Katholisch-Theologische Fakultät stellte zur Festakademie ihr neues Forschungsprojekt vor
Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt hat auf der Albertus-Magnus-Akademie heute (15. November) ihren neuen Forschungsschwerpunkt "Minderheit-Migration-Mission" vorgestellt, der sich dem Katholizismus im öffentlichen Raum der Gegenwart unter besonderer Berücksichtigung Ost- und Mitteldeutschlands widmen soll. Es handele sich dabei um ein Pilotprojekt, denn es werde eine gesellschaftliche Situation untersucht, die die Zukunft der Kirche in Deutschland bestimmen könne, sagte der Dekan der Fakultät Prof. Dr. Benedikt Kranemann. An dem neuen Forschungsschwerpunkt werden alle Lehrstühle der Fakultät mitarbeiten.
Das Thema stand auch im Mittelpunkt des Festvortrages "Glaube(n) in Nachbarschaft" von Professor Dr. Michael Gabel. "Die Phänomene Minderheit, Migration und Mission prägen die katholischen Gemeinden im Osten Deutschland auch heute noch", stellte er fest. Die katholische Kirche sei eine "Migrationskirche". "Die Flüchtlinge und Vertriebenen bildeten nach dem Krieg eine natürliche und eine konfessionelle Minderheit. Das ostdeutsche Diaspora-Christentum ist somit nicht historisch gewachsen sonder jäh entstanden", so Gabel. Beide Kirchen seien in einer weitgehend konfessionslosen Gesellschaft "fremd", aber ungleich integriert. Mission in der Fremde bedeute für die katholische Kirche bewusster entschiedener ihre Aufgaben wahrzunehmen. Dem Thema "Mission" wird sich auch im kommenden Sommersemester eine Ringvorlesung der Fakultät widmen. Eine Tagung "Laien in der Katholischen Kirche" widmet sich bis zum 17. November der Bestandsaufnahmen und den Perspektiven am Beginn des 21. Jahrhunderts. Eine zweite Tagung ist im Frühjahr 2008 zum Thema "Von der Flüchtlingskirche zur katholischen Kirche in der DDR" geplant.
Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt setzt mit ihrem Fest zu Ehren des Kirchenlehrers und Heiligen Albertus Magnus eine Tradition fort, die schon zu Zeiten der alten kirchlichen Hochschule gepflegt wurde. Das Patronatsfest begann um mit einem Festgottesdienst im Erfurter Dom. Unter den Gästen konnte der Dekan neben den Bischöfen aus der Region und dem Berliner Kardinal Sterzinsky erstmals den neuen Görlitzer Bischof Dr. Konrad Zdarsa begrüßen. Im Rahmen der Festakademie überreichte der Förderverein der Fakultät den diesjährigen Förderpreis an die Absolventin Doris Schubert für ihre Diplomarbeit zum Thema "Theologische Reflexionen der Kriege in Kroatien und Bosnien und Herzegowina (1991-1995). Die Verkündigung der katholischen Kirche in den Wirren des Krieges". Ihre, von Professor Dr. Josef Römelt betreute Diplomarbeit, weise eine immense Kenntnis der politischen Situation und des kirchlichen Engagements auf dem Balkan auf, sagte der Vorsitzende des Fördervereins Ralf Schwenken.
Auf ein "erfolgreiches Jahr, in dem viel neues begonnen wurde", blickte der Dekan in seinem Bericht zurück. Das von der Fakultät erstmals veranstaltete Absolventenreffen, sei auf großes Interesse bei den rund 200 Teilnehmern gestoßen. Zum Forschungsprojekt der "Amploniana" habe man neue Pflöcke einschlagen können. Eine Vorlesungsreihe, Forschungsstipendien, eine Homepage und ein Jahreskalender 2008 seien erfolgreiche Ansätze, die berühmte Handschriftensammlung stärker ins Bewusstsein zu rücken. Im Bereich der Lehre habe man den neuen Magisterstudiengang "Kirche und Kultur" erfolgreich gestartet und die Gymnasiallehrerausbildung zwischen Jena und Erfurt neu organisiert. Die Studierendenzahlen seien im Vergleich zum Vorjahr deutlich angewachsen. "Durch die Anstrengung vieler ist die Integration der Fakultät in die Universität gelungen", stellte Bischof Dr. Joachim Wanke fest, der stellvertretend dafür dem scheidenden Universitätspräsidenten Wolfgang Bergsdorf dankte.
Criteria of this press release:
Philosophy / ethics, Religion
transregional, national
Miscellaneous scientific news/publications, Research projects
German

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