Saarland verleiht Journalistenpreis Informatik

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12/01/2006 18:00

Saarland verleiht Journalistenpreis Informatik

Saar - Uni - Presseteam Pressestelle der Universität des Saarlandes
Universität des Saarlandes

    Pressemitteilung des Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit des Saarlandes

    Sperrfrist: 18.00 Uhr

    Saarland verleiht Journalistenpreis Informatik
    Georgi: Das Saarland mit starker Kompetenz im IT Bereich

    "Das Saarland hat erkannt, dass für seine Zukunft Innovation und Wachstum entscheidend sind. Die Informatik hat sich dabei besonders profiliert. Mit dem Journalistenpreis wollen wir auch die öffentliche Aufmerksamkeit auf unsere Kompetenz in diesem Feld lenken." Das sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Hanspeter Georgi am Freitag (1.12.2006) bei der Verleihung des saarländischen Journalistenpreises Informatik im Atrium, Haus der Wirtschaftsförderung.
    Das Saarland verfügt über ein breites Spektrum an Dienstleistungen, Produkten und international renommierter Forschungskompetenz im IT-Bereich. Die Informatik hat sich zu einem Markenzeichen der Universität des Saarlandes entwickelt, nicht zuletzt auch durch die sehr enge Kooperation mit den im Umfeld der Universität ansässigen Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft, dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und dem Internationalen Begegnungs- und Forschungszentrum für Informatik Schloss Dagstuhl.
    Im Wissenschaftsjahr - Informatikjahr 2006 hat das saarländische Ministerium für Wirtschaft und Arbeit in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Informatik der Universität des Saarlandes einen Journalistenpreis Informatik gestiftet. Ziel des Preises war es, journalistische Beiträge zu honorieren, die in der breiten Öffentlichkeit das Interesse für Themen der Informatik wecken und das Bewusstsein für die Informatik als noch recht junge wissenschaftliche Disziplin schärfen.
    Die drei Hauptpreise für die Kategorien Print, Hörfunk und Fernsehen sind jeweils mit 5.000 Euro dotiert, außerdem wird ein Sonderpreis in Höhe von 500 Euro verliehen. Sie gehen an Thomas Kuhn, Redakteur der Wirtschaftswoche, Iska Schreglmann, Christina Teuthorn und Wolfgang Zehentmeier, ein Autorenteam des Bayerischen Rundfunks, Wolf Gebhardt für einen Fernseh-Beitrag in Deutsche Welle TV. Der Sonderpreis geht an Katja Nellissen , für einen Hörfunkbeitrag in WDR5.

    Hintergrund:
    Hauptpreis Printmedien (5.000 Euro)
    Der Hauptpreis in der Kategorie der Printmedien ging an Thomas Kuhn, Redakteur der Wirtschaftswoche für seinen Artikel: "Total vernetzt", veröffentlicht in: Wirtschaftswoche, 39/2006, 25. September 2006.
    Thema des fünfseitigen Artikels (mit Interview) ist das Internet der Zukunft, plakativ genannt Web 3.0, das dem gerade erst entstehenden Web 2.0 folgen soll. Thomas Kuhn beschreibt die technischen Herausforderungen, die auf dem Weg in die dritte Generation des Internets noch zu meistern sind, und befasst sich mit den Chancen und Risiken der allumfassenden Vernetzung.
    Die Jury befand, "dass in diesem Beitrag ein hochaktuelles Thema - das intelligente Web (Semantisches Web) - in seiner Komplexität aufgegriffen wurde und es dem Autor gelang, die Rolle der Informatik in allen Lebensbereichen deutlich zu machen. Neben den aktuellen Möglichkeiten wurden Perspektiven für die Zukunft aufgezeigt." Das Interview mit dem Interneterfinder Sir Tim Berners-Lee habe Thomas Kuhn als Stilmittel genutzt, um durch die Stellungnahme dieses weltbekannten Wissenschaftlers die Bedeutung und die Zukunft dieses Forschungsgebietes herauszustellen. Der Text sei außerdem durch eine ansprechende bildliche und grafische Darstellung ergänzt worden.
    Hauptpreis Hörfunk (5.000 Euro)
    Der Hauptpreis für den Hörfunk ging an Iska Schreglmann, Christina Teuthorn und Wolfgang Zehentmeier, ein Autorenteam des Bayerischen Rundfunks, für die Sendung: Mensch und Maschine - wer beherrscht wen?, gesendet in: Bayern2Radio, Radiowissen, Bayerischer Rundfunk, 10. März 2006.
    Die einstündige Sendung, genannt "Das Wissensmagazin am Freitag", zeigte im März 2006 zum Start der CeBit, wie die digitalen Datenwelten die Forschung und unser Alltagsleben beeinflussen. Über die Faszination der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine berichteten darin unter anderem Spezialisten der Mechatronik sowie der Hirnforscher Ernst Pöppel. Als Studiogast wurde Dr. Claus Tully, Soziologe am Deutschen Jugendinstitut, befragt, der den Einfluss von Internet und Handy auf das Freizeitverhalten Jugendlicher untersucht hat. Anschließend ging es um das Alltagsleben der digitalen Zukunft und die Fragen: Was kann ein intelligenter Kühlschrank leisten? Wie sieht ein Supermarkt-Besuch in fünfzehn Jahren aus?
    Die Jury bewertete die Sendung wie folgt: "Mit dem Beitrag ist es gelungen, einer breiten Öffentlichkeit ein Thema der Informatik interessant und fesselnd zu vermitteln, insbesondere durch den Einsatz verschiedener Formate in einem Beitrag. Neben den reinen Informationen erlebt der Zuhörer durch die Auswahl der gesendeten Geräusche eine intensive Nähe." Der Zuhörer werde in diesem Beitrag als Nutzer der Informatik-basierten Entwicklungen ganzheitlich angesprochen.

    Hauptpreis Fernsehen (5.000 Euro)
    Den Hauptpreis für das Fernsehen erhielt Wolf Gebhardt für seinen Fernseh-Beitrag: Der Mozart-Code, gesendet in: Deutsche Welle TV, 26. Februar 2006.
    Der Fernsehbeitrag von Wolf Gebhardt beschäftigte sich mit dem Thema, was ein Klavierkonzert zum Erlebnis macht und wie sich der Stil der großen Pianisten voneinander unterscheidet. Er porträtierte dafür den Linzer Computerwissenschaftler Prof. Gerhard Widmer, der mit einem Spezialflügel der Firma Bösendorfer arbeitet. Dieser Flügel steckt voller Chips und Messgeräte, die Stärke und Länge des Tastenanschlags eines Pianisten aufzeichnen. Widmer schreibt aber auch lernende Programme, die analysieren, wie sich die menschlichen Interpretationen vom reinen Notentext unterscheiden. Er findet heraus, was eine Sonate lebendig werden lässt.
    Die Jury prämierte diesen Beitrag mit folgender Begründung: "Die Jury ist einhellig der Meinung, dass es eine große Herausforderung ist, die Informatik bildnerisch darzustellen. Dies zeigt auch die geringe Zahl der eingesendeten Fernseh-Beiträge. Der Beitrag von Wolf Gebhardt überrascht durch seinen ungewöhnlichen Zugang zu diesem Thema." Bedingt durch den "literarischen" Titel und dem Einstieg des Themas über eine "kulturelle Brücke"(Musik von Mozart) gleite der Zuschauer in die Denkweise der Informatiker und nehme somit seinen Zuschauern in diesem abgerundeten Beitrag die Scheu vor diesem noch neuen Fachgebiet.
    Der Autor habe ein Thema ausgewählt, dessen Nähe zur Informatik der Laie nicht vermutet und dass durch diese Bezüge überrascht.

    Sonderpreis (500 Euro)
    Einen Sonderpreis erhielt Katja Nellissen für ihre Hörfunksendung: Hau in die Tasten, Mädel! - Informatikstudium für Frauen ; gesendet in: WDR 5 , Leonardo - Wissenschaft und mehr, 27. Juni 2006.
    Sie beschreibt, wie junge Frauen einem ungläubigen Blick begegnen, wenn sie ihrem Gegenüber erzählen, dass sie Informatik studieren. In der Wissenschaftssendung "Leonardo" des WDR begleitet Katja Nellissen im "Jahr der Informatik" zwei Studentinnen durch ihren Arbeitsalltag - einmal an einem normalen, männlich dominierten Fachbereich, einmal im Frauenstudiengang der Uni Bremen. Sie geht den Fragen nach: Welche Unterschiede gibt es an diesen Fachbereichen? Wie müsste ein Studium aussehen, das mehr Frauen für die Informatik begeistert?
    Die Jury vergab den Sonderpreis an Katja Nellissen aus folgenden Gründen: "Dieser Beitrag hat als einziger der Einsendungen den Mangel an weiblichen Studenten in dem Fach Informatik thematisiert. Originell werden zwei Studiengänge für Studentinnen dargestellt und somit die insbesondere weibliche Jugendliche an das Studien- und Ausbildungsfach Informatik herangeführt. Hierdurch werden Denkanstöße gegeben für eine gesellschaftskritische Diskussion über den Mangel an Frauen innerhalb der Informatik in Deutschland."

    Die Jury des Journalistenpreises Informatik
    Der Jury des Journalistenpreises gehörten Christiane Götz-Sobel, Vorsitzende der Wissenschafts-Pressekonferenz (WPK), Prof. Dr. Matthias Jarke, Präsident der Gesellschaft für Informatik, Dr. Ulf Lange, Referat für Grundsatzfragen neuer Technologien im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Dr. Herbert Münder, Geschäftsführer von "Wissenschaft im Dialog", Wolfgang Pohl, Geschäftsführer des Bundeswettbewerbs Informatik, Fritz Raff, Intendant des Saarländischen Rundfunks (vertreten durch Michael Hanke, Leiter der Programmgruppe Multimedia, SR Online) und Dr. Bernd Wirsing, Pressesprecher der Max-Planck-Gesellschaft an.

    Die Preisverleihung des Journalistenpreises Informatik
    Den Festvortrag bei der Preisverleihung des Journalistenpreises Informatik hielt der Vizepräsident der Gesellschaft für Informatik, Prof. Dr. Ernst W. Mayr von der Technischen Universität München. Die Moderation übernahm Dr. Christiane Götz-Sobel, die Vorsitzende der Wissenschafts-Pressekonferenz (WPK), die auch die Jurysitzung des Journalistenpreises geleitet hat. Die Preisreden für die einzelnen Kategorien hielten folgende Informatik-Professoren der Universität des Saarlandes: Prof. Dr. Philipp Slusallek, Sprecher des Kompetenzzentrum Informatik, Prof. Dr. Wolfgang Wahlster, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), Prof. Dr. Reinhard Wilhelm, Wissenschaftlicher Direktor von Schloss Dagstuhl und Prof. Dr. Andreas Zeller, Lehrstuhl für Softwaretechnik.

    Für den Journalistenpreis Informatik haben insgesamt 53 Autoren rund 70 Beiträge eingesandt, 48 davon sind Printartikel, zwölf aus dem Hörfunk und neun sind im Fernsehen
    erschienen. Ausgezeichnet wurden die besten journalistischen Beiträge, die in der breiten Öffentlichkeit das Interesse für Informatik wecken, Forschungsergebnisse der Informatik verständlich vermitteln, Jugendliche an das Studien- und Ausbildungsfach Informatik heranführen oder verdeutlichen, wie die Informatik heute viele Lebensbereiche unterstützt. Außerdem wurden Beiträge anerkannt, die Anstöße geben für eine gesellschaftskritische Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen der Informatik.
    Pressefotos der Preisverleihung (ab 4.12.) unter: www.informatik-saarland.de

    Verantwortlich für die Texte des Hintergrundes: Friederike Meyer zu Tittingdorf, Kompetenzzentrum Informatik der Universität des Saarlandes, Tel. (0681) 302-58099, Email: presse@cs.uni-sb.de

    Mit freundlichen Grüßen aus dem
    Ministerium für Wirtschaft und Arbeit
    Katja Schloz
    AdM/2 Pressestelle
    Franz-Josef-Röder-Straße 17
    66119 Saarbrücken
    Tel.: 0681-501-1683
    Fax.: 0681-501-1595
    email: k.schloz@wirtschaft.saarland.de www.wirtschaft.saarland


    Criteria of this press release:
    Information technology, Language / literature, Media and communication sciences
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications, Transfer of Science or Research
    German



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