vier Bischöfe das Zweite Vatikanische Konzil "voll und ganz" anerkennen. Mit Empörung weist die Fakultät die "unsägliche Leugnung" des Holocaust durch einen Bischof und andere Mitglieder der Piusbruderschaft zurück und fordert disziplinarische und rechtliche Konsequenzen: "Ein Bischof, der die Shoah leugnet, ist untragbar", heißt es in der Erklärung.
Bochum, 03.02.2009
Nr. 40
Katholische Kirche in der Krise: Klare Worte aus Bochum
Katholisch-Theologische Fakultät der RUB bezieht Stellung
"Unsägliche Leugnung" des Holocaust ist nicht hinnehmbar
Nach der äußerst umstrittenen Entscheidung Papst Benedikts XVI., die Exkommunikation von vier Bischöfen der Piusbruderschaft aufzuheben, steckt die Katholische Kirche in einer Krise. Es geht um weit mehr als Personalentscheidungen - die Einheit der Kirche und der Dialog mit anderen Glaubensrichtungen stehen auf dem Spiel. Die Katholisch-Theologische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum bezieht klar Stellung: Sie fordert, dass die vier Bischöfe das Zweite Vatikanische Konzil "voll und ganz" anerkennen. "Es ist nicht akzeptabel, dass sie keine Reue und tätige Buße zeigen, sondern öffentlich erklären, sich durch die Aufhebung der Exkommunikation in ihren Positionen bestätigt zu fühlen", heißt es in der Bochumer Erklärung. Mit Empörung weist die Fakultät die "unsägliche Leugnung" des Holocaust durch einen Bischof und andere Mitglieder der Piusbruderschaft zurück und fordert disziplinarische und rechtliche Konsequenzen: "Ein Bischof, der die Shoah leugnet, ist untragbar".
Erklärung im Internet
Die ausführliche Erklärung der Fakultät steht im Internet unter
http://www.pm.rub.de/pm2009/msg00040.htm
und unter
http://www.rub.de/kath-theol-fak/aktuelles.htm
Öffentlicher Studientag geplant
Die Bochumer Fakultät sieht im Zweiten Vatikanischen Konzil das "Schlüsselereignis der Katholischen Kirche im 20. Jahrhundert und auf dem Weg ins dritte Jahrtausend". Es sei notwendig, auf breiter Basis alle zentralen Themen des Konzils neu ins Gedächtnis zu rufen und sie mit den heutigen Herausforderungen zu verknüpfen. Diesem Auftrag sehe sich die Fakultät täglich in Lehre und Forschung verpflichtet. Um einen konstruktiven Beitrag zur aktuellen Debatte zu leisten, plant die Katholisch-Theologische Fakultät der RUB einen öffentlichen Studientag zu Beginn des Sommersemesters. Ziel ist, das zentrale Dokument des Konzils über das Verhältnis der Katholischen Kirche zum Judentum (Nostra Aetate) vorzustellen, den seitdem begonnen Dialogprozess zu beleuchten und in den Kontext der gegenwärtigen Diskussion einzuordnen.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Joachim Wiemeyer, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der RUB und Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre, Tel. 0234/32-22615, E-Mail: joachim.wiemeyer@rub.de
Redaktion: Jens Wylkop
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Gesellschaft, Politik, Religion
überregional
Wissenschaftspolitik
Deutsch
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