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02/22/2007 14:06

MIDMAY: Fernbedienung für den Büro-Rechner

Oliver Küch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT)

    CeBIT 2007: Fraunhofer-Institut präsentiert handyfähige Lösung für das persönliche Wissensmanagement. MIDMAY unterstützt mobile Mitarbeiter bei Suche und ferngesteuerter Übertragung von Informationen

    Die Zahl der IT-Geräte und Daten, mit denen wir täglich zu tun haben, steigt und damit auch die Schwierigkeit, in der Vielzahl von verarbeiteten Informationen das zu finden, was wir suchen. Experten schätzen, dass Mitarbeiter heute pro Woche bis zu drei Stunden vergeblich nach Informationen suchen und mitunter dieselbe Zeit benötigen, um das verlorene Wissen zu rekonstruieren. Ein besonderes Problem stellt dies natürlich für die mobilen Mitarbeiter in Unternehmen dar, die nicht ständig auf alle ihre Daten zugreifen können. Das Fraunhofer-Institut SIT hat deshalb mit MIDMAY ein System entwickelt, das mobile Mitarbeiter bei der Suche und Verwaltung von Informationen unterstützt. "MIDMAY funktioniert wie eine Fernbedienung für's Büro, damit können Nutzer gesuchte Dateien per Handy finden und sicher übertragen - auch wenn die Dateien auf dem Rechner im Büro oder irgendwo im Firmennetzwerk gespeichert sind", sagt Projektleiter Jens Heider. Einen ersten Prototyp zeigen die Forscher auf der Computermesse CeBIT vom 15. bis zum 21. März in Hannover (Halle 9, Stand B36).

    Die besondere Stärke des Systems liegt darin, die Fülle verschiedener Informationen geschickt zu verknüpfen. MIDMAY nutzt hierzu das Wissen der Nutzer, dass sich die Software automatisch über so genannte Topic Maps erschließt. "Das sind quasi persönliche Wissenslandkarten, die von Nutzer zu Nutzer variieren", sagt Heider. Dabei werden nicht nur Name und Speicherort von Daten berücksichtigt, sondern beispielsweise auch die Ordnerstruktur und Informationen darüber, wer was wann mit welcher Datei getan hat. "Durch die Zusammenführung von Datei- und Ordnerstrukturen und Meta-Daten entsteht ein dichtes Wissensnetz, in dem jeder Knoten einem Wissensbaustein entspricht, der mit anderen Wissensbausteinen verbunden ist", sagt Heider. Über diese Verbindungswege lassen sich selbst Dokumente finden, die mit herkömmlichen Suchprogrammen und Volltextsuche nicht oder nur schwer zu finden sind. Hat man etwa vergessen, welche Person einem ein bestimmtes Attachment geschickt hat, weiß aber noch, dass man den Sender auf einer Konferenz in Graz kennen gelernt hat, lässt sich die gesuchte Datei mit wenigen Klicks über den Konferenznamen und den Ort der Veranstaltung aufspüren. "MIDMAY ermöglicht aber nicht nur einen schnellen Zugriff auf die Informationen", sagt MIDMAY-Projektleiter Jens Heider vom SIT. "Der Clou ist, dass man sein Handy künftig erstmals als Schaltzentrale nutzen kann, um das eigene digitale Wissen zu steuern." Über das Mobiltelefon lassen sich etwa Dokumente, die auf dem Firmen-Netzwerk liegen, nicht nur finden, sondern auch ferngesteuert verschicken. Ist der Rechner gerade ausgeschaltet, notiert sich das System den Arbeitsauftrag und führt ihn bei der nächsten Gelegenheit selbständig aus.

    Bei der intelligenten Fernverwaltung handelt es sich um eine Client-Server-Lösung. Ihr Kern ist der Homebase-Server, der die Informationen der angebundenen Endgeräte inventarisiert und die Suchergebnisse liefert. Die Homebase kann nicht nur auf die Daten am Arbeitsplatz zugreifen, sondern auch auf Netzwerkverzeichnisse und Datenbanken. Zweiter wichtiger MIDMAY-Bestandteil ist die Fernbedienung für das Handy. "Wichtig war uns dabei, die Information auf dem kleinen Display übersichtlich abzubilden und mit möglichst wenigen Tastenklicks navigieren zu können", sagt Heider. Ein besonderes Sicherheitsframework gewährleistet eine sichere Übertragung aller Informationen und Suchanfragen, damit auch nur diejenigen Informationen erhalten, die das Recht dazu haben.

    3557 Zeichen, Abdruck frei, Beleg erbeten


    more information:

    http://www.project-midmay.de


    Criteria of this press release:
    Economics / business administration, Information technology, Social studies
    transregional, national
    Research projects, Research results
    German


    MIDMAY nutzt die individuelle Wissensstruktur.


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    Projektleiter Jens Heider mit seinem Prototyp.


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