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15.02.2009 19:00

Klima-Herzflimmern

Dipl.Met. Franz Ossing Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

    Klima-Herzflimmern - Schnelle dekadische Klimawechsel vor dem Beginn einer Warmzeit

    Klima-Herzflimmern

    Schnelle dekadische Klimawechsel vor dem Beginn einer Warmzeit

    15.02.2009 | Potsdam: Im aktuellen Wissenschaftsmagazin Nature Geoscience weist eine Gruppe von norwegischen, schweizer und deutschen Geowissenschaftlern nach, dass es vor dem Einsetzen der heutigen Warmzeit sehr schnelle Klimaänderungen gab. Der Übergang von der stabilen Kaltphase lief über sehr rasche Fluktuationen vor etwa 12150 bis 11700 Jahren vor heute bis zu einem Temperatur-Schwellenwert, mit dem sich das aktuelle, wärme Klima etablierte.

    Die Wissenschaftler um J. Bakke von der Universität Bergen untersuchten dazu Sedimente aus dem Kråkenes-See in Südwest-Norwegen. Diese feinstgeschichteten Seeablagerungen stellen besonders geeignete geologische Archive dar, mit denen die Wissenschaftler die Sprunghaftigkeit des Klimas analysieren können. Es stellte sich bei der geochemischen Bestimmung von Titan im Sediment heraus, dass es in dieser Phase zu sehr kurzfristigen Schwankungen des Eintrags dieses Elements in den See kam. "Wir führen das auf sehr kurzfristige Schwankungen im Schmelzwasser der Inland-Gletscher zurück, die diesen See speisen", erklärte Professor Gerald Haug vom DFG Leibniz Center for Earth Surface Process and Climate Studies an der Universität Potsdam und ETH Zürich, der zusammen mit seinem Kollegen Peter Dulski vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ diese Analysen durchführte. "Die fluktuierende Gletscherschmelze wird verursacht durch das stoßweise Vordringen des Golfstroms und den dadurch verursachten schrittweisen Rückgang der Meereisbedeckung vor Norwegen." Dieser Prozess ist eng gekoppelt mit einer ebenso hochfrequenten Änderung des Westwindsystems und dem damit zusammenhängenden Wärmetransport nach Europa. Dieses Herzflimmern des Klimas spiegelt sich wider, wie gezeigt, im schnell variierenden Schmelzwasserzufluss in den untersuchten See, der zu diesem Zeitpunkt am wohl klimasensibelsten Punkt Europas lag, nämlich dort, wo Golfstrom und Meereisbedeckung sich änderten.

    * J. Bakke, Ø. Lie, E. Heegaard, T. Dokken, G. Haug, H. Birks, P. Dulski and T. Nilsen: (2009): Rapid oceanic and atmospheric changes during the Younger Dryas cold period, Nature Geoscience, Advance Online Publication, 15.02. 2009, 18:00 London time

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    Franz Ossing
    Helmholtz Centre Potsdam
    GFZ German Research Centre for Geosciences
    Deutsches GeoForschungsZentrum
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    Telegrafenberg
    14473 Potsdam / Germany
    e-mail: ossing@gfz-potsdam.de
    Tel. ++49 (0)331-288 1040
    Fax ++49 (0)331-288 1044
    http://www.gfz-potsdam.de/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Chemie, Geowissenschaften, Geschichte / Archäologie, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


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