Der Wissenschaftsrat veröffentlicht die Ergebnisse seiner Evaluierung der Stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland (DGIA) und spricht sich auf der heutigen Herbst-Pressekonferenz für ihre Erweiterung aus.
Erstmals seit ihrer Gründung im Jahr 2002 evaluierte der Wissenschaftsrat die Bonner Stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland (DGIA). In seiner Stellungnahme auf der heutigen Pressekonferenz in Berlin spricht sich der Wissenschaftsrat dafür aus, das Deutsche Historische Institut (DHI) Moskau aus Bundesmitteln zu fördern und die Außenstelle des Orient-Instituts in Istanbul zu verselbstständigen. Für die Stiftung, der zurzeit neun geisteswissenschaftliche Institute weltweit angehören, bedeutet das eine deutliche Erweiterung.
Das im Jahr 2005 feierlich eröffnete DHI Moskau wird gemeinsam von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius gefördert. Die Grundfinanzierung aus Mitteln der beiden Stiftungen läuft im Jahr 2009 aus. Der Wissenschaftsrat würdigt in seiner Stellungnahme, dass es das Institut verstanden habe, sich unter nicht einfachen Bedingungen vor Ort "innerhalb kürzester Zeit" zu etablieren und eine "Vertrauensstellung" zu erwerben. Vor allem die zahlreichen Veranstaltungen hätten entscheidend zur Sichtbarkeit des Instituts beigetragen. Dies sei umso bedeutender, da das DHI von russischer Seite als Ort wahrgenommen werde, "an dem Theorien und Methoden frei diskutiert werden und in die russische Historiographie Eingang finden können". Daher solle das DHI Moskau so wie die übrigen DGIA-Institute künftig aus Bundesmitteln grundfinanziert werden.
Ebenso drängt der Wissenschaftsrat auf eine Verselbstständigung des Istanbuler Standorts, der "in den letzten Jahren eine inhaltliche Eigenständigkeit erlangt hat, die diesen Schritt fast zwingend nahe legt". Der Wissenschaftsrat unterstützt daher vorbehaltlos das von der Stiftung vorgelegte inhaltliche und strukturelle Konzept für den Ausbau des Instituts. Die Präsenz der Stiftung wird damit im islamischen Raum deutlich gestärkt. Die Institute in Moskau und Istanbul sollen in die Lage versetzt werden, eine vergleichbare Ausstattung und Größe zu den anderen DGIA-Instituten zu erhalten.
Positiv bewertete der Wissenschaftsrat auch den organisatorischen Aufbau der Stiftung. Agierten vor 2002 die Forschungseinrichtungen noch einzeln und unabhängig voneinander, stellt die Stiftung seit ihrer Gründung eine gemeinsame Plattform für die einzelnen Institute dar. Dadurch entstünden Synergieeffekte insbesondere im Haushaltsbereich, bei der Einführung weiterer Fördermaßnahmen für den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie in der Unterstützung der Bibliotheksdienste und in der allgemeinen Rechtsberatung, bekräftigte der Wissenschaftsrat.
Gleichwohl spricht er sich für reibungslosere interne Prozesse aus: Zu verbessern seien die stiftungsinterne Entscheidungsfindung und das Zusammenspiel der Organe. So soll die Zahl der Stiftungsorgane von zurzeit 19 auf zwei, nämlich den Stiftungsrat und die neu einzurichtende Versammlung der Institutsdirektoren, reduziert werden. Die Geschäftsführung soll vom ehrenamtlichen Vorsitzenden des Stiftungsrats auf einen hauptamtlichen Geschäftsführer übertragen werden und die bestehende Verquickung von Aufsichts- und Geschäftsführungsfunktionen auflösen.
http://www.stiftung-dgia.de - Homepage der Stiftung DGIA
http://www.http://www.wissenschaftsrat.de/Veroffentlichungen/veroffentlich.htm - Veröffentlichungen des Wissenschaftsrates
Criteria of this press release:
Art / design, History / archaeology, Language / literature, Music / theatre, Social studies
transregional, national
Organisational matters
German

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