idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr

Event


institutionlogo


Share on: 
02/07/2019 - 04/25/2019 | Mainz

Ataya – Chinesischer Grüntee in Mali: Ein Genuss, ein Gedicht, ein Business

Die Welt des Grüntees in Mali / Ausstellung in der Schule des Sehens der Johannes Gutenberg-Universität unter Mitwirkung von Studierenden des Instituts für Ethnologie und Afrikastudien

Vernissage: Donnerstag, 7. Februar 2019, 18:00 Uhr
Finnisage: Donnerstag, 25. April 2019, 16:00 Uhr
Öffnungszeiten: Di 12-14, Mi 14-16 Uhr, Do 16-18 Uhr ; geschlossen vom 26.-28. März 2019
Führungen: nach Vereinbarung
Wo: Schule des Sehens (neben dem Philosophicum, Jakob-Welder-Weg 18), auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 55128 Mainz

Veranstalter: Institut für Ethnologie und Afrikastudien (ifeas) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Programmflyer: http://www.uni-mainz.de/veranstaltungskalender/schule_des_sehens_ausstellung_ata...
Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/2286518288294300/

Eintritt: frei
Anmeldung: nicht erforderlich

Informationen zur Veranstaltung:
Ataya bedeutet Grüntee. Der Begriff Ataya kam zusammen mit dem Tee von Marokko im 19. Jahrhundert über die westliche Sahara nach Mali. Dort ist Ataya Willkommensgetränk, Gastgeschenk und Nationalgetränk. Er wird nicht schnell nebenbei getrunken, sondern mit Freunden in einem zeitintensiven Trinkritual. Von dem stark gesüßten Grüntee trinken die Teilnehmer drei aufeinander folgende Aufgüsse mit verschiedenen Geschmacksnuancen. Man sagt, das erste Glas sei bitter wie das Leben, das zweite süß wie die Liebe und das dritte sanft wie der Tod. Während beim ritualisierten Trinken fast überall auf der Welt alkoholische Getränke genossen werden, ist es in Mali stark gesüßter chinesischer Grüntee. Interessant ist dabei, wie der unscheinbare Tee zum Nationalgetränk werden konnte, noch dazu, wenn er aus einem so weit entfernten Land wie China kommt.

Das ritualisierte Teetrinken erscheint heute als Tradition in Mali, doch wurde es erst in den 1990er-Jahren zum Alltagsritual in allen Bevölkerungsschichten. Seither ist Tee in aller Munde. Die einen preisen Grüntee als energiespendendes Getränk, der Menschen miteinander ins Gespräch bringt und Gemeinschaftsgefühl herstellt; die anderen sehen in ihm die Ursache für soziale Probleme, für die hohe Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen und das Fortbestehen der Korruption.

Von der Wichtigkeit des Tees zeugt die Vielfalt der Teemarken. Auf dem Großen Markt in Bamako, der Hauptstadt Malis, gibt es über hundert verschiedene Teemarken zu kaufen. Ihr Verpackungsdesign zeigt chinesische Teegärten neben verzierten Teegeräten, Wüsten- und Savannentiere, Namen von Firmengründern und Handelsorten. Das Design greift auch tagespolitische Ereignisse auf, zum Beispiel die 50-Jahr-Feier der Unabhängigkeit Malis, die Wahl Obamas zum Präsidenten der USA, Fußballereignisse wie den Africa Cup oder auch militärische Konflikte wie den Irak-Krieg, den Gaza-Konflikt oder die Bekämpfung von Rebellen im Norden Malis durch französische Truppen. Häufig ist das Teepäckchendesign eine Collage mehrerer Themen, die China und Mali, den Tee, die Geschichte und aktuelle Ereignisse visuell miteinander verknüpfen und den Grüntee in Mali als ein Medium des Zeitgeschehens sichtbar machen.

In sieben Station führt die Ausstellung „Ataya – Chinesischer Grüntee in Mali: Ein Genuss, ein Gedicht, ein Business“ führt in sieben Stationen durch die Welt des Grüntees in Mali. Sie beginnt mit der gestalterischen Vielfalt der Teepäckchen. Weiter geht es mit der Herkunft des Grüntees aus China und der Handelsgeschichte vom Reich der Mitte über Europa und Marokko mit Dromedarkarawanen durch die Sahara nach Mali, dem Anlegen einer eigenen nationalen Teeplantage bis hin zur Marktöffnung in den 1990er-Jahren und den malischen Importeuren, die heute selbst nach China reisen und containerweise Tee nach Mali bringen. Diese Entwicklungen brachten die Entstehung der Teemarken mit sich wie auch die Werbung für Grüntee, das Verändern und Kopieren von Marken und die Teemarkenpiraterie. Die letzte Station erläutert den Ablauf des Teerituals und die Gerätschaften für die Zubereitung des Tees.

Die Ausstellung, die vom 7. Februar bis zum 25. April 2019 in der Schule des Sehens auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) zu sehen ist, zeigt eine Auswahl von Objekten aus einer Sammlung von gegenwärtig 210 verschiedenen Teepäckchen aus Mali und benachbarten Ländern, zusammen mit weiteren Gegenständen, die im Kontext des Teerituals und der Verpackung von Tee stehen. Die Sammlung wurde von der Ethnologin Prof. Dr. Ute Röschenthaler im Rahmen eines Forschungsprojekts zu Handelsnetzen in Afrika seit 2005 zusammengetragen und von 2013 bis 2019 im Projekt „Africa’s Asian Options“ (AFRASO), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main gefördert wird, weiterentwickelt. In Zusammenarbeit mit Studierenden des Instituts für Ethnologie und Afrikastudien (ifeas) der JGU ist nun die Ausstellung entstanden.

Die Ausstellung „Ataya – Chinesischer Grüntee in Mali: Ein Genuss, ein Gedicht, ein Business“ ist in der Schule des Sehens am Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vom 7. Februar bis 25. April 2019 zu sehen. Mit Ausstellungsbeginn ist die Teepäckchen-Sammlung zudem in einem Online-Museum virtuell zugänglich: www.virtualgreenteamuseum.de.

Kontakt:
Prof. Dr. Ute Röschenthaler
Institut für Ethnologie und Afrikastudien
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz
Tel. 06131 39-20124
Fax 06131 39-23730
E-Mail: roeschen@uni-mainz.de
http://www.ifeas.uni-mainz.de/

Dr. Patrick Schollmeyer
Schule des Sehens
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz
Tel. 06131 39-25239
E-Mail: schollmeyer@uni-mainz.de
https://www.schuledessehens.uni-mainz.de/

Information on participating / attending:
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Date:

02/07/2019 18:00 - 04/25/2019 18:00

Event venue:

Schule des Sehens (neben dem Philosophicum, Jakob-Welder-Weg 18), auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55128 Mainz
Rheinland-Pfalz
Germany

Target group:

Students, all interested persons

Email address:

Relevance:

regional

Subject areas:

Cultural sciences, History / archaeology

Types of events:

Exhibition / cultural event / festival

Entry:

01/28/2019

Sender/author:

Petra Giegerich

Department:

Kommunikation und Presse

Event is free:

yes

Language of the text:

German

URL of this event: http://idw-online.de/en/event62672


Help

Search / advanced search of the idw archives
Combination of search terms

You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

Brackets

You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

Phrases

Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

Selection criteria

You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).

Cookies optimize the use of our services. By surfing on idw-online.de you agree to the use of cookies. Data Confidentiality Statement
Okay