idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
02/12/2008 09:47

Öffentliche Vorträge der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina

Prof.Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina

    zu den Themen
    "Öffentliche Güter und die Bestrafung von Trittbrettfahrern - zwischen Zwang und Freiwilligkeit" und
    "Der Streit in Deutschland um die Stammzellforschung"

    Termin: Dienstag, 19. Februar 2008, 16.30 Uhr
    Ort: Vortragsgebäude der Akademie Leopoldina
    Emil-Abderhalden-Straße 36, 06108 Halle (Saale)

    Prof. Dr. Karl Sigmund ML, Wien:
    "Öffentliche Güter und die Bestrafung von Trittbrettfahrern - zwischen Zwang und Freiwilligkeit"

    In zahlreichen Disziplinen stellt sich die Frage, wie sich Gesellschaften gegen die Ausbeutung durch Trittbrettfahrer schützen können. In der evolutionären Spieltheorie kann dies durch einfache mathematische Modelle untersucht werden, die in engem Einklang mit ökonomischen Experimenten stehen. Unter sehr allgemeinen Voraussetzungen kann Kooperation durch das Bestrafen der Ausbeuter stabilisiert werden - allerdings nur, wenn die gemeinsame Unternehmung auf Freiwilligkeit statt auf Zwang beruht.

    Karl Sigmund: Studium der Mathematik an der Universität Wien, Promotion ebendort (1968), Habilitation ebendort 1972. Forschungsaufenthalte an der University of Manchester, Großbritannien (1969), am Institut des Hautes Etudes in Bures-sur-Yvette bei Paris, Frankreich (1970), und an der Hebrew University in Jerusalem, Israel (1971). Professor für mathematische Statistik an der Universität Göttingen (1973-1974), seit 1974 ordentlicher Professor für Mathematik an der Universität Wien und seit 1984 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institute for Applied Systems Analysis in Laxenburg. Mitglied u. a. der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (seit 1999), Präsident der Österreichischen Mathematischen Gesellschaft (1997-2001), Präsident der Abteilung für Naturwissenschaften und Technik beim österreichischen Wissenschaftsfonds FWF (2003-2005). Herausgeber der Monatshefte für Mathematik (1992-2002)
    Forschungsschwerpunkte: Ergodentheorie, dynamische Systeme, Biomathematik, evolutionäre Spieltheorie
    Seit 2003 ist Karl Sigmund Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Sektion Mathematik).
    Kontaktadresse: Prof. Dr. Karl Sigmund, Institut für Mathematik der Universität Wien, Nordbergstraße 11, 1090 Wien, Österreich

    Prof. Dr. Klaus Tanner ML, Halle (Saale):
    "Der Streit in Deutschland um die Stammzellforschung"

    Heftige ethische und rechtliche Auseinandersetzungen über den Schutz der frühesten Formen menschlichen Lebens begleiten die moderne Reproduktionsmedizin und ihre Folgeprobleme seit ihrem Beginn. Zugespitzt haben sich diese Kontroversen auf dem Gebiet der Stammzellforschung. Dieses umstrittene Forschungsfeld wird in Deutschland reguliert durch das Embryonenschutzgesetz von 1990 und das Stammzellgesetz von 2002. Mehr als fünf Jahre nach seiner Entstehung ist dieses Gesetz erneut zu einem Kristallisationskern eines ethischen und rechtlichen Grundlagenstreites geworden: Welcher Schutz kommt diesen frühesten Formen menschlichen Lebens in vitro zu? Wie ist dieser Schutz ins Verhältnis zu setzen zu anderen Grundrechten, etwa der Forschungsfreiheit? Wie lässt sich solch ein hochdynamisches Wissenschaftsfeld angemessen regulieren? Ausgelöst wurde die neue Debatte durch Forderungen von Wissenschaftsorganisationen (Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Leopoldina, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften), die eine Novellierung des Gesetzes aufgrund der veränderten Forschungslandschaft für nötig erachten. Der Vortrag wird zunächst die Ausgangslage kurz beleuchten, die in Deutschland derzeit durch die rechtlichen Regelungen gegeben ist. In einem zweiten Schritt sollen einige wichtige Stationen der jüngsten Debatte nachgezeichnet werden. Dadurch soll ein Beitrag geleistet werden zu einer ethischen Hermeneutik, die es erlaubt, Probleme ethischer und politischer Urteilsbildung auf dem Feld der Biopolitik präziser zu erfassen.

    Klaus Tanner: Studium der Evangelischen Theologie in Neuendettelsau, München und Heidelberg, Promotion (1989) und Habilitation (1993) an der Universität München. Ordination zum Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (1993). Professor für Systematische Theologie an der Philosophischen Fakultät der Technischen Universität Dresden (1993-1997), seit 1997 ordentlicher Professor am Institut für Systematische Theologie der Universität Halle-Wittenberg. Mitglied u. a. der Enquete-Kommission "Recht und Ethik der modernen Medizin" des Deutschen Bundestages (2000-2002), der Zentralen Ethikkommission der Bundesregierung für Stammzellforschung (seit 2002) und der Senatskommission "Grundsatzfragen der Genforschung" der DFG (seit 2007). Mitherausgeber der Zeitschrift für Evangelische Ethik
    Forschungsschwerpunkte: Protestantismus und politische Kultur im 19. und 20. Jahrhundert, Geschichte der Ethik, Grundlegungsfragen der Ethik, Medizin- und Bioethik
    Seit 2007 ist Klaus Tanner Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Sektion Kulturwissenschaften).
    Kontaktadresse: Prof. Dr. Klaus Tanner, Institut für Systematische Theologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Franckeplatz 1, Haus 30, 06099 Halle (Saale)

    Zur Akademie Leopoldina
    Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina (gegründet 1652 in Schweinfurt) mit Sitz in Halle an der Saale (seit 1878) ist eine überregionale Gelehrtengesellschaft mit gemeinnützigen Aufgaben und Zielen. Sie fördert inter- und transdisziplinäre Diskussionen durch öffentliche Symposien, Meetings, Vorträge, die Arbeit von Arbeitsgruppen, verbreitet wissenschaftliche Erkenntnisse, berät die Öffentlichkeit und politisch Verantwortliche durch Stellungnahmen zu gesellschaftlich relevanten Themen, fördert junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und betreibt wissenschaftshistorische Forschung.
    Der Leopoldina gehören zur Zeit etwa 1 300 Mitglieder in aller Welt an. Drei Viertel der Mitglieder kommen aus den Stammländern Deutschland, Schweiz und Österreich, ein Viertel aus weiteren ca. 30 Ländern. Zu Mitgliedern werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen sowie aus den Kultur-, den Technik-, den empirischen Geistes-, Verhaltens- und Sozialwissenschaften gewählt, die sich durch bedeutende Leistungen ausgezeichnet haben. Unter den derzeit lebenden Nobelpreisträgern sind 32 Mitglieder der Leopoldina.


    Images

    Criteria of this press release:
    Mathematics, Philosophy / ethics, Physics / astronomy, Religion, Social studies
    transregional, national
    Research results, Transfer of Science or Research
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).