idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Share on: 
10/17/2007 19:00

Der schnellste Kontinent

Dipl.Met. Franz Ossing Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
GeoForschungsZentrum Potsdam

    Indien besonders schnell wegen halbierter Lithosphärenwurzel

    Sperrfrist: 17. 10. 2007, 19:00 Uhr
    Der schnellste Kontinent
    Indiens halbierte Lithosphärenwurzel

    Vor 50 Millionen Jahren prallte der indische Subkontinent mit einer Geschwindigkeit von rund 20 Zentimetern pro Jahr auf den riesigen eurasischen Kontinent. Mit dieser Geschwindigkeit ist Indien im plattentektonischen Wettbewerb der schnellste Kontinent, wie ein Team von Wissenschaftlern des GeoForschungsZentrums Potsdam (GFZ) und des indischen National Geophysical Research Institute in der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature" vom 18.10.2007 berichtet. Die durch diese Kollision entstandene Knautschzone heisst heute Himalya, das mächtigste Gebirge der Erde. Auch das sich nördlich vom Himalaya anschließende, riesige Tibetanische Hochplateau ist Resultat dieses Zusammenstoßes bei hoher Geschwindigkeit.
    Indien war bis vor ca. 140 Millionen Jahren Teil des Superkontinents Gondwanaland. Gondwana zerbrach, seine verschiedenen Teile drifteten mit verschiedenen Geschwindigkeiten auseinander und heißen heute Indien, Afrika, Australien, Antarktika und Südamerika.
    Aber warum war Indien so viel schneller und bewegte sich weiter als die anderen Teile von Gondwanaland? Eine neue, am GFZ Potsdam entwickelte seismische Methode ermöglicht die Messung der Mächtigkeit der heutigen Lithosphärenplatten mit großer Genauigkeit. Dabei fiel auf, daß die Indische Platte nur etwa 100 Kilometer mächtig ist, während die anderen Restplatten von Gondwana eine doppelte Dicke von rund 200 Kilometern aufweisen. Die Ursache für das Aufbrechen von Gondwana wird in einer riesigen heißen Gesteinsblase gesehen, die von unten den Superkontinent aufheizte und zerbrechen ließ. Dieser Vulkan ließ die untere Hälfte des indischen Subkontinentes wegschmelzen, deshalb konnte Indien schneller und weiter verschoben werden.
    Kontakt: Prof. Dr. Rainer Kind, GFZ Potsdam
    e-mail: kind@gfz-potsdam.de
    phone: ++49 (0)331 - 288 1240

    ENDE DER MITTEILUNG
    231 Worte incl. Titeln


    Criteria of this press release:
    Biology, Environment / ecology, Geosciences, Mathematics, Oceanology / climate, Physics / astronomy
    transregional, national
    Research projects, Research results
    German


    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).

    Cookies optimize the use of our services. By surfing on idw-online.de you agree to the use of cookies. Data Confidentiality Statement
    Okay