idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
11/22/2006 15:16

Kinder nehmen zu viele Schmerzmittel

Dipl. Biol. Barbara Ritzert Pressearbeit
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

    Chronischer Kopfschmerz kann die Folge von übermäßigem Schmerzmittelkonsum sein. "Dieser Dauerkopfschmerz stellt bereits bei Jugendlichen ein Problem dar. Einer von 200 Jugendlichen ist davon betroffen", erklären Experten der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) in den "Kopfschmerz-News", dem Mitgliederorgan der Gesellschaft.

    Häufige Kopfschmerzen können dazu verleiten, "vorsichtshalber" ein Schmerz- oder Migränemittel zu schlucken, um trotz einer herannahenden Kopfschmerzattacke einsatzfähig zu bleiben. Doch bei unvorsichtigem Gebrauch von Analgetika droht der sogenannte medikamenteninduzierte Kopfschmerz. Dieser dumpf-drückende Schmerz im ganzen Kopf tritt täglich oder fast täglich auf und setzt bereits beim Aufwachen am Morgen ein. Betroffen sind schätzungsweise ein bis zwei Prozent der Bevölkerung - in Deutschland zwischen 800.000 und 1,6 Millionen Menschen.

    Mädchen häufiger betroffen. Norwegische Wissenschaftler werteten nun die Daten einer von 1995 bis 1997 in Norwegen durchgeführten Bevölkerungsumfrage aus. Sie wollten wissen, wieviele Jugendliche bereits an medikamenteninduziertem Dauerkopfschmerz leiden. Die Antworten von 5471 Teenagern zwischen 13 und 18 Jahren ergaben, dass durchschnittlich fünf von 1000 Jugendlichen täglich an Kopfschmerzen leiden, welche durch Medikamentenmissbrauch hervorgerufen wurden. Der Dauerkopfschmerz trifft - analog zu den Erwachsenen - Mädchen in deutlich stärkerem Ausmaß als Buben. So befanden sich unter 1000 Jugendlichen vier Mädchen mit Medikamentenkopfschmerz, aber nur ein Junge. "Wir müssen daher auch Teenager in der Kopfschmerzsprechstunde gezielt nach der Einnahme von Schmerzmitteln fragen", fordert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener von der Neurologischen Universitätsklinik Essen.

    Gleicher Schmerz, neue Medikamente. Bei erwachsenen Patienten mit medikamenteninduziertem Kopfschmerz hat sich die Situation in den letzten 15 Jahren nicht verbessert. An einem US-amerikanischen Kopfschmerzzentrum nahe New York werteten Wissenschaftler die Patientenakten von 1990 bis 2005 aus. Sie forschten nach der Häufigkeit von Medikamentenkopfschmerz und nach den auslösenden Präparaten. Fazit: Die Gesamtzahl der Patienten blieb unverändert, doch die auslösenden Schmerzmittel spiegeln den Trend weg von Kombinationspräparaten hin zu Triptanen. "Die Triptane haben die Mutterkornalkaloide und Kombinationspräparate als Ursache von medikamenteninduziertem Dauerkopfschmerz abgelöst", so das Fazit der DMKG-Experten.

    Quelle: Wang SJ, Fuh JL, Lu SR, Juang KD. Chronic daily headache in adolescents - prevalence, impact, and medication overuse. Neurology 2006; 66: 193 - 197

    Pressestelle DMKG:
    Barbara Ritzert · ProScience Communications GmbH · Andechser Weg 17 · 82343 Pöcking
    Tel.: 08157 93 97-0 · Fax: 08157 93 97-97 · e-mail: ritzert@proscience-com.de


    Images

    Criteria of this press release:
    Medicine, Nutrition / healthcare / nursing
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications, Research results, Scientific conferences
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).