VolkswagenStiftung fördert mit 800.000 Euro eine weitere ihrer "Studiengruppen zu Migration und Integration"; jetzt insgesamt 13 Teams am Start
In Deutschland leben immer mehr Menschen mit ausländischen Wurzeln: Über 18 Prozent der Gesamtbevölkerung, darunter fast jedes dritte Kind unter zehn Jahren, haben einen Migrationshintergrund. Dies hat auch Auswirkungen auf das Gesundheitssystem, das sich zunehmend den interkulturellen Herausforderungen stellen muss. Dennoch wissen wir bisher nur wenig über den Gesundheitszustand der Bevölkerung mit Migrationshintergrund und darüber, wie sie das Gesundheitswesen nutzt. Sich dieser Problematik in Wissenschaft und Praxis weiter anzunehmen, ist daher unerlässlich. Die VolkswagenStiftung hat bereits in den Jahren 2004 und 2007 zwölf internationale Studiengruppen zu Migration und Integration auf den Weg gebracht, in denen die Themenkomplexe "Bildung", "Wirtschaft", "Partizipation", "Struktur und Wandel von Sprache" sowie "Migration und Organisation" behandelt werden. Jetzt fördert sie mit 800.000 Euro eine weitere Studiengruppe im Bereich "Migration und Gesundheit", die sich explizit der Gesundheitsversorgung jener Menschen mit Migrationshintergrund zuwendet, die unter psychischen Störungen leiden.
Unter Federführung von Professor Dr. Andreas Heinz von der Charité - Universitätsmedizin Berlin möchte das interdisziplinär aufgestellte Forscherteam aus Deutschland, der Türkei und Österreich mittels verschiedener Erhebungen die aktuelle Praxis der Versorgung im Bereich seelischer Gesundheit näher erfassen und bei der Bewertung von Schwierigkeiten und Entwicklungspotenzialen helfen. Vier Themenfelder werden dabei näher betrachtet: Zum Ersten möchten die Forscher repräsentative Zahlen über Krankheitshäufigkeiten und das Zusammentreffen verschiedener Krankheitsbilder gewinnen. Hier fällt der Blick auf die zahlenmäßig größte in Deutschland lebende Gruppe: Menschen mit türkischem Migrationshintergrund. Diese Untersuchungen laufen in Berlin und Hamburg. Zum Zweiten geht es dem Team darum, Barrieren und Ressourcen bei der Nutzung fachspezifischer Versorgungseinrichtungen in Deutschland näher zu erkunden. Hierfür sind qualitative Studien in Berlin und vergleichend bei einer innertürkischen Personengruppe in Istanbul geplant. Drittes Ziel ist es, migrationssensible Standards für die Qualität von Versorgungseinrichtungen zu erarbeiten. Diese sollen dazu dienen, stationäre und ambulante Einrichtungen in zwei Bezirken Berlins zu evaluieren. Zum Vierten soll ein Trainingsprogramm zur interkulturellen Kompetenz entwickelt, durchgeführt und auf seinen Erfolg kontrolliert werden.
Die Ergebnisse möchte die Studiengruppe bei einer internationalen Abschlusskonferenz vorstellen. Zudem arbeitet das Team darauf hin, dass die entwickelten Instrumente und Empfehlungen auch in der Praxis zum Einsatz kommen.
Kontakt Projekt
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Prof. Dr. Andreas Heinz
Telefon: 030 450 517001
E-Mail: andreas.heinz@charite.de
Weitere Informationen:
http://www.migration-integration.de
Kontakt
VolkswagenStiftung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christian Jung
Telefon: 0511 8381 380
E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de
Kontakt Ausschreibung "Studiengruppen zu Migration und Integration":
Dr. Alfred Schmidt
Telefon: 0511 8381 237
E-Mail: schmidt@volkswagenstiftung.de
Der Text der Presseinformation steht im Internet zur Verfügung unter http:// http://www.volkswagenstiftung.de/service/presse.html?datum=20090415
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin, Politik, Psychologie
überregional
Forschungsprojekte, Wissenschaftspolitik
Deutsch
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