Erläuterungen zur Pressemitteilung vom 11. Juli 2013
Das Interesse der Medien an der o.a. Pressemitteilung zu der wissenschaftlichen Studie, die vor allem die molekularbiologische Charakterisierung und Typisierung von resistenten Enterobakterien im Fokus hatte, macht einige Erläuterungen zur Relevanz für den Verbraucher notwendig.
Die Studie „Extended-Spectrum β-Lactamase- and AmpC-Producing Enterobacteria in Healthy Broiler Chickens” gibt einen Einblick in das Vorkommen von ESBL bildenden Enterobacteriaceae auf der Schlachthofebene. Es handelt sich dabei nicht um eine für Deutschland repräsentative Untersuchung und kann somit nicht ohne weiteres verallgemeinert werden. Sie stellt eine Momentaufnahme dar. Ziel war es, das Vorkommen dieser Stämme zu erfassen und die Stämme molekularbiologisch näher zu charakterisieren.
Mitglieder der Familie der Enterobacteriaceae sind normale Darmbewohner bei Mensch, Haus- und Nutztieren. Der bekannteste Vertreter ist Escherichia coli. Diese Bakterien als solche sind keine Krankheitserreger. Einzelne Vertreter dieser Gruppe können jedoch bei Menschen mit schweren Vorerkrankungen oder Immunschwäche zu einer Erkrankung führen. ESBL tragende Enterobacteriaceae sind Teil dieser Bakterien-Familie. In der Regel sind ESBL-E. coli nicht pathogene Vertreter dieser Spezies.
In einer aktuellen Untersuchung zur genetischen Verwandtschaft von ESBL-E. coli bei Mensch und Mastgeflügel konnte bisher kein genetischer Zusammenhang zwischen den Stämmen festgestellt werden, humane und tierische Stämme unterscheiden sich voneinander (de Been et al. 2013). Auch gesunde Menschen können Träger dieser resistenten Bakterien sein.
Bei der Fleischgewinnung werden können Keime auf das Fleisch übertragen werden. Frisches bzw. rohes Fleisch sowie andere frische Lebensmittel sind nicht steril, auf der Oberfläche befinden sich Keime. Dabei könnte es sich auch um Krankheitserreger oder resistenztragende Mikroorganismen handeln.
Der Verbraucher kann sich durch einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln vor diesen Keimen schützen. Diese Kenntnis ist für den Verbraucher von großer Bedeutung. Seit jeher wird Fleisch, besonders jedoch Geflügelfleisch, gegart verzehrt. Durch das Erhitzen werden alle Erreger abgetötet. Bei der Zubereitung eines Lebensmittels wie beispielsweise Geflügelfleisch muss der Verbraucher die notwendige Sorgfalt walten lassen. Im Falle von frischem Fleisch bedeutet das ein besonderes Augenmerk auf die Küchenhygiene zu richten. Geflügelfleisch sollte nicht roh, sondern immer durchgegart verzehrt werden. Hier ist auf ein vollständiges Durchgaren zu achten, um alle Keime sicher abzutöten. Bei Beachtung dieser allgemeinen Regeln kann der Verbraucher Geflügelfleisch mit Genuss verzehren.
Für detaillierte Informationen sei auf Stellungnahmen des Bundesinstituts für Risikobewertung aus den Jahren 2011 und 2012 verwiesen:
http://www.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-esbl-und-ampc-bildenden-an...
http://www.bfr.bund.de/cm/343/esbl-bildende-bakterien-in-lebensmitteln-und-deren...
Für fachliche Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. Günter Klein
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Lebensmittelqualität und
-sicherheit
Tel.: +49 511 856-7256
guenter.klein@tiho-hannover.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Tier / Land / Forst
überregional
Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch

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