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10/26/2007 17:00

Langener Wissenschaftspreis für Prof. Dr. Jochen Hühn

Dr. Susanne Stöcker Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Paul-Ehrlich-Institut (Federal Agency for Sera and Vaccines)

    Regulatorische T-Zellen - Blauhelmsoldaten des Immunsystems

    Professor Dr. Jochen Hühn hat am Freitag, 26. Oktober, im Paul-Ehrlich-
    Institut den Langener Wissenschaftspreis 2007 erhalten. Dr. Klaus Theo
    Schröder, Staatssekretär des Bundesministeriums für Gesundheit,
    übergab den mit 10 000 Euro dotierten Preis für herausragende
    wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Immunologie. Der 37-
    jährige Hühn arbeitet im Deutschen Rheumaforschungszentrum der
    Charité in Berlin und beschäftigt sich mit der Charakterisierung
    regulatorischer T-Zellen. Langfristiges Ziel seiner Arbeit ist es,
    Autoimmunkrankheiten wie Rheuma bekämpfen zu können. Alle zwei Jahre
    vergibt das Paul-Ehrlich-Institut mit Sitz in Langen, gemeinsam mit der
    Stadtwerke Langen GmbH und in Kooperation mit der Stadt Langen, den
    renommierten Wissenschaftspreis.

    Die Initiatoren waren sich bei der Preisverleihung einig, dass mit der
    Auszeichnung nicht nur der hohe Stellenwert der vom Paul-Ehrlich-Institut
    geleisteten, international anerkannten wissenschaftlichen Arbeit
    unterstrichen wird. Durch die Einbindung dieses Instituts diene der
    Wissenschaftspreis auch dem Ansehen der Stadt Langen, freute sich
    Bürgermeister Dieter Pitthan. Langen verfüge mit dem Paul-Ehrlich-Institut
    über einen Leuchtturm von besonderer Strahlkraft, von dem die Stadt
    profitiere. Es sei eine richtige Entscheidung gewesen, einen Langener
    Wissenschaftspreis ins Leben zu rufen. "Damit demonstrieren wir Stärke
    und Selbstbewusstsein und machen deutlich, dass wir in der Förderung
    der Wissenschaft eine gesellschaftliche Verpflichtung sehen", betonte
    Pitthan.

    "Der Langener Wissenschaftspreis hat sich in den vergangenen vierzehn
    Jahren einen guten Ruf erworben. Das zeigen die qualitativ hochwertigen
    Arbeiten, die auf die Ausschreibung eingegangen sind", erklärte Professor
    Johannes Löwer, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts. "Mit Professor Hühn
    zeichnen wir einen Wissenschaftler aus, der mit seiner Forschung dazu
    beigetragen hat, die komplexe Wirkungsweise regulatorischer T-Zellen
    besser zu verstehen", so Löwer. Seine Arbeit diene dem langfristigen Ziel,
    diese Zellen therapeutisch zu nutzen.

    Das sechsköpfige Kuratorium, dem neben Professor Löwer, Bürgermeister
    Pitthan und Stadtwerke-Direktor Pusdrowski drei Wissenschaftler aus
    Deutschland angehören, hatte vier Kandidaten in die engere Wahl
    genommen. Aus ihnen wurde nach einer öffentlichen Vortragsreihe der
    Preisträger benannt.

    Die Langener Stadtwerke, die zu den Mitbegründern des Preises zählen,
    sind seit Beginn der Hauptsponsor und bürgen für die Finanzierung.
    Direktor Pusdrowski sieht dieses Engagement in der Tradition seines
    mehrheitlich kommunalen Unternehmens, Verantwortung für das soziale,
    kulturelle und wirtschaftliche Gemeinwohl zu übernehmen und
    gesellschaftliche Belange zu fördern. "Wir meinen es ernst mit unserem
    Slogan 'Viel mehr als Energie' und sind bereit, auch auf anderen Feldern
    an der Gestaltung unserer Zukunft mitzuwirken." Eine Veranstaltung wie
    die Preisverleihung diene darüber hinaus dem Dialog, erklärte Pusdrowski
    vor zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, die
    anschließend bei der benachbarten DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
    die Gelegenheit zum ausgiebigen Meinungsaustausch nutzten.
    Großen Beifall fand, dass sich auch der Preisträger des Jahres 2007
    bereit erklärte, eine Unterrichtsstunde in einer Langener Schule
    abzuhalten, um jungen Menschen einen Einblick in die weite Welt der
    Forschung zu verschaffen. Mit diesem Austausch zwischen Wissenschaft
    und Schule hatte die Preisträgerin von 2003, Dr. Gabriele Niedermann
    (Freiburg), begonnen.

    Seit 2003 besteht auch ein gemeinnütziger "Verein zur Förderung des
    Langener Wissenschaftspreises". Dessen Ziel ist es, die Finanzierung des
    mit 10 000 Euro dotierten Preises durch Spenden sicherzustellen. Damit
    trägt der Verein wesentlich zum Erhalt und zur Wertigkeit des Langener
    Wissenschaftspreises bei. Vorsitzender ist Professor Johannes Löwer,
    sein Stellvertreter Stadtwerke-Direktor Manfred Pusdrowski.
    Mehr Informationen unter www.langenerwissenschaftspreis.de.

    Einige Informationen zum Preisträger und seinen Forschungsarbeiten

    Dr. Jochen Hühn ist seit 2006 Juniorprofessur für Immunregulation an der
    Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und klinische
    Immunologie der Charité in Berlin. Nach einem Forschungsaufenthalt an
    der Cornell University promovierte er 1999 am Bernhard-Nocht-Institut für
    Tropenmedizin in Hamburg zu einem immunologischen Thema. Seit April
    2007 ist er außerdem wissenschaftlicher Sekretär des Sonderforschungsbereiches
    "Zelluläre Ansätze zur Suppression unerwünschter Immunreaktionen".

    Professor Dr. Jochen Hühn entdeckte mit seiner Arbeitsgruppe, dass Teile
    des so genannten FOXP3-Gens epigenetischen Modifikationen
    unterliegen. Diese Modifikationen sorgen dafür, dass betroffene Gene
    entweder in offener oder geschlossener Form vorliegen. Bei Genen in
    offener Form kann die enthaltene Information leicht abgelesen und
    Proteine übersetzt werden. Dies ist beim FOXP3-Gen in regulatorischen
    T-Zellen der Fall. Das Protein, der Transkriptionsfaktor Foxp3 ist ein
    wichtiges Molekül für die Entwicklung und Funktion von regulatorischen T-Zellen.
    T-Zellen, die dagegen pathogenspezifisch oder selbstreaktiv sind,
    besitzen diesen Transkriptionsfaktor in der Regel nicht.
    Die von Hühn beschriebenen Veränderungen des FOXP3-Gens können als eine Art
    Qualitätskontrolle für regulatorische T-Zellen verwendet werden, die zur
    Therapie von Autoimmunerkrankungen vorgesehen sind. Weiterhin dient
    Foxp3 auch als "Marker" zur Unterscheidung von regulatorischen und
    normalen T-Zellen. Jochen Hühn arbeitet derzeit daran, die Mechanismen
    zu verstehen, welche zur selektiven Öffnung und damit zum besseren
    "Ablesen" des FOXP3-Gens bei sich entwickelnden regulatorischen TZellen
    führen. Diese Erkenntnisse könnten zu Therapien führen, die
    Autoimmunerkrankungen auslösende, selbstreaktive T-Zellen in schützende,
    regulatorische T-Zellen verwandeln. Der Vorteil solcher Therapien gegenüber
    derzeit gängigen Behandlungen mit immunsuppressiven Medikamenten
    wäre neben der Spezifität die Nachhaltigkeit - einmal konvertierte
    Zellen behalten ihre neuen Eigenschaften bei und könnten somit
    langfristig die Entstehung von Autoimmunerkrankungen verhindern.


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    Criteria of this press release:
    Biology, Information technology, Medicine, Nutrition / healthcare / nursing
    transregional, national
    Personnel announcements, Research results
    German


     

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