Vehementer Verfechter der Chancengleichheit: Ehrendoktorwürde für Ludwig von Friedeburg

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05/31/2006 16:21

Vehementer Verfechter der Chancengleichheit: Ehrendoktorwürde für Ludwig von Friedeburg

Gerhard Harms Presse & Kommunikation
Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

    Der Sozialwissenschaftler und Bildungspolitiker Prof. Dr. Ludwig von Friedeburg wird mit der Ehrendoktorwürde der Fakultät IV Human- und Gesellschaftswissenschaften der Universität Oldenburg ausgezeichnet.

    Das beschloss der Fakultätsrat am 31. Mai 2006. Es ist die erste Ehrendoktorwürde, die von Friedeburg, einem der entscheidenden Köpfe der Bildungsreform der 60er und 70er Jahre, verliehen wird. Seine Ideen waren auch für die neugegründete Universität Oldenburg von prägender Bedeutung. Die Feier für den 82-Jährigen findet am 23. Juni im Hörsaalzentrum der Universität statt.

    Von Friedeburg war immer ein vehementer Verfechter der Chancengleichheit. Der in Wilhelmshaven geborene Wissenschaftler und Politiker, der jüngster deutscher U-Boot-Kommandant in Kriegszeiten war, wurde 1954 Assistent am Institut für Sozialforschung in Frankfurt, seiner wissenschaftlichen Heimat. Nach der Habilitation 1960 wechselte er zwar für vier Jahre nach Berlin, kehrte aber zurück ans Frankfurter Institut, wo er zusammen mit Theodor W. Adorno die Leitung übernahm. Im Oktober 1969 wurde er überraschend Kultusminister. Die von Friedeburg angestrebten Bildungsreformen und seine Idee von einer Gesamtschule waren umstritten und stießen besonders im konservativen Lager auf Widerstand.

    Als die SPD nach den Landtagswahlen im Jahre 1974 Verluste hinnehmen musste, legte er sein Amt nieder, kehrte in die Forschung zurück und wurde 1975 wieder Direktor des Instituts für Sozialforschung. Als Mitglied der Kommission für Bildung beim Parteivorstand der SPD und des Bundesvorstandes der Arbeitsgemeinschaft für Sozialdemokraten im Bildungsbereich (AfB), blieb er der Bildungspolitik verbunden.

    1989 legte er eine Untersuchung zur Bildungsreform in Deutschland vor und bekannte sich erneut zu der von ihm verfochtenen Gesamtschule als Möglichkeit, SchülernInnen aller sozialer Schichten eine vielseitige Grundbildung zu vermitteln.

    Kontakt: Prof. Dr. Stefan Müller-Doohm, Tel.: 0441/798-2932, E-Mail: stefan.mueller.doohm@uni-oldenburg.de


    Criteria of this press release:
    Law, Philosophy / ethics, Politics, Religion, Social studies, Teaching / education
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications, Personnel announcements
    German


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