Ob als Grundstoff zur Herstellung von Teppichböden, in Lösungsmitteln von Lacken, als Zusatz von Reinigungsprodukten: Propandiol und Butanol stecken in vielen Produkten unseres Alltags. Ohne Erdöl sind diese chemischen Grundstoffe bisher kaum konkurrenzfähig herstellbar – noch nicht. Weltweit suchen Forscher nach ressourcenschonenden Alternativen, darunter auch Prof. Dr. rer. nat. An-Ping Zeng von der TU Hamburg. Durch seine wegweisende Optimierung in der industriellen Herstellung von Ausgangsmaterialien für Biokunststoffe hat sich der Hamburger Forscher diesem Ziel bereits einen großen Schritt genähert.
Jetzt ist Zeng auch in eines der größten europäischen Forschungsvorhaben aufgenommen worden, in dessen Zentrum generell die Umwandlung von Biomasse in Chemikalien in einer Bioraffinerie steht und das bereits seit 2010 läuft. Seine Aufgabe besteht speziell darin, Verfahren für eine erdölunabhängige Produktion von 1,3-Propandiol, n-Butanol und Biogas zu entwickeln. n-Butanol könnte dann sogar als Biokraftstoff eingesetzt werden. Knapp 2 Millionen Euro stehen dem Hamburger Wissenschaftler bis Ende 2013 für seine Forschung in dem Projekt „European multilevel integrated biorefinery design for sustainable biomass processing“ zur Verfügung, an dem insgesamt 30 Forscher aus 15 europäischen Ländern beteiligt sind. Kostenvolumen: 37,4 Millionen Euro.
An-Ping Zeng gilt international als Vorreiter in der Entwicklung und Optimierung dieser Herstellungsprozesse. So war es dem Leiter des Instituts für Bioprozess- und Biosystemtechnik an der Hamburger TU 2011 nach dreijähriger Forschungsarbeit in dem europäischen Verbundprojekt „Propanergy“ mit bisher nicht dagewesenem Erfolg gelungen, aus Glycerin 1,3-Propandiol herzustellen. Der Clou: Zeng arbeitet mit einer ausgeklügelten Mischung verschiedener Mikroorganismen. An dieser mikrobiellen Gemeinschaft sind zum Beispiel Bakterien aus der Gattung der Clostridien beteiligt. Zeng wird seinen weltweit vielbeachteten Weg auch im neuen EU-Projekt verfolgen und nach Mikroorganismen suchen, die miteinander harmonieren und – und fleißig arbeiten. Und das heißt in diesem Fall den Stoffwechsel auf Hochtouren fahren, um auf diesem natürlichen Weg Stroh, Holz und andere Arten von Bioabfall in chemische Grundstoffe umzuwandeln.
1,3-Propandiol ist inzwischen eine Massenchemikalie, die zur Herstellung neuartiger Polyester dient. Mehr als 100.000 Tonnen davon werden jährlich hergestellt, überwiegend auf chemischem Wege – unter Verwendung fossiler Ressourcen, meist Erdöl. n-Butanol ist derzeit ebenfalls ein Massenprodukt auf Erdölbasis.
Für Rückfragen
TU Hamburg-Harburg
Institut für Bioprozess- und Biosystemtechnik
Prof. Dr. rer. nat. An-Ping Zeng
Tel.: 040 / 42878-4183
E-Mail: aze@tuhh.de
TU Hamburg-Harburg
Pressestelle
Jutta Katharina Werner
Tel.: 040 / 42878-4321
Mobil: 0173 245 9999
E-Mail: j.werner@tuhh.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
Biologie, Chemie, Energie, Umwelt / Ökologie, Werkstoffwissenschaften
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
Deutsch
Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.
Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).
Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.
Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).
Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).