Soeben ist im transcript-Verlag der Band „Neue Governance der Wissenschaft. Reorganisation – externe Anforderungen – Medialisierung“ erschienen. Er versammelt Ergebnisse aus 13 Forschungsprojekten, die zwischen 2009 und 2013 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der Förderinitiative „Neue Governance der Wissenschaft“ unterstützt wurden. Die Beiträge untersuchen Aspekte des aktuell stattfindenden gravierenden Transformationsprozesses im Wissenschaftssystem und liefern anschauliche Erklärungsmuster sowie griffige Handlungsansätze für Wissenschaftsmanagement und -politik.
Die Beiträge des Sammelbandes basieren auf umfangreichen empirischen Untersuchungen und nehmen ihren Ausgangspunkt in den tiefgreifenden Umbruchprozessen im Wissenschaftssystem, die seit den 1980er Jahren zu beobachten sind. Die verbindende These ist, dass das Modell der „Gesteuerten Autonomie“, das über lange Zeit die Beziehung zwischen Wissenschaft und Wissenschaftspolitik bestimmte, durch die Transformationen hinfällig wurde. Dieses Modell beschreibt ein ausgewogenes Spannungsverhältnis zwischen dem wissenschaftlichen Anspruch auf Autonomie und dem wissenschaftspolitischen Anspruch auf Prioritätensetzung. Was an seine Stelle treten wird, ist zum heutigen Zeitpunkt offen. Fest steht lediglich: der Transformationsprozess ist unumkehrbar.
Im Fokus der Untersuchungen stehen die Hochschulen. Dort finden unter dem Schlagwort „New Public Management“ die augenfälligsten Reorganisationen statt. Dabei wurde in erstaunlicher Geschwindigkeit die Transformation von Gremien-Universitäten zu unternehmerischen Universitäten vollzogen.
Die Autorinnen und Autoren aus der Wissenschafts- und Hochschulforschung analysieren aus unterschiedlichen Perspektiven und in diversen Segmenten des Wissenschaftssystems Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen dieses Transformationsprozesses und skizzieren die Konturen einer neuen „Governance der Wissenschaft“. Sie formulieren Handlungsansätze für die Wissenschaftspolitik und das Wissenschaftsmanagement, weshalb das Buch sich dezidiert an Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaftspolitik und -management sowie an betroffene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler richtet.
Besondere Aktualität erhält das Buch dadurch, dass die Wissenschafts- und Hochschulforschung, angesichts der offenkundigen Relevanz ihres Forschungsfeldes, derzeit selbst große Aufmerksamkeit erfährt. Der Wissenschaftsrat hat für Frühjahr 2014 ein Positionspapier zu diesem Gebiet angekündigt.
Zum Buch:
Edgar Grande, Dorothea Jansen, Otfried Jarren, Arie Rip, Uwe Schimank, Peter Weingart (Hg.) (2013): Neue Governance der Wissenschaft. Reorganisation – externe Herausforderungen – Medialisierung. transcript Verlag, Bielefeld. 370 S. ISBN 978-3-8376-2272-0.
Die Förderinitiative „Neue Governance der Wissenschaft“ wird durch den Projektträger im DLR betreut, Ansprechpartnerin ist Dr. Monika Wächter, E-Mail: monika.waechter@dlr.de, Telefon: 0228/3821-1597.
Der Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat sich auf Dienstleistungen zur Förderung von Forschung, Innovation und Bildung spezialisiert. Er betreut derzeit 10.250 Projekte und mehr als eine Milliarde Euro Forschungsgelder in den Bereichen Bildung, Kultur, Gesundheit, Umwelt, Innovation, Schlüsseltechnologien und Internationale Kooperationen. Als einer der größten Projektträger Deutschlands und einziger mit solch breitem Themenspektrum, unterstützt er Landes- und Bundesministerien bei der Umsetzung von Forschungsförderprogrammen, ist für die Europäische Kommission, öffentliche Einrichtungen und private Auftraggeber tätig.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Gesellschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Pädagogik / Bildung, Politik, Psychologie
überregional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftspolitik
Deutsch
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