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12/12/1999 11:44

Universität Heidelberg zeichnete die besten Doktorarbeiten des Jahres 1999 aus

Dr. Michael Schwarz Kommunikation und Marketing
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

    Dr. Hanno Kube, Dr. Annette Reich, Dr. Joachim Gentz, Dr. Achim Stellberger und Dr. Udo Baron erhielten Ruprecht-Karls-Preise bei einem Festakt in der Alten Aula - Dr. Thorsten Matthias Helm mit dem Fritz-Grunebaum-Preis ausgezeichnet - Die Preise sind mit je 5000 Mark dotiert

    Hier die Themen der Preisträger:

    Dr. Hanno E. Kube: "Eigentumsrechtliche Zuordnung und Unverfügbarkeit von Naturgütern"

    Die Arbeit untersucht den Tatbestand des verfassungsrechtlich geschützten Eigentums an Naturgütern. In Literatur und Rechtssprechung besteht vielfach Uneinigkeit darüber, ob eigentumsausgestaltendes Umweltrecht im Einzelfall Handlungsbefugnisse von güterzuordnenden Eigentumsrechten abspaltet oder aber eigentumsgegenständliche Zuordnungen selbst neu definiert. Es zeigt sich, dass die vorherrschenden "befugniszentrierten" Interpretationen die Frage nach dem zugrunde liegenden Eigentumsgegenstand weitgehend offenlassen. "Naturgutzentrierte" Interpretationen hingegen gehen von einer legislativen Neudefinition der Eigentumsgegenstände selbst aus.

    Die "naturgutzentrierten" Interpretationen stehen in dogmatischer Verwandtschaft zur amerikanischen Public Trust Doctrine, nach der einzelne Naturgüter eigentumsrechtlich unverfügbar sein können. Gegenständliche Unverfügbarkeit erschließt sich hiernach als zur Eigentumsgegenständlichkeit komplementärer eigentumsrechtlicher Status außenweltlicher Güterkategorien. Die "naturgutzentrierten" Interpretationen lassen sich damit rechtsbegrifflich dahin konkretisieren, dass sie eigentumsausgestaltende Regelungen als "Bestimmungen eigentumsgegenständlicher Unverfügbarkeit" von Naturgütern betrachten. Eine Analyse einzelner Regelungsbereiche ergibt, dass der Gesetzgeber unter anderem das Grundwasser (§1a Abs.3 WHG), den Naturhaushalt (§8 BNatSchG) sowie Arten und Biotope (§§20ff. BNatSchG) eigentumsgegenständlich unverfügbar gestellt hat. Die legislative Bestimmung eines unverfügbaren Naturgutes ist ebenso wie die Abspaltung einer einzelnen Handlungsbefugnis von einem Eigentumsrecht eine Inhalts- und Schrankenbestimmung des Eigentums gemäß Art.14 Abs. 1 Satz 2 GG. Im Rahmen des Rechts der öffentlichen Sachen erscheint die Bestimmung unverfügbarer Naturgüter als eigenständige Ausgestaltungsform zwischen dem "modifizierten Privateigentum" und dem "öffentlichen Eigentum".

    Der Gesetzgeber trifft mit der Bestimmung eines eigentumsgegenständlich unverfügbaren Naturgutes eine materielle Wertentscheidung über das Gemeinwohl. Die Erkenntnis der Ausgestaltungsform eigentumsrechtlicher Unverfügbarstellungen wirkt sich in verschiedenen Hinsichten auf die Dogmatik zu Art.14 GG aus, so insbesondere auf die Frage nach der Bedeutung "teilweiser Entziehungen von Rechtspositionen" gemäß Art.14 Abs.3 GG. Bestimmungen eigentumsrechtlich unverfügbarer Güterkategorien fördern Rechtsstaatlichkeit durch Ausdrücklichkeit und rücken die der Eigentumsordnung zugrunde liegende Wirklichkeitsordnung in das Licht. Der Güterstatus der gegenständlichen Unverfügbarkeit ist auch eine Vorgabe an den eigentumsausgestaltenden Gesetzgeber. Art.20a GG, das Staatsziel Umweltschutz, erscheint als prinzipielle, prozedurale Anforderung an den Gesetzgeber, Naturgüter eigentumsrechtlich unverfügbar zu stellen. Außerrechtliche Unverfügbarkeiten von Naturgütern können sich in eingentumstheoretischer, demokratietheoretischer, staatstheoretischer, ethischer und kognitiver Hinsicht ergeben. Zur Wirksamkeit innerhalb der Rechtsordnung bedürfen diese Unverfügbarkeitsformen jedoch grundsätzlich der legislativen Transformation.

    Dr. Annette Reich: "Avantgardistische Strömungen in der tschechischen Bildhauerei und Plastik von der Jahrhundertwende bis zum Ende der Ersten Tschechoslowakischen Republik"

    Die tschechische avantgardistische Bildhauerei und Plastik setzte sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus zahlreichen stilistisch sehr unterschiedlichen Strömungen zusammen, von denen jede an internationalen Maßstäben gemessen werden kann. Ihre wichtigsten Repräsentanten verfügten über eine hervorragende hand-werkliche Ausbildung, ein außergewöhnliches Gefühl für das Material und besaßen Kenntnisse von den Problemen der zeitgenössischen europäischen Bildhauerei und Plastik, was ihnen das Eingreifen in die stilistischen Bemühungen mit spezifischen innovativen Lösungen ermöglichte. Auch die Anfänge der tschechischen Avantgarde lagen im 19. Jahrhundert. Der Aufbruch in die Moderne präsentierte sich radikal und vielgestaltig und spiegelte sich in der drängenden Suche nach Erneuerung wider, wobei die tschechischen Künstler von Anfang an ein ausgeprägtes Interesse an den internationalen Veränderungen zeigten.

    Gleichwohl ist festzustellen, dass die tschechische avantgardistische Bildhauerei und Plastik außerhalb des eigenen Landes bislang kaum Gegenstand der Untersuchung war, obwohl sie einen wichtigen Beitrag zum Kunstschaffen des 20. Jahrhunderts leistete. Die Gründe dafür sind vornehmlich in der politischen, sozialen und kulturellen Situation zu suchen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verhinderte das sozialistische System eine Rezeption der tschechischen Avantgardekunst sowohl im In- als auch im Ausland.

    Die Grundlagen für die avantgardistischen Strömungen der tschechischen Zwischenkriegsbildhauerei und -plastik legten Jan Stursa und Otto Gutfreund mit ihrem reich differenzierten AEuvre. Otto Gutfreund entwickelte seinen persönlichen Lösungsweg, der ihn als Wegbereiter der avantgardistischen Bildhauerei und nach Picasso zweifellos als den bedeutendsten Bildhauer des Kubismus auszeichnet.

    Besondere Aufmerksamkeit gilt neben dem Kubismus auch dem "Lichtkinetismus" sowie den abstrakten Formexperimenten zwischen 1926 und 1935, die eine Reihe von künstlerischen Tendenzen synthetisieren und in besonderem Maße innovative Lösungen widerspiegeln. Somit leisten sie einen eigenständigen Beitrag zur europäischen avantgardistischen Bildhauerkunst. Der Kubismus, der sich allein in den böhmischen Ländern in einer breiten Gattungsvielfalt präsentierte, verband sich in der tschechischen Bildhauerei mit expressionistischen und futuristischen Elementen, bevor er in "reiner" Ausprägung in Erscheinung trat. Analytische und synthetische Formensprache fanden gleichermaßen Verwendung. Im "Lichtkinetismus" Zdenek Pesáneks, dessen Bedeutung nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, kam die poetisch-konstruktivistische und die poetisch-surrealistische Morphologie zur Entfaltung. Ein Hauptproblem innerhalb der tschechischen avantgardistischen Plastik stellte zweifellos die Abstraktion dar. Mit ihr setzten sich unter anderem die Bildhauer Vincenc Makovský, Bedrich Stefan und Hana Wichterlová in einer Flut von Lösungsvorschlägen auseinander, was zu einer Ausdrucksvielfalt führte, die von der Stilisierung bis zur reinen plastischen Form reichte und insbesondere aus heutiger Sicht höchsten internationalen Ansprüchen genügte.

    Die avantgardistischen Strömungen in der tschechischen Bildhauerei und Plastik stellen einen bedeutenden Bestandteil der tschechischen bildenden Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dar und liefern darüber hinaus einen außerordentlich wichtigen, bisher nicht ausreichend gewürdigten Beitrag zur europäischen Kunst. Die genuin tschechischen Avantgardeströmungen sozialer Zivilismus, Poetismus und Lichtkinetismus erreichten qualitativ ein ebenso hohes internationales Niveau wie die in der tschechischen Kunst vertretenen europäischen Kunstrichtungen bzw. Lebenshaltungen Kubismus, Konstruktivismus, organische Abstraktion und Surrealismus. Und mehr noch: die kubistischen, lichtkinetischen und abstrakten Werke von tschechischer Seite weisen sogar über die internationale Kunstentwicklung hinaus. Die wichtigsten Repräsentanten sind hinsichtlich des Auffindens und Umsetzens neuer Formen und Inhalte als richtungsweisend zu bezeichnen; sie gehören daher nicht nur zu den bedeutendsten Avantgardisten der tschechischen Bildhauerei und Plastik, sondern auch zu den herausragenden Bildhauern und Plastikern Europas.

    Dr. Joachim Gentz: "Ritus und Praxis: Die Chunqiu-Exegese des Gongyang zhuan von ihren Anfängen bis zu Dong Zhongshu"

    In der Dissertation "Ritus und Praxis: Die Chunqiu-Exegese des Gongyang zhuan von ihren Anfängen bis zu Dong Zhongshu" wird der Prozess der Kanonisierung einer Hofchronik ("Frühlings- und Herbst-Annalen", 722- 481 v.Chr.) in China nachgezeichnet. Die Analyse der Exegese, die diesen Prozess ermöglichte, steht im Mittelpunkt der Arbeit.

    Die Arbeit hat drei Teile: im ersten werden die Lesart von annalistischen Texten in der frühen chinesischen Kultur sowie die frühesten exegetischen Äußerungen zu der Hofchronik als Vorläufer der systematischen Exegese dargestellt. Im zweiten, zentralen und ausführlichsten Teil wird eine Analyse des für die kanonische Lesung des Werkes maßgeblichen Kommentars zu dessen exegetischen Techniken, deren Herkunft aus den hermeneutischen Techniken der Omendeutung, dessen inhaltlichem Anliegen sowie zu dessen Datierung vorgenommen.

    Im dritten Teil wird die Weiterentwicklung des rituellen und moralischen Kommentars zu einem pragmatischen Rechtskommentar gezeigt, welche die Grundlage dafür bietet, dass eine ursprünglich im kultisch-rituellen Raum entstandene trockene Hofchronik als exempla-Sammlung einer Rechtspraxis zum Leitklassiker einer Dynastie avancieren konnte.

    Dr. Achim Stellberger: "Entwicklung und Bau eines elektromagnetischen Kalorimeters"

    Die Promotionsarbeit beteiligt sich an einem Experiment zur Erforschung der Struktur der Materie. Dieses so genannte H1-Experiment findet am Speicherring HERA (Hadron-Elektron-Ring-Anlage) an der Großforschungseinrichtung DESY (Deutsches Elektronen-Synchrotron) unter Beteiligung internationaler Wissenschaftler statt. In dem Speicherring werden Elektronen und Protonen auf sehr hohe Energien beschleunigt und miteinander zur Kollision gebracht. Diese Kollisionen sind so heftig, dass die Teilchen zerbrechen oder neue Teilchen aus der frei werdenden Energie gebildet werden. Das heißt: aus den entstehenden Reaktionsprodukten kann, wenn sie nachgewiesen werden, auf die Struktur der ursprünglichen Kollisionspartner zurückgeschlossen werden. Genau diese Aufgabe, den Nachweis der Reaktionsprodukte, erfüllt das H1-Experiment, das einen sehr großen, mehrere tausend Tonnen schweren Detektor darstellt, der aus vielen Subkomponenten zusammengebaut ist.

    Von diesen Subkomponenten entwickelte die Doktorarbeit ein so genanntes elektromagnetisches Kalorimeter zur Energie- und Ablenkwinkelmessung der an der Reaktion beteiligten Elektronen völlig neu. Dr. Stellberger baute das Kalorimeter und integrierte es in den bestehenden Detektor. Dieser kleine Detektor hat einige hervorstechende Eigenschaften, wie zum Beispiel seine kompakten Abmessungen und seine exzellente Ortsauflösung, die es ermöglicht, den Auftreff-Ort der Teilchen mit einer Genauigkeit von bis zu einem halben Millimeter zu bestimmen. Dieser kleine Detektor ist seit Dezember 1998 in Betrieb und nimmt Daten.

    Dr. Udo Baron: "Weiterentwicklung der Methodik der Tetrazyklin-kontrollierten Genexpression zur Analyse der Funktion von Genen in komplexen eukaryontischen Systemen"

    Die Gene des menschlichen Körpers sind der Speicherort der genetischen Information. Die Genexpression, also die exakt kontrollierte und koordinierte Realisierung der in unseren Genen gespeicherten Information, ist die Grundlage komplexer biologischer Prozesse wie zum Beispiel Wachstum, Entwicklung oder die Fähigkeit, auf Signale aus der Umwelt angemessen reagieren zu können. Von den schätzungsweise 100 000 Genen einer menschlichen Zelle wurde etwa ein Drittel identifiziert, doch ihre Funktion liegt noch immer im Dunkeln. Eine Strategie, um die Funktion eines Gens zu verstehen, besteht darin, seine Information zu verändern oder zu zerstören und die Folgen dieses Eingriffs zu beobachten. Künstliche Systeme, die es erlauben, die Aktivität eines Gens gezielt zu verändern, sind daher wertvolle Werkzeuge, um die Frage nach der Funktion von Genen zu beantworten.

    In der Arbeitsgruppe von Dr. Baron wurde ein molekularer Schalter entwickelt, der es in Säugerzellen ermöglicht, die Aktivität eines beliebigen Gens sehr effektiv zu kontrollieren. Die Elemente dieses "Genschalters" stammen von einem Regelkreis des Darmbakteriums Escherichia coli, der dort die Resistenz gegen das Antibiotikum Tetrazyklin reguliert. Damit die Bakterien sich vor Tetrazyklin schützen können, benötigen sie das Produkt des Resistenzgens tetA. Dessen Synthese wird jedoch durch TetR, den Tetrazyklin-Repressor, blockiert, indem dieser an seine Erkennungsstelle, den Tetrazyklin-Operator tetO, bindet, die sich innerhalb des Promotors, also der Kontrollregion des tetA-Gens, befindet. Sobald geringste Mengen Tetrazyklin in das Bakterium gelangen, wird das Antibiotikum vom Repressor erkannt und gebunden. Daraufhin verliert TetR seine Affinität zu tetO und gibt dadurch das Resistenzgen frei.

    Für den "Genschalter" der Arbeitsgruppe wurde der Tetrazyklin-Repressor, der in Bakterien ein Ablesen des Gens verhindert, in einen Faktor verwandelt, der in Säugerzellen einen Promotor aktivieren kann. Dazu wurde TetR mit der "Aktivierungsdomäne" eines viralen Faktors kombiniert, ohne dabei seine Tetrazyklin-abhängige Wechselwirkung mit tetO zu verlieren. Somit ist ein "Tetrazyklin-kontrollierbarer Transaktivator", tTA, entstanden. Für diesen Aktivator wurde ein spezieller Promotor konstruiert, der in Zellen keine Aktivität besitzt. Dieser inaktive Promotor wurde mit Tetrazyklin-Operatoren kombiniert, wodurch ein spezialisierter Promotor entstanden ist, der jetzt nur durch die Bindung von tTA an die Operatoren aktiviert werden kann. Allerdings kann tTA nur in Abwesenheit von Tetrazyklin an seinen Promotor aktivieren, die Zugabe des Antibiotikums schaltet das Gen aus.

    Durch die strategische Veränderung des Tetrazyklin-Repressors gelang es, das Prinzip des Genschalters umzukehren. Auf der Grundlage dieser Repressorvariante wurde ein "reverser Tetrazyklin-kontrollierbarer Transaktivator" (rtTA) konstruiert, der jetzt Tetrazyklin(e) benötigt, um an seinen Promotor binden und diesen aktivieren zu können. Somit existieren zwei vergleichbare Gen-Schalter, die im Hinblick auf die Effektorsubstanz Tetrazyklin "spiegelbildlich" funktionieren: Mit dem tTA-System lässt sich ein Gen durch Tetrazyklin ausschalten, während es im Falle des rtTA-Systems unter diesen Bedingungen angeschaltet wird.

    Die Dissertation beschreibt zwei Ansätze, die das Ziel haben, den Einsatz der beiden Tetrazyklin-kontrollierbaren Gen-Schaltersysteme (tTA und rtTA) zu verbessern und ihre Anwendungsmöglichkeiten zu verbreitern. Der erste Teil der Arbeit konzentriert sich auf die Veränderung der viralen Aktivierungsdomäne von tTA und rtTA, da diese Einheit außergewöhnlich stark und deshalb unter bestimmten experimentellen Bedingungen schädlich für die Physiologie der Zelle sein kann. Aus diesem Grund wurde dieser Bereich von tTA durch eine Aktivierungsdomäne ersetzt, die lediglich aus 12 Aminosäuren besteht. Durch die Verwendung von mehreren so genannten "Minimaldomänen", und der Einführung von gezielten Mutationen in dieselbe, konnte eine Reihe von neuen tTA- und rtTA-Proteinen erzeugt werden, die sich in ihrer Transaktivierungsstärke um mehr als 1000-fach voneinander unterscheiden. Gleichzeitig konnte experimentell bestätigt werden, dass diese neuen Transaktivatoren für die Zellen weniger schädlich sind.

    Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines molekularen Doppelschalters, der es erlauben soll, reversibel zwischen zwei genetischen Zuständen zu wechseln. Der hier verfolgte Ansatz besteht in Kombination des tTA- und des rtTA-Systems in einer Zelle. Bei dieser Strategie ließe sich ein Gen, dessen Aktivität durch das tTA-System kontrolliert wird, durch Tetrazyklin abschalten. Gleichzeitig würde ein zweites Gen (das zum Beispiel eine "krankhafte" Version des ersten Gens sein könnte) durch Tetrazyklin angeschaltet werden können, da es unter der Kontrolle des rtTA-Systems steht. Ein solches Doppelschaltersystem kann neue Perspektiven eröffnen, um Fragen nach der Funktion von Genen sehr viel detaillierter zu beantworten.

    Zur Verwirklichung dieses Projekts wurden die beiden "spiegelbildlich" wirkenden Transaktivatoren tTA und rtTA so verändert, dass sie zwischen zwei unterschiedlichen Zielpromotoren hocheffizient unterscheiden und diese selektiv aktivieren können. Das entwickelte Doppelschaltersystem wurde in eine menschliche Tumorzell-Linie eingebracht, wo sein Funktionsprinzip erfolgreich demonstriert werden konnte. Dabei bestätigte sich, dass durch Zugabe von Tetrazyklin reversibel zwischen der Aktivität von zwei "Modellgenen" gewechselt werden kann. Daneben zeigte sich auch, dass bei geringen Mengen des Antibiotikums beide Gene abgestellt werden können.

    Fritz-Grunebaum-Preis:
    Thorsten Matthias Helm: "Rechtspflicht zur Privatisierung - Privatisierungsangebote im deutschen und europäischen Recht"

    Die Entscheidung zwischen Staats- und Privatwirtschaft ist eine ebenso ordnungspolitische wie rechtliche Entscheidung. Die rechtliche Sichtweise ist dabei besonders bedeutsam, weil die Entscheidung zwischen öffentlicher und privater Wirtschaftstätigkeit nicht beliebig ist. Für die Privatwirtschaft sprechen die liberalen, rechtsstaatlichen Argumente der Staatsbegrenzung und der bürgerlichen Freiheitsgewährung. Die öffentliche Wirtschaft steht hingegen unter dem Vorbehalt der sachlichen Legitimation.

    Im Zentrum der Arbeit stehen die Darstellung und Auswertung der Normen aus dem deutschen und europäischen Recht, die Privatisierungen gebieten und fördern. Besonderes Gewicht wird der Erörterung des europäischen Kartellrechts beigemessen. Die Untersuchung zeigt unter anderem: Mit der Gleichstellung von öffentlichen und privaten Unternehmen löst das Europarecht einen teils rechtlichen, teils faktischen Privatisierungszwang aus. Das deutsche Verfassungsrecht setzt von seiner Grundkonzeption her auf den liberalen "Steuerstaat" und nicht auf den "Unternehmerstaat". Werden die verfassungsrechtlichen Anforderungen an die Staatswirtschaft missachtet, tritt prinzipiell eine Pflicht zur Privatisierung ein.

    Rückfragen bitte an:
    Dr. Michael Schwarz
    Pressesprecher der Universität Heidelberg
    Tel. 06221 542310, Fax 542317
    michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de


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    Criteria of this press release:
    interdisciplinary
    transregional, national
    Personnel announcements
    German


     

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