- Forderungen an die Politik von Wohnungswirtschaft und Hochschule -
GEISLINGEN. (üke) Lebhaft, bisweilen erregt ging es zu, beim 34 Tag der Immobilie an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU). Die abschließende Podiumsdiskussion geriet zum Schlagabtausch zwischen den Verbandsvertretern der Immobilienwirtschaft und der Politik. Im Kernpunkt der Kritik: Wer soll für die Kosten des Umweltschutzes bei Immobilien bezahlen?
Doch zunächst gab es etwas zu feiern: 10 Jahre Geislinger Konvention. Über diesen Zeitraum arbeitete eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Hochschule und der Wohnungswirtschaft an einem Regelwerk, um die explodierenden Wohnnebenkosten transparent, nachvollziehbar und vergleichbar zu machen. Ein Mammutwerk, das Mietern und Vermietern gleichermaßen hilft, Einsparpotentiale zu erkennen. 147 Einzelpositionen lassen sich mit der Geislinger Konvention aufschlüsseln: Von Abfallabgaben über Strom, Wasser bis hin zu Zählergebühren. So lässt sich genau auswerten, wie hoch Mieter von Flensburg bis München durch Nebenkosten zusätzlich belastet werden und weshalb. Über 3,5 Millionen Wohnungen werden derzeit von Wohnungsunternehmen in ganz Deutschland nach diesem Regelwerk verwaltet, das zum einen den Namen Geislingens und zum anderen die deutliche Handschrift von HfWU-Prorektor Professor Dr. Hansjörg Bach trägt. Während des Tages der Immobile stellten Verbandsvertreter die Ziele und die Anwendung der Geislinger Konvention vor.
Deutlich politischer wurde es bei der anschließenden Podiumsdiskussion, die sich mit den neuesten energiepolitischen Beschlüssen der Landesregierung auseinandersetzte. Schon mit der Eingangsfrage von Dr. Bach an den Energiepolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Paul Nemeth, welchen Teufel die Landesregierung bei dem neuen Erneuerbaren Energiegesetz geritten habe, wusste dieser, das der Tag der Immobilie ein kritisches Publikum und Podium repräsentiert. Er sei eher Lob gewohnt und vom Ökoinstitut bis hin zu anderen Landesregierungen werde Baden-Württemberg als Vorreiter in Sachen Klimaschutz gefeiert. Zu Unrecht, so Lutz Freitag, der Präsident des GdW Bundesverband der deutschen Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Eine Technologie werde einseitig gefördert und versperre den Weg zu anderen Alternativen. Zum anderen brauche die Immobilienwirtschaft verlässliche Rahmenbedingungen. Leider könne jedoch die Politik die Folgen ihres Tuns nicht abschätzen. Und die Folgen des vorliegenden Gesetzes seien für Investoren und Mieter schlicht zu teuer. Dies obwohl die Mieter durchaus bereits seien, ihr Päckchen für den Klimaschutz zu zahlen, aber die Lücke zwischen Investitionen und Nutzen sei zu groß, so Lukas Siebenkotten, der Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes. Mehr Rücksprache vor dem Gesetz hätte sich Wolfgang Heckeler gewünscht. Der Präsident des Dachverbandes Deutscher Immobilienverwalter sieht das baden-württembergische Gesetz als sinnvoll für Neubauten, nicht jedoch für bestehende Gebäude. „Die Frage, wie die höheren Standards von den Betroffenen finanziert werden sollten, wurde von der Politik völlig ausgeklammert“. In ihrer Ablehnung zogen die Vertreter von Mietern, Eigentümern und Verwaltern an einem Strang. Trotzdem ist sich Nemeth sicher: „In zehn Jahren werden Sie alle sagen, da habt ihr etwas Gutes getan“.
Gerhard Schmücker, 28.04.2010
Foto (Regine Barthold): Das Podium beim Tag der Immobilie (v.l.n.r), Paul Nemeth, Lukas Siebenkotten ...
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Bauwesen / Architektur, Wirtschaft
überregional
Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch
Foto (Regine Barthold): Das Podium beim Tag der Immobilie (v.l.n.r), Paul Nemeth, Lukas Siebenkotten ...
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