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13.07.2011 19:00

Leibniz-Senat nimmt zu vier Einrichtungen Stellung

Josef Zens Geschäftsstelle, Büro Berlin
Leibniz-Gemeinschaft

    Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat zu vier Einrichtungen Stellung genommen. In drei Fällen attestiert er hohe Leistungen und empfiehlt Bund und Ländern, die Einrichtungen weiterhin gemeinsam zu fördern. In einem Fall empfiehlt der Senat, die gemeinsame Förderung fortzuführen und eine erneute Evaluierung bereits in drei Jahren vorzusehen.

    Berlin. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat am Mittwoch, 13. Juli 2011, zu vier Einrichtungen Stellung genommen. In drei Fällen attestierte er hohe Leistungen und empfahl Bund und Ländern, die Einrichtungen weiterhin gemeinsam zu fördern. In einem Fall empfiehlt der Senat, die gemeinsame Förderung fortzuführen und eine erneute Evaluierung in drei Jahren vorzusehen.
    Das Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) in Erkner untersucht Wechselwirkungen zwischen räumlichen, gesellschaftlichen und politischen Entwicklungsprozessen in Geschichte und Gegenwart. Die vom Senat in seiner heutigen Stellungnahme als gut bis sehr gut beurteilten wissenschaftlichen Leistungen bieten Potential, das Institut weiter zu profilieren und so seine nationale und internationale Sichtbarkeit in der Wissenschaft und in der Politikberatung in den nächsten Jahren zu erhöhen. Dazu können auch die bemerkenswerten Sammlungsbestände zur Bau und Planungsgeschichte der DDR beitragen, die das Institut archiviert, pflegt und auswertet.
    Der Senat hebt hervor, dass die Leitung des Instituts in den vergangenen Jahren einen erheblichen personellen Umbruch sehr gut bewältigte und wichtige Weichen für eine weitere positive Entwicklung stellte. So wurde eine klar strukturierte Nachwuchsförderung aufgebaut. Die Zusammenarbeit mit Hochschulen in Berlin und Brandenburg ist erfolgreich und bietet weiteres Potential für gemeinsam getragene Forschungsstrukturen. Auch mit fachlich nahestehenden anderen außeruniversitären Einrichtungen in Deutschland kooperiert das IRS intensiv. Auf diesem Weg solle das IRS nun weiter voranschreiten, das heißt, seine internationale Zusammenarbeit unter strategischen Gesichtspunkten ausbauen und seine Forschungs- und Beratungsleistungen weiter steigern. Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, das IRS weiterhin gemeinsam zu fördern.
    Das Fachinformationszentrum Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur (FIZ KA) schätzt der Senat der Leibniz-Gemeinschaft in seiner heute veröffentlichten Stellungnahme als überaus erfolgreiche Einrichtung ein. Seine international konkurrenzfähigen Produkte und Dienstleistungen genügen höchsten Erwartungen bezüglich Aktualität, informationstechnologischer Qualität und Kundenfreundlichkeit, so das Gremium. Die hohe Nachfrage nach den Diensten des FIZ Karlsruhe spiegle sich in bemerkenswert hohen Einnahmen aus Leistungsangeboten des als gemeinnützige GmbH organisierten Instituts.
    Die Dienstleistungen von FIZ Karlsruhe müssen, so der Senat weiter, in Zukunft noch stärker als bisher auf eigenständiger angewandter Forschung und Methodenentwicklung aufbauen, um auf einem dynamischen Informationsmarkt langfristig wettbewerbsfähig bleiben zu können. Der Senat empfiehlt daher, zukünftig deutlich mehr Personal für Forschung und Entwicklung vorzusehen. Dies erfordere zum einen Umschichtungen von Mitteln am Institut, aber auch ein größeres finanzielles Engagement von Bund und Ländern. Der Ausbau der angewandten Forschung werde auch zu einer intensiveren akademischen Nachwuchsförderung beitragen. Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung der Einrichtung fortzusetzen.
    Die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) in Kiel und Hamburg hat in den vergangenen Jahren mit wichtigen strukturellen Veränderungen auf die dynamischen Entwicklungen in den Informationstechnologien reagiert. Dies hält der Senat der Leibniz-Gemeinschaft in seiner heute veröffentlichten Stellungnahme fest. So ist die ZBW in eine rechtlich selbstständige Stiftung umgewandelt worden. Seit 2010 ist der Direktor erstmals gleichzeitig auch Professor an der Universität Kiel. Der Senat sieht beste Voraussetzungen dafür, dass der profilierte Medieninformatiker, der die ZBW nun leitet, den begonnenen Modernisierungsprozess in den nächsten Jahren weiter vorantreibt.
    Auch in Zukunft soll die ZBW mit ihren traditionellen Dienstleistungen überzeugen, so der Senat. Gleichzeitig müsse sie ihre neuen elektronischen Dienste unter strategischen Gesichtspunkten fokussieren. Der Senat begrüßt, dass die ZBW angewandte Forschung und Methodenentwicklung weiter ausbauen möchte. Das Leibniz-Zentrum habe erkannt, dass moderne Informationsdienstleistungen nur auf einem solchen Fundament wettbewerbsfähig entwickelt werden können.
    Positiv hebt der Senat auch hervor, dass und wie die Integration der Kieler ZBW mit der Bibliothek des früheren Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archiv in den vergangenen Jahren gelungen ist. Dringenden Handlungsbedarf sieht der Senat jedoch bei der unzureichenden Unterbringung von Buchbeständen in Hamburg. Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung der ZBW fortzuführen.
    Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) war 2007 sehr kritisch beurteilt worden. Deshalb wurde das Institut nun bereits nach vier statt nach sieben Jahren erneut evaluiert. Nach wie vor bleibe das IWH, so der Senat, in Bezug auf seine wissenschaftlichen Leistungen hinter den Erwartungen zurück. Die Leistungen werden derzeit als größtenteils befriedigend, in Einzelfällen gut bewertet.
    Der Senat sieht jedoch auch, dass für die Bearbeitung zentraler Fragestellungen des Instituts ein hoher wissenschafts- und innovationspolitischer Bedarf besteht. Das Leitthema des Instituts „Von der Transformation zur europäischen Integration“ sei im Grundsatz geeignet, um daraus ein eigenständiges Forschungsprofil und ein schlüssiges Gesamtkonzept zu entwickeln. Damit ein solches Konzept entwickelt und umgesetzt werden kann ist es nach Auffassung des Leibniz-Senats unerlässlich, dass das IWH wissenschaftlich grundlegend reformiert werde, um seine Leistungsfähigkeit deutlich zu steigern. Der Senat sieht Chancen für die Realisierung einer solchen Reform, deren Grundlagen ohne Verzug innerhalb des kommenden Jahres konzeptionell und personell geschaffen werden müssen.
    Vor diesem Hintergrund empfiehlt der Senat Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des IWH fortzuführen. Angesichts der grundlegenden Kritikpunkte, die in der heute veröffentlichten Senatsstellungnahme ausgeführt sind, soll die nächste Überprüfung der Fördervoraussetzungen in drei Jahren stattfinden.

    Die einzelnen Senatsstellungnahmen finden Sie im Wortlaut auf den Internetseiten der Leibniz-Gemeinschaft unter www.leibniz-gemeinschaft.de/evaluierung


    Weitere Informationen:

    http://www.leibniz-gemeinschaft.de/evaluierung - Hier sind die Stellungnahmen des Senats der Leibniz-Gemeinschaft im Wortlaut abzurufen


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    fachunabhängig
    überregional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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